Prof. Dr. Josef Bugl erblickte am 24.12.1932 in Weiden in der Oberpfalz das Licht der Welt. Der Atomforscher aus Weiden arbeitete für Euratom in Ohio und Petten und für BBC in Mannheim, leitete im Bundestag die Enquete zur Technikfolgenabschätzung und lehrte in Chemnitz. Am 04.11.1980 wurde Bugl Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die CDU. In den Stammdaten des Bundestages ist als Beruf Physikochemiker eingetragen, außerdem als Konfession katholisch und als Familienstand verheiratet, 2 Kinder. Am 20.09.2023 starb Bugl in Mannheim.
Kurzprofil
- Geboren: 24. Dezember 1932 in Weiden (Oberpfalz)
- Gestorben: 20. September 2023
- Beruf: Physikochemiker
- Partei: CDU
- Bundestag: 1980 bis 1987 (9. bis 10. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 2 Kinder
Physikochemiker in Europa und Amerika
Bugl kam in Weiden in der Oberpfalz zur Welt und studierte Chemie, Physik und Mineralogie an der Universität Innsbruck. Als promovierter Atomforscher arbeitete er für die Europäische Atomgemeinschaft von 1960 bis 1965 als Gastwissenschaftler an der Ohio State University, danach als Institutsleiter am europäischen Kernforschungszentrum in Petten an der nordholländischen Küste, wo die Gemeinsame Forschungsstelle einen Hochflussreaktor betreibt. 1972 ging er zum Schweizer Elektrokonzern Brown, Boveri & Cie, einem Hersteller von Turbinen, Generatoren und Kraftwerkstechnik, nach Mannheim und wurde Prokurist.
Landtag in Stuttgart
1975 trat Bugl der CDU bei, schon 1976 gewann er den Landtagswahlkreis Mannheim I und war bei seiner ersten Kandidatur erfolgreich. Bis 1980 war er bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. In diese Jahre unter Ministerpräsident Hans Filbinger fiel die Reform der gymnasialen Oberstufe mit Grund- und Leistungskursen.
Technikfolgen
Von 1980 bis 1987 saß Bugl über die baden-württembergische Landesliste im Bundestag und gehörte dem Fraktionsvorstand an. Er leitete die Enquete-Kommission zur Technikfolgenabschätzung, die Vorschläge machte, wie das Parlament die Chancen und Risiken neuer Technologien wie Mikroelektronik, Gentechnik und Kernenergie beurteilen könne; daraus ging später das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag hervor. 1987 erhielt er nur einen hinteren Listenplatz und unterlag im Wahlkreis Mannheim I dem Sozialdemokraten Werner Nagel.
Professor in Chemnitz
Bugl kehrte danach zu BBC nach Mannheim zurück. 1990 wurde er Professor für Forschungs-, Technologie- und Innovationsmanagement an der Technischen Universität Chemnitz, das bis zu diesem Jahr Karl-Marx-Stadt hieß, und gründete die Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart mit. Bugl war katholisch und verheiratet und hatte zwei Kinder. Er starb am 20.09.2023 mit 90 Jahren in seiner Wahlheimat Mannheim.
Mandate im Überblick
Mit 47 Jahren kam er erstmals ins Parlament, mit 54 schied er aus; insgesamt umfasste seine Abgeordnetenzeit rund 6 Jahre, verteilt auf 2 Wahlperioden. Die Stammdaten listen die Mandate so auf:
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).