Die Allerheiligenflut von 1170 richtete am 1. und 2. November 1170 schwere Verwüstungen entlang der Küsten der Niederlande und Ostfrieslands an. Diese Flut zählt zu den bedeutendsten Sturmfluten der Nordsee, die historisch überliefert sind.
Naturkatastrophe: Antoniflut
Die Antoniflut, auch als Eisflut bezeichnet, traf am 16. Januar 1511 die Küstenregionen Ostfrieslands und Oldenburgs. Benannt nach dem Antonitag am 17. Januar, verursachte diese schwere Sturmflut zusammen mit starkem Eisgang erhebliche Zerstörungen. Sie reihte sich in die Folge der verheerenden Sturmfluten der Jahre 1509 und 1510 ein und richtete vor allem in Rüstringen und Butjadingen massive Schäden an den Deichen an.
Die Unmöglichkeit, zahlreiche Deiche zu reparieren, führte zur Aufgabe mehrerer Dörfer und Kirchspiele, bekannt als Ausdeichung. Besonders betroffen waren am Jadebusen nahe Sande die Kirchspiele Oldebrügge, Bordum, Bant, Ahm, Ellens, Seediek sowie die Johanniterkomturei Havermonniken, ergänzend zu den schon im 15. Jahrhundert aufgegebenen Kirchspielen.
Die Gebietsverluste im Dollart, im Jadebusen und im Bereich zwischen Jade und Weser waren erheblich. Arngast verwandelte sich in eine Insel im Jadebusen. Sowohl der Dollart als auch der Jadebusen erreichten ihre größte Ausdehnung, wobei ein Durchbruch zwischen Jade und Weser entstand.
Hier finden Sie eine Liste mit Sturmfluten an der Nordsee.
Naturkatastrophe: Die erste Marcellusflut
Die erste Marcellusflut, auch bekannt als Grote Mandrenke, war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der europäischen Geschichte.
Naturkatastrophe: Die zweite Marcellusflut
Naturkatastrophe: Neujahrsflut 1855
Die Neujahrsflut von 1855 war eine verheerende Sturmflut an der deutschen Nordseeküste, die insbesondere die Unterelbe und ihre Nebenflüsse traf. Trotz Ebbe im Tidenkalender führte wechselnder Wind am 1. Januar zu extremen Wasserständen, die Deichbrüche und Überschwemmungen in Gebieten wie den Ostfriesischen Inseln, dem Alten Land, Wilhelmsburg, den Vier- und Marschlanden und der Winsener Elbmarsch verursachten.
Besonders betroffen war die Insel Wangerooge, wo fast das gesamte Dorf zerstört und die Insel in drei Teile geteilt wurde, es gab zahlreiche Tote. Auch Norderney verlor große Teile seiner schützenden Dünen. In Hamburg kam es zu zahlreichen Deichbrüchen, Überschwemmungen im Stadtzentrum und auf Wilhelmsburg, wobei vier Menschen starben.
Entlang der Unterelbe führten Deichbrüche zu umfassenden Schäden und Todesfällen, besonders in Orten wie Fahrenholz und Tönnhausen. Durch den Deichbruch bei Artlenburg und weitere Deichbrüche in der Ilmenauer Marsch waren viele Orte stark in Mitleidenschaft gezogen.
Die Sturmflut endete am 2. Januar 1855. Einsetzender Dauerfrost ließ das Wasser gefrieren, was die Hilfsmaßahmen erschwerte und dann im März, bei einsetzendem Tauwetter und erneutem Sturm, zu schweren Eisgangschäden führte.
Hier sind mehr Sturmfluten an der Nordsee.
Symbolbild: Dall-E 3.
Naturkatastrophe: Die Neujahrsflut 1721
Die Neujahrsflut 1721, die vom 31. Dezember 1720 bis zum 1. Januar 1721 wütete, verursachte an der Nordseeküste massive Zerstörungen. Diese Flut, höher als die Weihnachtsflut von 1717, brach viele provisorisch reparierte Deiche. Ihr weniger heftiger, aber länger anhaltender Sturm führte zu weitreichenden Schäden.
Naturkatastrophe: Dollart Flut von 1277
Die Dollart-Flut ereignete sich der Überlieferung nach im Gebiet der Emsmündung am 25. Dezember 1277. Sie soll den heutigen Dollart geformt haben.
Meyers großes Konversationslexikon von 1906 schreibt:
Meerbusen oberhalb der Mündung der Ems in die Nordsee, zwischen der preußischen Provinz Hannover (Regbez. Aurich) und der niederländischen Provinz Groningen, 13 km lang und 12 km breit, entstand am Christtag 1277 durch Eisflut der Ems und 1287 durch Meereseinbruch in das tiefer als der Meeresspiegel gelegene Land. Auf dem verschwundenen Strich Landes sollen an 50 Ortschaften, darunter die Stadt Torum und zwei Marktflecken, gestanden haben. Eine andre Sturmflut richtete 1362 abermals Verheerungen an. Einige Inseln, darunter Nessa (Nesserland, mit der Nesserkirche), sind die einzigen Überreste der Uferlandschaften. Jetzt ist der D. durch Eindeichungen, besonders auf der flachen ostfriesischen Seite, eingeengt.
Wie groß der Einfluss der Flut von 1277 ist, ist aber inzwischen umstritten, der Dollart in seiner heutigen Form ist eher durch viele Einzelereignisse entstanden.
Hier sind weitere Sturmfluten an der Nordsee.
Bild: Midjourney AI
Naturkatastrophe: Weihnachtsflut 1717
In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717 traf eine massive Sturmflut, verursacht durch eine starke Nordwestwindlage zusammen mit einer Springflut auf die Küstenregionen zusammen. Diese Kombination, gepaart mit unzureichenden Deichanlagen, die damals weder ausreichend instand gehalten noch für solch extreme Naturereignisse ausgelegt waren, führte zu einer der schlimmsten Naturkatastrophen in der europäischen Geschichte.
Naturkatastrophe: Die Luciaflut von 1287
Die St.-Lucia-Flut, auch bekannt als Luciaflut und in den Niederlanden Sint-Luciavloed, war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der europäischen Geschichte. Sie ereignete sich am 13. und 14. Dezember 1287, dem St.-Lucia-Tag und dem darauffolgenden Tag.
Naturkatastrophe: Sturmflut von Jütland im zweiten Jahrhundert vor Christus
Zwischen 120 v. Chr. und 115 v. Chr. soll es vor Jütland und dem Marschgürtel vor der schleswig-holsteinischen Westküste zu einer oder mehreren großen Sturmfluten gekommen sein, in deren Folge Ambronen, Teutonen und auch wieder – wie nach der großen cimbrischen Flut – auch wieder Kimbern die Küstenregionen Richtung Süden verlassen haben.
Hier finden Sie eine Übersicht weiterer Sturmfluten an der Nordsee.
Bild: Midjourney AI










