Köpfe: Otto Pannenbecker

Postbeamter, Zentrumsmann seit der Kaiserzeit, von den Nationalsozialisten in den Ruhestand gezwungen, Fraktionschef der Föderalistischen Union und Oberbürgermeister seiner Heimatstadt: Otto Pannenbecker, geboren am 04.03.1879 in Oberhausen, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1953 an. Er starb am 19.05.1956 in Oberhausen.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1879 in Oberhausen
  • Gestorben: 19. Mai 1956
  • Beruf: Postrat i. R.
  • Partei: Zentrum
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch

Post

Pannenbecker war Postbeamter und leitete zuletzt das Postamt Ruhrort. Der Zentrumspartei gehörte er schon vor dem Ersten Weltkrieg an, vor 1933 saß er für sie in der Oberhausener Stadtverordnetenversammlung. Laut Handbuch wurde er 1939 als Postrat aus politischen Gründen in den Ruhestand versetzt. Nach dem Krieg übernahm er die Leitung des Postamts Oberhausen. Die Stammdaten führen ihn als Postrat im Ruhestand, katholisch.

Zentrum

Im ersten Bundestag gehörte Pannenbecker zur kleinen Zentrumsfraktion, die sich später mit der Bayernpartei zur Föderalistischen Union zusammenschloss. Er war zunächst ihr Parlamentarischer Geschäftsführer und wurde am 20. Februar 1952 Nachfolger von Helene Wessel als Fraktionsvorsitzender. Als gelernter Postmann war er bis Mai 1953 zudem stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für das Post- und Fernmeldewesen.

Beamte

Sein Mandat umfasste 282 Sitzungen, die Protokolle zählen 22 Reden mit 9.540 Wörtern. In der ersten am 25. November 1949, 336 Wörter lang, begrüßte er das Übergangsgesetz zum Beamtenrecht und bekannte sich zum Berufsbeamtentum und zum öffentlich-rechtlichen Treueverhältnis. Bundesinnenminister Gustav Heinemann hielt er am selben Tag entgegen, er wisse sehr wohl, dass eine Stadtvertretung wie die von Oberhausen andere Rechte habe als der Bundestag.

Richter

Die letzten Wortmeldungen am 28. Januar 1953 galten wieder dem öffentlichen Dienst. Die bisherigen Notmaßnahmen hätten nicht gereicht, die schlechte materielle Lage der Beamten zu beseitigen, neue müssten ab 1. Januar folgen. Mit Hinweis auf Artikel 98 des Grundgesetzes beantragte er eine Teilaufbesserung der Gehälter von Richtern und Staatsanwälten, ohne auf die generelle Regelung zu warten.

Oberbürgermeister

Von 1952 bis zu seinem Tod war Pannenbecker Oberbürgermeister von Oberhausen; im Zentrum führte er laut Handbuch auch den Kreis- und den Bezirksverband. 1954 erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik, zwei Jahre vor seinem Tod. Namentliche Abstimmungen des ersten Bundestages sind nur lückenhaft erfasst und werden hier nicht ausgewertet.

Familie

Nach verfügbaren Angaben war ein Sohn gleichen Namens, Otto Pannenbecker, beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Verteidiger tätig. 1953 schied der Vater mit 74 Jahren aus dem Bundestag aus. Er starb drei Jahre später im Amt des Oberbürgermeisters, mit 77 Jahren.

Mandate im Überblick

Pannenbecker kam 1949 über die Landesliste des Zentrums Nordrhein-Westfalen in den Bundestag:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Nordrhein-Westfalen, Fraktion der Zentrumspartei, Fraktion Föderalistische Union

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Georg Mayerhofer

Landmaschinenfabrikant, Kinobesitzer, Mitgründer der Bayernpartei und Kreistagsfraktionschef in Mühldorf: Georg Mayerhofer, geboren am 04.03.1894 in Freyung im Bayerischen Wald, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1953 an. Er starb am 17.12.1966 in Neumarkt-Sankt Veit.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1894 in Freyung
  • Gestorben: 17. Dezember 1966
  • Beruf: Maschinenfabrikant
  • Partei: FU
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), stets direkt gewählt

Neumarkt

1920 ließ sich Mayerhofer als Fabrikant landwirtschaftlicher Maschinen und Besitzer eines Filmtheaters in Neumarkt in Oberbayern nieder. Nach dem Krieg gründete er die Bayernpartei mit, nach dem Handbuch 1947 im Kreis Mühldorf, und wurde ihr Bezirksvorsitzender. Im Kreistag Mühldorf führte er die Fraktion der BP. 1949 stand er auch auf Platz 23 der Landesliste und gehörte im selben Jahr der ersten Bundesversammlung an.

Föderalistische Union

Im Bundestag schloss sich die Gruppe der Bayernpartei am 14. Dezember 1951 mit dem Zentrum zur Fraktion der Föderalistischen Union zusammen; deshalb führen ihn die Stammdaten als Abgeordneten der FU. Seine Mandatszeit umfasste die 282 Sitzungen der 1. Wahlperiode; 1953 kehrte er nicht in den Bundestag zurück.

Reden

Die Protokolle zählen fünf Reden mit nur 844 Wörtern, keinen Zwischenruf. In der ersten am 21. Juni 1950, 326 Wörter lang, begründete er als Interpellant, warum seine Fraktion die Interpellation der DP zu Watenstedt-Salzgitter mit unterschrieben habe: aus gesamtdeutschem Gemeinschaftsgeist und weil es in seiner Heimat einen ähnlichen Fall gebe. In der letzten am 11. September 1952, 240 Wörter lang, brachte er für die FU einen Antrag gegen die Erhöhung der Posttarife ein, um vor der verlangten Erhöhung der Postgebühren auf die Gefahren im Allgemeinen und für die Wirtschaft im Bundesgebiet hinzuweisen; er verwies dabei auf eine Beratung im Ausschuss für Post- und Fernmeldewesen einige Monate zuvor. Die übrigen drei Reden waren noch kürzer, zusammen umfassten sie weniger als 300 Wörter, also kaum mehr als eine einzelne seiner beiden längeren Reden.

Abstimmungen

An 124 von 134 erfassten namentlichen Abstimmungen nahm Mayerhofer teil, 53-mal mit Ja, 67-mal mit Nein und viermal mit Enthaltung. Elf rechnerische Abweichungen sind verzeichnet, etwa Nein-Stimmen am 16. Juli und 5. Dezember 1952 zu Anträgen der SPD und ein Ja am 2. Juni 1953 zur Ergänzung des Ersten Überleitungsgesetzes; wegen des Wechsels von der BP zur FU und der unsicheren Daten der 1. Wahlperiode sind sie wenig aussagekräftig.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Maschinenfabrikant, ohne Angaben zu Konfession und Familienstand, mit Geburtsort Freyung. Das Handbuch führt ihn als Landmaschinenfabrikanten und Besitzer eines Filmtheaters mit Wohnort Neumarkt-Sankt Veit, wo er nach der Biografie auch starb.

Mandate im Überblick

Mayerhofer gewann 1949 den Wahlkreis 196 Altötting mit 33,5 Prozent direkt für die Bayernpartei:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, Fraktion der Bayernpartei, Fraktion Föderalistische Union

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Thomas Kossendey

Verwaltungsjurist, Leiter eines Ministerbüros in Hannover und sieben Jahre Verteidigungsstaatssekretär: Thomas Kossendey, geboren am 04.03.1948 in Berlin, gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2013 für die CDU an.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1948 in Berlin
  • Beruf: Jurist, RegDir. a. D. Parl. Staatssekretär
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1987 bis 2013 (11. bis 17. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: römisch-katholisch, verheiratet, 1 Kind

Jurist

Nach dem Abitur 1967 leistete Kossendey Wehrdienst und studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster. 1979 legte er das zweite Staatsexamen ab und trat 1980 in die Verwaltung des Landes Niedersachsen ein, wo er zuletzt als Regierungsdirektor das Ministerbüro im Kultusministerium leitete.

Partei

1971 trat Kossendey in CDU und Junge Union ein. Von 1974 bis 1980 führte er den JU-Landesverband Oldenburg, von 1993 bis 2003 den CDU-Kreisverband Ammerland. Kossendey ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er lebt mit seiner Familie in der Gemeinde Edewecht.

Verteidigung

Seine erste Rede am 16. Oktober 1987 galt einem möglichen Einsatz der Bundesmarine im Mittelmeer; dem Kollegen Mechtersheimer hielt er vor, über Dinge gesprochen zu haben, die nicht auf der Tagesordnung standen. Von 1998 bis 2006 war er stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, ab 2006 leitete er die Deutsch-Türkische Parlamentariergruppe. Am 27. Oktober 2006 folgte er Friedbert Pflüger als Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, nachdem dieser als Oppositionsführer in die Berliner Landespolitik gewechselt war.

Reden

In der letzten Rede am 14. Juni 2013, 899 Wörter lang, sprach er über UNIFIL und nannte die Debatte schwierig, weil die Lage in Syrien alles überlagere; dem Kollegen Mützenich dankte er für nette Worte. An 1.094 von 1.117 namentlichen Abstimmungen nahm er teil, 496-mal mit Ja und 588-mal mit Nein. Nur neunmal wich er von seiner Fraktion ab.

Danach

2013 trat Kossendey nicht mehr an; am 17. Dezember 2013 verabschiedete ihn Thomas de Maizière in den Ruhestand. Von 2011 bis 2019 war er Präsident der Oldenburgischen Landschaft, seit 2020 führt er die Franz-Radziwill-Gesellschaft. Von 1999 bis 2013 war er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, deren Ehrenpräsident er seit 2013 ist.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Juristen, Regierungsdirektor a. D. und Parlamentarischen Staatssekretär, römisch-katholisch, verheiratet, ein Kind. Sie stimmen mit den übrigen Quellen überein.

Mandate im Überblick

Kossendey kam bis 2005 über die Landesliste Niedersachsen und gewann 2009 den Wahlkreis Oldenburg – Ammerland:

  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Direktmandat im Wahlkreis Oldenburg–Ammerland, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. Harald Koch

Neffe von Erich Koch-Weser, Wirtschaftsminister in Hessen und Arbeitsdirektor bei Hoesch: Harald Koch, geboren am 04.03.1907 in Bant, heute Wilhelmshaven, vertrat Offenbach von 1949 bis 1953 für die SPD im Bundestag. Er starb am 18.09.1992 in Dortmund.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1907 in Rüstringen (Wilhelmshaven)
  • Gestorben: 18. September 1992
  • Beruf: Rechtsanwalt
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch

Herkunft

Koch war der Sohn eines Rechtsanwalts; sein Onkel war der DDP-Minister Erich Koch-Weser. Nach dem Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Wilhelmshaven studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg, Berlin und Göttingen und machte das Referendariat in Oldenburg (Oldb). 1934 verließ er aus politischen Gründen den Staatsdienst, auch wegen einer jüdischen Großmutter. 1936 legte er in Leipzig das Diplom als Steuersachverständiger ab. Ab 1940 war er Prokurist und Syndikus der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg; das zivile Kriegsverdienstkreuz lehnte er 1942 ab.

Minister

Nach dem Krieg berief ihn Theodor Tantzen in Oldenburg zum Ministerialdirektor, 1946 zum Minister für Finanzen und Wirtschaft. Im ernannten Niedersächsischen Landtag leitete er den Verfassungsausschuss. Im Januar 1947 holte ihn Christian Stock auf Empfehlung Kurt Schumachers als Wirtschaftsminister nach Hessen. Er war für die Sozialisierung nach Artikel 41 der Landesverfassung zuständig; sein Gesetz über Sozialgemeinschaften fand keine Mehrheit.

Steuerpolitiker

Die Protokolle zählen 60 Reden mit 60.007 Wörtern. In der ersten am 24. Februar 1950 wollte er Weihnachtszuwendungen steuerfrei stellen. In der letzten am 10. Dezember 1952 hielt er den Regierungsparteien vor, ihnen sei bei ihren eigenen Steuervorlagen nicht wohl. Von den 130 namentlichen Abstimmungen der Wahlperiode wich er dreimal von der Fraktion ab: zweimal am 14. Juli 1950 mit Ja zu Änderungsanträgen zum Richterwahlgesetz und am 26. Februar 1953 mit Nein zu einem Antrag zum Vertriebenengesetz. Die Bundestagsdaten führen unter seinem Namen außerdem Abstimmungen aus der 17. Wahlperiode, die einem späteren Namensvetter gehören.

Hoesch

1953 wurde Koch auf Vorschlag des DGB Arbeitsdirektor der Hoesch Werke; an der Montanmitbestimmung hatte er mitgearbeitet. Nach der Fusion mit der Dortmund-Hörder Hüttenunion 1966 schied er 1968 aus dem Vorstand aus und wechselte in den Aufsichtsrat, dessen stellvertretender Vorsitzender er bis 1972 war. Von 1970 bis 1978 führte er die Gesellschaft zur Förderung der Sozialforschungsstelle Dortmund. Er leitete die Auslandsgesellschaft und die Vereinigung der deutsch-sowjetischen Gesellschaften und saß im Kuratorium der Deutsch-Israelischen Studiengruppen.

Familie

Koch war mit Elfi Koch verheiratet; das Paar hatte zwei Söhne. Er starb mit 85 Jahren in Dortmund-Lücklemberg.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen als Geburtsort Rüstringen, andere Quellen Bant; zur Familie machen sie keine Angaben. Die Ministerämter fehlen dort.

Mandate im Überblick

Koch gewann 1949 den Wahlkreis Offenbach am Main mit 37,2 Prozent der Erststimmen:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Karl Kisslinger

Lehrersohn, Dorfschullehrer im Bayerischen Wald und Realschuldirektor in Grafenau: Karl Kisslinger, geboren am 04.03.1926 in Altenkirchen bei Vilsbiburg, gehörte dem Bundestag von 1983 bis 1990 für die SPD an. Er starb am 22.12.2008.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1926 in Altenkirchen (Ldkrs. Vilsbiburg, Niederbayern)
  • Gestorben: 22. Dezember 2008
  • Beruf: Realschuldirektor a. D.
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1983 bis 1990 (10. bis 11. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: unverheiratet, 1 Kind

Krieg

Kisslinger stammte aus einer Lehrerfamilie. Am Humanistischen Gymnasium in Landshut legte er das Kriegsabitur ab. Von 1943 bis 1945 war er im Reichsarbeitsdienst und Soldat und geriet zuletzt in amerikanische Gefangenschaft.

Lehrer im Grenzland

Nach der Entlassung wurde er Lehrer. 1948 bestand er die Prüfung für Volksschulen, 1958 die für Mittelschulen. Er unterrichtete an der Volksschule in Mitterfirmiansreut nahe der tschechischen Grenze. Die Nachbargemeinde Philippsreut machte ihn 1965 zum Ehrenbürger. Von 1972 bis 1983 leitete er die Realschule in Grafenau. Er gehörte der GEW und der Arbeiterwohlfahrt an.

Partei

1956 trat Kisslinger in die SPD ein,. Er saß im Vorstand des Ortsvereins Schlag und des Kreisverbands Freyung-Grafenau, führte den Unterbezirk Deggendorf und war Kreisrat im Landkreis Freyung-Grafenau.

Agrarpolitiker

Im Bundestag gehörte Kisslinger in beiden Wahlperioden dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an, ab 1987 auch dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Plenarprotokolle verzeichnen 19 Reden mit 7.391 Wörtern, 15 davon in der zehnten Wahlperiode. In der ersten am 3. Mai 1984, 1.129 Wörter lang, stimmte er dem ersten Teil einer Vorlage zu und konzentrierte sich auf den zweiten.

Letzte Rede

Zuletzt sprach er am 31. Mai 1990 als letzter Redner des Tages, mit einem Scherz über die Kollegen, die nun bald nach Hause könnten. Dann nahm er sich den Agrarbericht vor, den Minister Ignaz Kiechle im Februar euphorisch vorgestellt habe. An allen 210 namentlichen Abstimmungen nahm er teil; er stimmte 49-mal mit Ja, 156-mal mit Nein, enthielt sich fünfmal und wich nur einmal von seiner Fraktion ab.

Zwei Wahlperioden

Kisslinger gehörte dem Bundestag in der zehnten und elften Wahlperiode an, insgesamt 492 Sitzungstage lang. Elf seiner Reden hielt er als eigenständige Beiträge, die übrigen in Debatten mit mehreren Rednern. Zwischenrufe verzeichnen die Protokolle von ihm keine. Nach dem Ende der elften Wahlperiode im Dezember 1990 schied er mit 64 Jahren aus dem Parlament aus. Er starb im Dezember 2008 im Alter von 82 Jahren.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Realschuldirektor a. D., unverheiratet, ein Kind, ohne Konfession. Die Schreibweise Kißlinger, die ebenfalls vorkommt, fehlt dort.

Mandate im Überblick

Kisslinger zog 1983 und 1987 über die bayerische Landesliste der SPD in den Bundestag ein:

  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Heinrich Draeger

Ein Ingenieur von der Saar, der mit der Rückgliederung seines Landes in den Bundestag kam: Heinrich Draeger, geboren am 04.03.1907 in Bilsdorf, gewann von 1957 bis 1972 viermal den Wahlkreis Saarbrücken-Land für die CDU. Er starb am 06.04.1991 in Völklingen.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1907 in Bilsdorf (Saar)
  • Gestorben: 6. April 1991
  • Beruf: Dipl.-Ingenieur, Dozent
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1957 bis 1972 (3. bis 6. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: katholisch, verwitwet, 2 Kinder

Maschinenbauer und Flugzeugbauer

Nach dem Abitur 1927 am humanistischen Gymnasium in Saarlouis studierte Draeger Maschinenbau in Karlsruhe und schloss 1932 als Diplom-Ingenieur ab. Er arbeitete in der Eisenverhüttung und später im Flugzeugbau, unter anderem bei den Junkers-Werken in Dessau. 1946 verließ er die sowjetische Besatzungszone und kehrte an die Saar zurück, wo er zunächst als selbstständiger Ingenieur arbeitete und in den fünfziger Jahren Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule Saarbrücken wurde.

Deutsche Front und Saarstatut

Zum 01.05.1933 trat Draeger der NSDAP bei. Vor der Saarabstimmung 1935 warb er für die Deutsche Front, die für den Anschluss an das Reich kämpfte. Nach dem Krieg stand das Saarland unter französischem Einfluss. Als 1955 die Parteien zugelassen wurden, die gegen das Europäische Saarstatut eintraten, schloss sich Draeger der CDU an und warb für die Ablehnung. Die Saarländer lehnten das Statut im Oktober 1955 mit großer Mehrheit ab, 1957 wurde das Land Teil der Bundesrepublik.

Wehrpolitik und Europarat

Im Bundestag vertrat Draeger den Wahlkreis Saarbrücken-Land. Vor der Wahl 1969 sorgte er mit drei Kollegen für Aufsehen, als sie in einem wehrpolitischen Programm für Kriegsdienstverweigerer eine Art Reichsarbeitsdienst für die Wehrunwilligen forderten, wie der Spiegel formulierte. Die Debatte über Wehrpflicht und Ersatzdienst war in jenen Jahren der Studentenbewegung besonders aufgeheizt. Von 1966 bis 1973 gehörte er der Beratenden Versammlung des Europarates an, bis 1970 als Ersatzmitglied.

Ehrungen und Familie

1972 erhielt Draeger das Große Verdienstkreuz, 1977 den Saarländischen Verdienstorden. Er gehörte den Verbindungen Normannia Karlsruhe und Carolus Magnus Saarbrücken im CV an. Die Stammdaten nennen ihn katholisch, verwitwet, Vater zweier Kinder, Diplom-Ingenieur und Dozent. Mit der Rückgliederung des Saarlandes am 01.01.1957 und der wirtschaftlichen Eingliederung im Juli 1959 wuchs der neue Wahlkreis rasch in die Bundesrepublik hinein; Kohle und Stahl, die Grundlagen der Region um Völklingen und Saarbrücken, gerieten aber schon in den sechziger Jahren in die Krise. Für einen Ingenieur mit Erfahrung in der Hüttenindustrie war das ein naheliegendes Arbeitsfeld.

Mandate im Überblick

Draegers erster Einzug fiel auf die erste Bundestagswahl, an der das Saarland teilnahm; danach verteidigte er den Wahlkreis dreimal direkt:

  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Hans Dirscherl

Ein Orthopädieschuhmacher, der im Reichstag und im Bundestag saß und die Handwerksordnung mit auf den Weg brachte: Hans Dirscherl, geboren am 04.03.1889 in Kößing, vertrat die FDP aus Bayern in der ersten Wahlperiode von 1949 bis 1953. Er starb am 16.04.1962 in Nürnberg.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1889 in Kössing
  • Gestorben: 16. April 1962
  • Beruf: Schuhmachermeister, Kaufmann
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch

Meister und Kammerpräsident

Dirscherl war katholisch und Orthopädieschuhmachermeister; die Stammdaten des Bundestages nennen ihn Schuhmachermeister und Kaufmann. Sie schreiben seinen Geburtsort Kössing, die meisten Darstellungen Kößing. Von 1945 bis 1955 war er Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg, und 1948 wurde er erster Vorsitzender des neu gegründeten Bayerischen Handwerkstages. Die Kammern hatten nach dem Krieg Rohstoffe zu verteilen, Lehrlinge unterzubringen und zerstörte Werkstätten wieder in Gang zu bringen.

Vom Mittelstand zur FDP

Schon in der Weimarer Republik war Dirscherl politisch aktiv. Von 1930 bis 1932 saß er im Reichstag für die Reichspartei des deutschen Mittelstandes, besser bekannt als Wirtschaftspartei. Sie vertrat Handwerker, Händler und Hausbesitzer, verlor aber in der Krise ihre Wähler weitgehend an die NSDAP. Nach dem Krieg wählte Dirscherl 1949 die FDP als neue Heimat. Von 1947 bis 1955 saß er als Vertreter des Handwerks im Bayerischen Senat, der berufsständischen zweiten Kammer, die es bis zu ihrer Abschaffung 1999 gab.

Väter der Handwerksordnung

Im ersten Bundestag widmete er sich vor allem dem Handwerksrecht. Zusammen mit Richard Stücklen von der CSU gilt er als einer der Väter der Handwerksordnung von 1953, die den großen Befähigungsnachweis wieder einführte: Wer einen Betrieb führen und Lehrlinge ausbilden wollte, brauchte den Meisterbrief. Der bayerische Wirtschaftsminister Hanns Seidel lobte auf der Jahresversammlung des Bayerischen Handwerkstages in Passau, damit sei die von den amerikanischen Besatzern verordnete schrankenlose Gewerbefreiheit für das Handwerk beendet. Die Amerikaner hatten in ihrer Zone die Gewerbefreiheit eingeführt, was viele Meister als Bedrohung empfanden.

Bilanz

1953 kehrte Dirscherl nicht in den Bundestag zurück, blieb aber bis 1955 Kammerpräsident und Senator. Angaben zur Familie verzeichnen die Stammdaten nicht. Die Meisterpflicht, an der er mitwirkte, blieb jahrzehntelang Kern des deutschen Handwerksrechts und wurde erst 2004 für viele Gewerke gelockert. Dirscherl erlebte als Politiker drei Staatsformen: das Kaiserreich, in dem er sein Handwerk lernte, die Weimarer Republik mit ihren Splitterparteien und die junge Bundesrepublik, in der er als über Sechzigjähriger noch einmal ein Mandat übernahm. Seine Stimme im ersten Bundestag gehörte zu einer kleinen Gruppe von Handwerksvertretern, die über Parteigrenzen hinweg eng zusammenarbeiteten. Nürnberg, wo er lebte und starb, war mit seinen vielen Kleinbetrieben eine Hochburg des fränkischen Handwerks.

Mandate im Überblick

Dirscherl gehörte dem ersten Bundestag eine volle Wahlperiode an, gewählt über die bayerische Landesliste der Freien Demokraten:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Bayern, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. h. c. Edelgard Bulmahn

Dr. h. c. Edelgard Bulmahn wurde am 04.03.1951 in Petershagen (Westfalen) geboren. Die Lehrerin aus Hannover gewann achtmal den Wahlkreis Hannover II, war Bundesministerin für Bildung und Forschung und zuletzt Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Am 18.02.1987 zog Bulmahn als Abgeordnete für die SPD in den Bundestag ein. Laut Bundestagsverwaltung ist Bulmahn von Beruf Vizepräsidentin DBT a. D., Studienrätin; als Familienstand ist verheiratet vermerkt.

Kurzprofil

  • Geboren: 4. März 1951 in Petershagen (Westfalen)
  • Beruf: Vizepräsidentin DBT a. D., Studienrätin
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1987 bis 2017 (11. bis 18. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Ämter: Bundesministerin für Bildung und Forschung 1998 bis 2005, Vizepräsidentin des Bundestages 2013 bis 2017
  • Religion/Familie: verheiratet

Binnenschifferstochter und Studienrätin

Bulmahn ist die Tochter eines Binnenschiffers und einer Friseurin aus Petershagen an der Weser. Nach acht Jahren Volksschule wechselte sie auf das Aufbaugymnasium und machte 1972 Abitur. Ein Jahr verbrachte sie im Kibbuz Bror Chail in Israel, dann studierte sie in Hannover Politikwissenschaft und Anglistik für das Lehramt. Nach den Staatsexamen 1978 und 1980 unterrichtete sie an der Lutherschule in Hannover. Seit 1979 ist sie mit dem Landschaftsarchitekten Joachim Wolschke-Bulmahn verheiratet.

Abgeordnete aus Linden

1969 trat Bulmahn der SPD bei, von 1981 bis 1986 saß sie im Bezirksrat Linden-Limmer. 1987 gewann sie den Wahlkreis Hannover II und verteidigte ihn bis 2013 bei jeder Wahl, 2005 mit 54,3 Prozent. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission zur Technikfolgenabschätzung, leitete 1995/1996 den Bildungs- und Forschungsausschuss und war danach bildungspolitische Sprecherin. Von 1998 bis 2003 führte sie die niedersächsische SPD, von 2001 bis 2011 gehörte sie dem Parteipräsidium an.

Bildungsministerin

Am 27.10.1998 berief Gerhard Schröder sie zur Bundesministerin für Bildung und Forschung. In ihre Amtszeit fielen die Reform des BAföG, das Ganztagsschulprogramm, mit dem der Bund nach dem PISA-Schock Milliarden in den Ausbau von Ganztagsschulen gab, die Einführung der Juniorprofessur, die Umstellung der Studiengänge im Bologna-Prozess und die Exzellenzinitiative für die Hochschulen.

Wirtschaftsausschuss und Präsidium

Von 2005 bis 2009 leitete Bulmahn den Ausschuss für Wirtschaft und Technologie, danach saß sie im Auswärtigen Ausschuss. Am 22.10.2013 wählte sie der Bundestag zu einer seiner Vizepräsidentinnen. 2017 trat sie wie angekündigt nicht wieder an und schied nach dreißig Jahren aus dem Parlament aus. Sie trägt die Ehrendoktorwürde.

Mandate im Überblick

Sie zog mit 35 Jahren ins Parlament ein und verließ es mit 66. Alle Mandatszeiten zusammengenommen, saß sie in 8 Wahlperioden rund 31 Jahre im Bundestag. Nach Wahlperioden aufgeschlüsselt:

  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
  • 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
  • 16. Wahlperiode (18.10.2005 bis 27.10.2009): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
  • 17. Wahlperiode (27.10.2009 bis 22.10.2013): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion
  • 18. Wahlperiode (22.10.2013 bis 24.10.2017): Direktmandat im Wahlkreis Stadt Hannover II, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Rino Momoi

Rino Momoi (japanisch ももい理乃) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 4. März 1993 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Laut Profil ist sie seit 2013 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 153 Zentimetern und Körbchengröße K, die Oberweite misst 102, die Taille 65 und die Hüfte 86 Zentimeter. Laut Profil gehören Musikhören, Chinesisch und Volleyball zu ihren Hobbys und Fähigkeiten.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Hasumi

Hasumi (japanisch 蓮美) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Osaka. Laut ihrem Profil wurde sie am 4. März 1988 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht. In einer früheren Fassung dieses Beitrags stand der 3. April 1988, vermutlich ein Zahlendreher.

Im September 2008 debütierte sie als Exklusivdarstellerin von Pureness Planet, später nannte sie sich Sakura. Eine gleichnamige Darstellerin ist eine andere Person.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 165 Zentimetern und Körbchengröße D, die Oberweite misst 86, die Taille 58 und die Hüfte 86 Zentimeter. Als Hobby nennt sie Musik hören, als Besonderheit ihre Gelenkigkeit.

Stand: 17.10.2026