Köpfe: Dr. Karl Arnold

Geboren wurde Dr. Karl Arnold am 21.03.1901 in Herrlishöfen. Der Schuhmacher und Gewerkschafter war Politiker des Zentrums und der CDU, zweiter Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, erster Präsident des Bundesrates und zuletzt kurz Bundestagsabgeordneter. Sein erstes Bundestagsmandat für die CDU trat Arnold am 15.10.1957 an. Die amtlichen Abgeordnetendaten nennen als Beruf Ministerpräsident a. D., als Religion katholisch und als Familienstand verheiratet. Arnold starb am 29.06.1958 in Düsseldorf.

Kurzprofil

  • Geboren: 21. März 1901 in Herrlishöfen
  • Gestorben: 29. Juni 1958
  • Beruf: Ministerpräsident a. D.
  • Partei: Zentrum, ab 1945 CDU
  • Bundestag: 1957 bis 1958 (3. Wahlperiode), direkt gewählt
  • Landesämter: Oberbürgermeister von Düsseldorf 1946/47, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen 1947 bis 1956, Präsident des Bundesrates 1949/50
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet

Christlicher Gewerkschafter

Arnold stammte aus Herrlishöfen in Oberschwaben und lernte nach der Volksschule Schuhmacher. 1920 und 1921 besuchte er die Soziale Hochschule Leohaus in München, im Herbst 1921 ging er nach Düsseldorf zum Christlichen Lederarbeiter-Verband. Seit 1920 gehörte er dem Zentrum an und verstand sich zeitlebens als christlicher Sozialist. Von 1925 bis 1933 war er Düsseldorfer Stadtverordneter. In der NS-Zeit wurde er überwacht; ab 1934 war er Mitinhaber eines Installationsgeschäfts. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er im August verhaftet, mangels Beweisen aber bald freigelassen. Im Dezember 1945 gründete er mit Hans Böckler im Rheinland die Einheitsgewerkschaft mit.

Ministerpräsident und Bundesratspräsident

1946 wurde Arnold Oberbürgermeister von Düsseldorf. Nach der ersten Landtagswahl 1947 wählte ihn der Landtag als Nachfolger von Rudolf Amelunxen zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Er regierte anfangs mit einer Allparteienkoalition und förderte Mitbestimmung und Sozialpartnerschaft. Vom 07.09.1949 bis zum 06.09.1950 war er der erste Präsident des Bundesrates. Im Februar 1956 stürzten ihn SPD und FDP durch ein konstruktives Misstrauensvotum; Nachfolger wurde Fritz Steinhoff. Arnold gehörte nach dem Krieg auch zu den Lizenzträgern der Rheinischen Post.

Kurz im Bundestag

Bei der Bundestagswahl 1957 wurde Arnold direkt in den Bundestag gewählt. 1958 übernahm er als Nachfolger Jakob Kaisers den Vorsitz der CDU-Sozialausschüsse und trat als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 06.07.1958 an, um in Düsseldorf zurückzukehren. Dazu kam es nicht: Am frühen Morgen des 29.06.1958 erlitt er nach einer Wahlkundgebung einen Herzinfarkt. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Düsseldorfer Südfriedhof beigesetzt. Sein Sohn Gottfried Arnold vertrat Düsseldorf später 22 Jahre lang im Bundestag.

Wenige Monate in Bonn

Arnold zog nach dem Wahlsieg der Union vom 15.09.1957 ins Parlament ein, bei dem CDU und CSU mit 50,2 Prozent der Zweitstimmen die bislang einzige absolute Mehrheit der Bundesgeschichte errangen. Sein Mandat dauerte nur gut acht Monate. In diese Zeit fiel die heftige Debatte um eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr, gegen die im Frühjahr 1958 die Bewegung Kampf dem Atomtod Zehntausende auf die Straße brachte.

Mandate im Überblick

Beim Einzug in den Bundestag war er 56 Jahre alt, beim Ausscheiden 57. Das Mandat dauerte gut 8 Monate. Die Stammdaten halten fest:

  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 29.06.1958): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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