Köpfe: Heinz Dieter Hackel

Lehrer für Deutsch und Musik aus dem Harz, Liberaler der Wendezeit aus Wernigerode, Mitglied der Enquete-Kommission zur SED-Diktatur und am Ende fraktionslos: Heinz-Dieter Hackel, geboren am 04.01.1944 in Reichenberg, heute Liberec in Tschechien, saß von 1990 bis 1994 für die FDP im Bundestag. Er starb am 20.11.2007.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. Januar 1944 in Reichenberg (Sudetenland)
  • Gestorben: 20. November 2007
  • Beruf: Lehrer
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1990 bis 1994 (12. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder

Reichenberg

Hackel wurde im Januar 1944 in Reichenberg in Nordböhmen geboren, das damals zum Reichsgau Sudetenland gehörte und nach dem Krieg wieder tschechisch wurde. Er machte eine Lehrerausbildung, studierte an einer Hochschule in Berlin und arbeitete von 1965 bis 1990 als Fachlehrer für Deutsch und Musik, 25 Jahre im Schuldienst der DDR.

Wernigerode

Im Dezember 1989, in den Wochen nach dem Mauerfall, trat Hackel der FDP in Wernigerode bei, einer der Parteien, die sich in der DDR neu gründeten oder aus Blockparteien hervorgingen. Wernigerode liegt im Harz, im damaligen Bezirk Magdeburg, aus dem 1990 mit Halle das Land Sachsen-Anhalt entstand.

Bundestag

Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl im Dezember 1990 kam Hackel über die Landesliste Sachsen-Anhalt in den Bundestag, als einer der Abgeordneten aus den neuen Ländern, die die FDP in diesem Jahr gewann. Er gehörte der FDP-Fraktion an, die die Regierung Helmut Kohls mittrug und mit 79 Abgeordneten so stark war wie nie zuvor; im Wahlgebiet Ost hatte die FDP unter Hans-Dietrich Genscher, der aus Halle stammte, besonders gut abgeschnitten. Hackel war bei seiner Wahl 46 Jahre alt und hatte vor der Wende kein politisches Amt innegehabt.

Enquete-Kommission

Von 1992 bis September 1993 war Hackel stellvertretendes Mitglied der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland. Die Kommission unter dem Vorsitz von Rainer Eppelmann befasste sich mit Machtstrukturen, Recht und Justiz, Kirchen und Opposition in der DDR und legte 1994 ihren Bericht vor. Die Enquete-Online-Datenbank der Bundesstiftung zur Aufarbeitung führt Hackel unter ihren Mitwirkenden.

Fraktionslos

Für die Wahl 1994 nominierte die FDP Hackel nicht wieder. Daraufhin verließ er am 20.03.1994 die Fraktion und saß bis zum Ende der Wahlperiode als fraktionsloser Abgeordneter im Bundestag. Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern und starb im November 2007 mit 63 Jahren.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Hackel Lehrer, ohne Angaben zur Religion, verheiratet mit zwei Kindern. Sie verzeichnen das Listenmandat vom 20.12.1990 bis zum 10.11.1994 und führen ihn als FDP; den Austritt aus der Fraktion zeigen sie nicht.

Mandate im Überblick

Hackel zog 1990 über die Landesliste Sachsen-Anhalt der FDP in den Bundestag ein:

  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Sachsen-Anhalt, FDP-Fraktion, fraktionslos

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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