Jurist, Landesvorsitzender der Jungen Union, Bildungspolitiker, Staatssekretär in zwei Ministerien und Staatsminister bei Helmut Kohl: Anton Pfeifer, geboren am 21.03.1937 in Villingen im Schwarzwald, gehörte dem Bundestag von 1969 bis 2002 an.
Kurzprofil
- Geboren: 21. März 1937 in Villingen (Schwarzwald)
- Beruf: Staatsminister a. D.
- Partei: CDU
- Bundestag: 1969 bis 2002 (6. bis 14. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 2 Kinder
Tübingen
Nach dem Abitur 1956 in Stuttgart studierte Pfeifer Rechtswissenschaft in Tübingen und Bonn, 1957 führte er den RCDS in Tübingen. Laut Handbuch wurde er 1964 Gerichtsassessor in Reutlingen, dann in den Beratungsdienst des Landtags abgeordnet, und war von 1965 bis 1969 persönlicher Referent des Kultusministers. Die Stammdaten führen ihn als Staatsminister a. D., katholisch, verheiratet, zwei Kinder.
Junge Union
Der CDU gehört Pfeifer nach verfügbaren Angaben seit 1959 an. Von 1967 bis 1972 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Baden-Württemberg. Im Bundestag leitete er nach verfügbaren Angaben von 1972 bis 1982 die Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der Fraktion. Die erste Wortmeldung am 15. April 1970 war eine Frage nach Bundesmitteln für Schnellbaumaßnahmen im Hochschulbereich.
Staatssekretär
Am 4. Oktober 1982 berief ihn Helmut Kohl zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bildungsministerium, 1987 wechselte er ins Familienministerium. Von 1991 bis 1998 war er Staatsminister im Kanzleramt. Sein Mandat umfasste 2.066 Sitzungen; die Protokolle zählen 536 Reden mit 110.341 Wörtern, allein 244 in der 10. und 203 in der 11. Wahlperiode, meist Antworten in der Fragestunde.
Buchpreisbindung
Die letzte Rede hielt Pfeifer am 14. Juni 2002, 827 Wörter lang. Gut sei, dass es neben den Streitfragen auch Felder des Konsenses gebe; dazu gehöre, dass die Buchpreisbindung, die in Deutschland Tradition habe, Bestand haben solle. Feste Ladenpreise für Bücher seien eine Grundvoraussetzung für eine lebendige und vielseitige Literaturlandschaft.
Abstimmungen
An 938 von 940 namentlichen Abstimmungen nahm Pfeifer teil, 360-mal mit Ja, 567-mal mit Nein und elfmal mit Enthaltung. Nur sieben Stimmen wichen von der Union ab, vier davon in seiner letzten Wahlperiode. Am 20. Juni 1991 stimmte er für den Konsensantrag zu Berlin und Bonn, den die Mehrheit der Fraktion ablehnte.
Ehrenämter
2002 schied Pfeifer mit 65 Jahren aus dem Bundestag aus. Von 1989 bis 2009 war er nach verfügbaren Angaben stellvertretender Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, er leitete das Kuratorium des Internationalen Bundes. 1978 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz, 1998 den Verdienstorden Baden-Württembergs.
Mandate im Überblick
Pfeifer gewann von 1969 bis 1998 neunmal den Wahlkreis Reutlingen direkt:
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen, CDU/CSU-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).