Schriftsetzer aus Württemberg, Chefredakteur in Dortmund, Reichstagsabgeordneter, acht Jahre im KZ Sachsenhausen, SPD-Fraktionschef im Landtag und Oberbürgermeister von Dortmund: Fritz Henßler, geboren am 12.04.1886 in Altensteig, vertrat von 1949 bis 1953 den Wahlkreis Dortmund I für die SPD im Bundestag. Er starb am 04.12.1953 in Witten.
Kurzprofil
- Geboren: 12. April 1886 in Altensteig
- Gestorben: 4. Dezember 1953
- Beruf: Schriftsetzer, Redakteur, Oberbürgermeister
- Partei: SPD
- Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: konfessionslos
Schriftsetzer
Henßler war das vierzehnte von fünfzehn Kindern eines Färbers. Er lernte Buchdrucker und Schriftsetzer, ging mit 20 Jahren auf Wanderschaft und kam 1908 nach Münster, ein Jahr später nach Dortmund. Im April 1911 trat er in die Redaktion der Dortmunder Arbeiter-Zeitung ein und übernahm bei Kriegsbeginn die Leitung. Am 01.05.1905 war er der SPD und dem Metallarbeiterverband beigetreten. 1927 heiratete er Ella Richter.
Weimar
1920 wurde Henßler Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Dortmund und bald des Bezirks Westliches Westfalen. Seit 1924 saß er in der Stadtverordnetenversammlung, 1925 wurde er als Nachfolger des tödlich verunglückten Ernst Mehlich Stadtverordnetenvorsteher und nahm dessen Kinder in seine Obhut. Von 1929 bis 1933 gehörte er dem Provinziallandtag an, ab 1930 dem Reichstag.
Sachsenhausen
1933 wurde Henßler für zehn Wochen in Schutzhaft genommen. Am 25.04.1936 verhaftete ihn die Gestapo; nach einem Jahr Untersuchungshaft in der Steinwache wurde er verurteilt und am 07.06.1937 ins KZ Sachsenhausen gebracht. Dort blieb er acht Jahre, bis er am 20.04.1945 auf den Todesmarsch geschickt wurde, schwer verletzt entkam und sich in Schwerin versteckte.
Oberbürgermeister
Im Juni 1945 kehrte Henßler nach Dortmund zurück, half beim Aufbau der Gewerkschaften und erhielt 1946 mit Heinrich Sträter und Paul Sattler die Lizenz für die Westfälische Rundschau. Ab 1946 saß er im Landtag und führte die SPD-Fraktion, von 1946 bis 1948 gehörte er dem Zonenbeirat an. Ab dem 29.10.1946 war er Oberbürgermeister von Dortmund.
Bundestag
1949 gewann Henßler den Wahlkreis Dortmund I mit 43,4 Prozent der Erststimmen. Am 16.07.1952 wurde er in die Gemeinsame Versammlung der Montanunion entsandt. Wegen der Folgen der KZ-Haft verzichtete er 1953 auf eine erneute Kandidatur und lehnte den zweiten Parteivorsitz neben Erich Ollenhauer ab. Am 23.11.1953 brach er auf einer Konferenz in Bochum zusammen; er starb im Dezember mit 67 Jahren in Witten. In Dortmund trägt das Fritz-Henßler-Berufskolleg seinen Namen.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Henßler Schriftsetzer, Redakteur und Oberbürgermeister, konfessionslos, ohne Familienangaben, und schreiben den Namen Henssler. Sie verzeichnen das Direktmandat vom 07.09.1949 bis zum 07.09.1953, ohne den Namen des Wahlkreises, und decken sich mit den übrigen Quellen.
Mandate im Überblick
Henßler gewann 1949 den Wahlkreis Dortmund I direkt:
- 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).