Für die Olympischen Spiele 1972 in München hatte die Bundeswehr Hilfsdienste angekündigt und dafür einen Verbindungsstab zum Organisationskomitee gebildet. Abgeordnete fragten, was genau sie leisten werde und wie das organisiert sei (Kleine Anfrage, Drucksache 6/853). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Willi Berkhan, gab die Antwort (Drucksache 6/924) am 8. Juni 1970.
Die Ausgangslage
Laut den Fragestellern hatte die Bundeswehr einen Verbindungsstab des Wehrbereichskommandos VI zum Organisationskomitee geschaffen, dem zwei Offiziere und ein Beamter angehörten. Sie wollten wissen, welche Hilfsdienste die Bundeswehr im Einzelnen leisten werde, ob ein eigener Arbeitsstab gebildet werde und mit welchen Planstellen, Mitteln und Befugnissen er ausgestattet sei.
Die Antwort
Bis Juni 1970 waren laut Antwort 15 Hilfeleistungen zugesagt, ausgerichtet an den militärischen Möglichkeiten und den Wünschen des Organisationskomitees:
- Fernmelder: Fernmeldegerät und -personal für die Wettbewerbe, wofür nach dem Gesetz über Fernmeldeanlagen noch die Zustimmung der Bundespost nötig sei.
- Sportstätten: Sportplätze und -hallen der Bundeswehr als Trainingsstätten für Nationalmannschaften.
- Segeln: Fahrzeuge, Personal und Gerät der Marine für die Segelwettbewerbe und die Sternfahrt der Segelschulschiffe in Lübeck und Kiel.
- Reiten: Gelände und Hallen für die Reitwettbewerbe. Die Olympia-Baugesellschaft baue die Hallen zu Pferdeställen um und danach wieder zurück.
- Streckenposten: Personal für Radfahren, Gehen und Marathon, für Hindernisdienste und den Modernen Fünfkampf.
- Jugendlager: Gelände, Verpflegung, Feldkochgerät und Feldköche für das Olympische Jugendlager.
- Hubschrauber: für Sanitäts- und Seenotrettungsdienst sowie für das Deutsche Olympia Zentrum Radio Television in München und Kiel.
- Schießanlage: Gelände auf dem Standortübungsplatz München-Freimann für die Olympia-Schießanlage.
- Unterkünfte: Kasernen für Techniker, Ärzte und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes sowie Unterkunft für 2000 Mann der bayerischen Bereitschaftspolizei.
- Weitere Hilfen: Mitbenutzung von Bundeswehrflugplätzen durch zivile Fluggesellschaften, Leihmobiliar für das Olympische Dorf und andere Unterkünfte, Gelände für Parkplätze und eine Behelfsbrücke über den Mittleren Ring.
- Datenkontrolle: 25 Soldaten prüften ab 20. Mai 1970 für etwa vier Wochen im Auftrag der Olympia-Baugesellschaft an der Universität Stuttgart Daten des maschinellen Berichtswesens.
- Bald dazu: Sprachmittler, Musikkorps für Protokoll und Zeremoniell sowie Personal für die Proben der Eröffnungs- und Schlussfeier.
- Organisation: Im Ministerium bestehe seit 1. April 1970 das „Sonderreferat Olympische Spiele 1972“, direkt der Leitung unterstellt. Ein Arbeitsstab aus Wehrbereichskommando VI und Wehrbereichsverwaltung VI in München werde in Kürze gebildet.
- Kosten: Zusätzliche Planstellen und Mittel seien nicht nötig, weil die Hilfen mit wenigen Ausnahmen ohne Kostenersatz erfolgen sollten, sofern der Finanzminister zustimme.
Hintergrund
Die Spiele der XX. Olympiade fanden vom 26. August bis 11. September 1972 in München statt, die Segelwettbewerbe im neu gebauten Olympiazentrum Kiel-Schilksee (Wikipedia: Olympische Sommerspiele 1972).
Quellen
- Kleine Anfrage, Drucksache 6/853 vom 27.05.1970
- Antwort der Bundesregierung, Drucksache 6/924 vom 08.06.1970
- Wikipedia: Olympische Sommerspiele 1972
Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.
Stand: 23.10.2026
