Was ist die Satura Lanx?

Satura Lanx nennt sich eine Kunstbewegung aus Graz, die sich gegen den kommerziellen Kunstbetrieb stellt. Ihre Ideen veröffentlichte sie im April 2025 erstmals in einer gleichnamigen Zeitschrift für Kunst und Zeitkritik. Ziel ist, Literatur, bildende Kunst und Musik in einer gemeinsamen Strömung zusammenzubringen.

Der Name ist lateinisch und meint eine gut gefüllte Schüssel; vom selben Ausdruck leitet sich das Wort Satire ab. Die Bewegung nutzt eine Obstschale als Zeichen: Die unterschiedlichen Früchte stehen für die Vielfalt der Künste, die Schale für das, was sie zusammenhält. In ihrem Leitbild wendet sie sich gegen Massenunterhaltung und Massenmedien. Als Vorbilder nennt sie unter anderem Romantik, Sturm und Drang, den Ästhetizismus und das Prinzip „L’art pour l’art“.

Im Mai 2025 gründete Florian Jan aus einem losen Kreis von Schriftstellern den Kunstverein Satura Lanx. Er veranstaltet Lesungen, Konzerte und Ausstellungen, wirkt an der Zeitschrift mit und will Kunstschaffende in ganz Österreich miteinander vernetzen.

Mehr dazu: Website der Satura Lanx

Stand: 16.10.2026

Der #TwitterLiteraturkanon

BuzzFeed hat mal wieder einen Volltreffer gelandet:

Wie viele Bücher der 100 wichtigsten Bücher der Weltliteratur hast Du gelesen?

wird gefragt und jede und jeder twittert darüber, da man natürlich zeigen will, wie belesen und gebildet man ist.

Nun ja, ich kam auf 60, was aber eher darauf zurückzuführen ist, dass die Auswahl sehr Europa-, Schullektür- und Unterhaltungslastig ist. Andreas Blom hatte daher die geniale Idee, dass jeder drei Bücher für den #TwitterLiteraturkanon vorschlagen kann.

Er macht gleich den Anfang mit:

  1. Buddenbrooks
  2. Der Prozess
  3. Per Anhalter durch die Galaxis

Es folgt Larissa Schwarz mit

  1. Klaus Manns Mephisto
  2. Walter Moers‘ Zamonien-Reihe (mindestens die Stadt der träumenden Bücher)
  3. Christopher Moores Bibel nach Biff

Ich selbst steuere

  1. Faust (Goethe)
  2. Ulysses (Joyce)
  3. Die Korrekturen (Franzen)

bei.

Also, mitmachen – und in einigen Tagen werde ich die Gesamtliste hier dokumentieren.

Gregor Samsa

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Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.

Der erste Satz aus „Die Verwandlung“ von Franz Kafka.

Bonn in der Literatur – Schwerpunkt Bonner Republik

Ein halbes Jahrhundert lang saß in Bonn die Bundesregierung, und das hat in der Literatur Spuren hinterlassen. Dieser zweite Teil stellt die Bücher vor, die von 1949 bis 2013 erschienen sind: Romane über die Bonner Republik, Spionage im Regierungsviertel, einen Kurfürsten-Krimi und die Bonn-Krimis, die ich vor gut zehn Jahren zusammengetragen habe. Teil 1 reicht zurück in die Zeit vor der Hauptstadt, Teil 3 sammelt die Bonn-Bücher seit 2013.

Die Bonner Republik im Roman

Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus (1953)

Der Klassiker schlechthin. Der Bundestagsabgeordnete Felix Keetenheuve, früher Journalist und während der NS-Zeit im englischen Exil, verliert sich in zwei Tagen Bonner Politikbetrieb. Der Titel meint beides: das schwüle Klima im Rheintal und die abgeschlossene Welt der Berufspolitik.

Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns (1963)

Der Clown Hans Schnier sitzt in seiner Bonner Wohnung und telefoniert seine Familie und Bekannte ab. Die Handlung dauert nur wenige Stunden und endet mit Schnier, der auf den Stufen des Bonner Bahnhofs Gitarre spielt.

Heinrich Böll: Frauen vor Flußlandschaft (1985)

Bölls letzter Roman erschien einen Monat nach seinem Tod. Er spielt an zwei Tagen im Jahr 1984 in einem Villenviertel am Rhein zwischen Bonn und Bad Godesberg. Böll wollte Bonn darin „geistig-politisch als Gesamtphänomen“ zeigen.

John le Carré: Eine kleine Stadt in Deutschland (1968)

Die „kleine Stadt“ ist Bonn, Hauptschauplatz die britische Botschaft. Alan Turner kommt aus London, um einen verschwundenen Botschaftsmitarbeiter und verschwundene Akten zu suchen. Le Carré kannte das Milieu: Er arbeitete Anfang der 1960er-Jahre rund drei Jahre als Zweiter Sekretär an der Botschaft in Bonn, tatsächlich für den MI6.

John le Carré: Die Libelle (1983)

Hier ist Bonn nur der Auftakt, aber ein starker: Der Roman beginnt mit einem Bombenanschlag auf das Haus des israelischen Arbeitsattachés in Bad Godesberg. Danach spielt die Geschichte an anderen Orten.

Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg (1966)

Ein Geheimtipp mit Bonn in der Hauptrolle. McCorkle betreibt mit seinem Partner Padillo die Bar „Mac’s Place“ in Bad Godesberg, bevor es zu einem Gefangenenaustausch nach Berlin geht. Das Original „The Cold War Swap“ gewann 1967 den Edgar Award für das beste Debüt. Auf Deutsch hieß es zuerst „Der Einweg-Mensch“, der heutige Titel stammt von der Ausgabe des Alexander Verlags von 2007.

Vom Kurfürstenhof bis zum Schulhof

Tilman Röhrig: Der Sonnenfürst (2011)

Ein historischer Roman um Kurfürst Clemens August, der seine Hauptresidenz in Bonn hatte. Im Jahr 1733 wird die Gänsemagd Margaretha bei Brühl Zeugin eines tödlichen Duells, kommt an den Bonner Hof und gerät in dessen Intrigen. 2023 erschien der Roman neu als „Der Sonnenfürst von Köln“.

Juli Zeh: Spieltrieb* (2004)

Das Ernst-Bloch-Gymnasium, eine erfundene Privatschule in einem feinen Bonner Viertel, ist der Schauplatz. Die hochbegabte 14-jährige Ada und ihr älterer Mitschüler Alev verführen ihren Sportlehrer und erpressen ihn mit heimlich gemachten Fotos. Das „Spiel“ endet in Gewalt und vor Gericht.

Aus meiner alten Liste gestrichen habe ich Frank Schätzings „Lautlos“. Der Thriller spielt beim G8-Gipfel 1999 in Köln, Bonn kommt praktisch nur im Namen des Flughafens vor.

Bonn-Krimis und Bönnsch

Wolfgang Kaes: Todfreunde* (2004)

Das Debüt des langjährigen Redakteurs und Chefreporters beim Bonner General-Anzeiger und der erste Fall für Kriminalhauptkommissar Jo Morian. Schauplätze sind unter anderem Bad Godesberg, das Siebengebirge und das Rheintal. Seit 2021 gibt es den Roman auch als E-Book.

Nadine Buranaseda: Seelengrab* (2010)

Kriminalhauptkommissar Lutz Hirschfeld ist gerade von Berlin nach Bonn gewechselt, als am Rheinufer die erste Leiche gefunden wird. Mit seinem Partner Peter Kirchhoff jagt er einen Serientäter, der junge Frauen tötet.

Bonner Kriminalgeschichten

Daneben gibt es Dutzende kleine Bonn-Krimis aus Lokalverlagen, oft mit Stadtteil im Titel: „Der fiese Möpp von Muffendorf“, „Gewitter über Poppelsdorf“, „Das Waschweib. Eine Beueler Kriminalgeschichte“ oder „Schüsse am Rodderberg. Mord in Mehlem“. Viele davon, auch die Bonn-Krimis von Peter Assion, gibt es nur noch gebraucht.

Bönnsch

Wer die Bonner Mundart lernen will, findet Redensarten in „Bönnsch Jebubbels“, ein Wörterbuch in „Von aach bes zwöllef“ und mit „Em Pöttche“ eine Geschichte auf Bönnsch-Platt mit hochdeutscher Übertragung.

Weiter geht es in Teil 3 mit den Bonn-Büchern, die nach 2013 erschienen sind. Ältere Literatur rund um Bonn gibt es hier.

Quellen

Transparenzhinweis: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen über Amazon. Der Beitrag wurde am 19. Oktober 2026 umfassend überarbeitet.

Buch des Tages – 20. Oktober 2011

Hier geht es zum Buch des Tages für den 20. Oktober.

Buch des Tages – 19. Oktober 2011

Diese Seite ist umgezogen: Buch des Tages am 19. Oktober.

Deutsche Kulturwoche in Israel 1971: Drei von 26 Veranstaltungen gestört

Ende 1971 fand in Israel eine Deutsche Kulturwoche statt, an der auch der Schriftsteller Günter Grass teilnahm. Abgeordnete zweifelten an der Vorbereitung und fragten nach der Rolle von Grass (Kleine Anfrage, Drucksache 6/2882). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Auswärtigen gab die Antwort (Drucksache 6/2980) am 21. Dezember 1971.

Weiterlesen „Deutsche Kulturwoche in Israel 1971: Drei von 26 Veranstaltungen gestört“

Köpfe: Sabine Lehmbeck

Sabine Lehmbeck ist eine deutsche Kommunalpolitikerin der SPD und Romanautorin aus dem Landkreis Harburg. Sie wurde 1969 geboren; ein genauer Geburtstag ist nicht veröffentlicht, deshalb trägt dieser Beitrag ersatzweise das Datum 1. Januar 1969. Als Geburtsort wird nach verfügbaren Angaben Buchholz in der Nordheide genannt.

Lehmbeck lebt mit ihrer Familie auf dem Obsthof der Familie in Hoopte, einem Ortsteil von Winsen an der Luhe an der Elbe. Seit 2016 gehört sie dem Rat der Stadt Winsen an. Laut Kreiszeitung Wochenblatt saß sie zudem rund zehn Jahre für die SPD im Kreistag des Landkreises Harburg.

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2022 trat sie nach verfügbaren Angaben im Wahlkreis Winsen an und unterlag dem CDU-Kandidaten; auch ihr Listenplatz reichte zunächst nicht für ein Mandat. Nach den Stichwahlen der niedersächsischen Kommunalwahlen am 27. September 2026 teilte die SPD Landkreis Harburg mit, dass Lehmbeck in den Landtag nachrückt. Sie übernimmt das Mandat von Brian Baatzsch, der zum Bürgermeister von Springe gewählt wurde. Nach Berichten der Landeszeitung zieht sie im November 2026 in den Landtag ein.

Als ihre Wunschthemen nannte sie gegenüber dem Wochenblatt Soziales und Gesundheit, mit Blick auf ihren familiären Hintergrund auch die Agrarpolitik. Kritisch äußerte sie sich zur Rolle von Frauen in der Politik: Politikerinnen würden nach der Vereinbarkeit von Mandat und Kindern gefragt, junge Väter dagegen kaum.

Als Autorin veröffentlichte Lehmbeck drei Romane: Dorf, Stadt, Fluss (2022 bei Epubli), Benefiz (2024) und Heute keine Blumen (2026), die beiden letzten im Dresdner Verlag Ultraviolett. Das jüngste Buch knüpft laut Wochenblatt an Benefiz an und erzählt von Frauen vor schweren Lebensentscheidungen.

Stand: 21.10.2026

Köpfe: Tom Maschler

Tom Maschler war ein britischer Verleger. Er kam am 16. August 1933 in Berlin zur Welt, als Sohn österreichisch-jüdischer Eltern; sein Vater Kurt Maschler war Buchhändler und Verleger. 1938 floh die Familie über Wien nach England.

Nach Stationen bei André Deutsch und MacGibbon & Kee kam Maschler 1960 zum Londoner Verlag Jonathan Cape, den er über drei Jahrzehnte prägte. Er verlegte unter anderem Joseph Heller, Gabriel García Márquez, Ian McEwan, Bruce Chatwin und Salman Rushdie.

Nach dem Vorbild des französischen Prix Goncourt regte er einen großen britischen Literaturpreis an. Daraus entstand der Booker Prize, der 1969 erstmals vergeben wurde. Maschler starb im Oktober 2020 mit 87 Jahren in Frankreich, wie The Guardian berichtete.

Stand: 16.10.2026

Was sind vergessene Urzeitwelten in der Literatur?

Die vergessene Urzeitwelt ist ein Motiv der Abenteuer- und Science-Fiction-Literatur. Gemeint ist ein abgelegener, schwer zugänglicher Ort, an dem Tiere und manchmal auch Menschen aus längst vergangenen Erdzeitaltern überlebt haben, etwa Dinosaurier, Flugsaurier oder Frühmenschen. Meist liegt dieser Ort auf einem isolierten Hochplateau, auf einer Insel, in einem verborgenen Tal oder tief im Erdinneren.

Ein früher Vorläufer ist Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde von 1864, in dem die Reisenden unter der Erdoberfläche auf urzeitliche Meeresechsen stoßen. Prägend für das ganze Genre wurde aber Arthur Conan Doyles Roman The Lost World, auf Deutsch Die vergessene Welt. Er erschien 1912 zunächst in Fortsetzungen, als Buch kam er am 15. Oktober 1912 heraus; dieses Datum trägt auch dieser Beitrag. Eine Expedition um den streitbaren Professor Challenger findet darin auf einem Hochplateau in Südamerika lebende Dinosaurier und Affenmenschen.

Viele Autoren griffen die Idee auf. Edgar Rice Burroughs erfand ab 1914 die unterirdische Welt Pellucidar und später die Insel Caspak aus The Land That Time Forgot. Der russische Geologe Wladimir Obrutschew verlegte in seinem Roman Plutonien eine Urzeitwelt ins Innere der Erde, Conan Doyle selbst ließ in Maracot Deep von 1929 Forscher eine versunkene Welt am Meeresgrund entdecken.

Später lebte das Motiv vor allem in Bestsellern und Comics weiter. Michael Crichton holte die Dinosaurier in Jurassic Park von 1990 und dessen Fortsetzung von 1995 mit Gentechnik zurück, Greg Bear schrieb mit Dinosaur Summer 1998 eine Art Fortsetzung zu Doyles Roman. In Comics tauchen urzeitliche Welten unter anderem bei Turok, im Wilden Land von Ka-Zar und in Jack Kirbys Devil Dinosaur auf.

Quelle: Dieser Beitrag beruht, in eigenen Worten neu geschrieben, auf dem Artikel Monde perdu préhistorique dans la littérature der französischsprachigen Wikipedia und der Arbeit seiner Autorinnen und Autoren. Er steht wie dieser unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Stand: 23.10.2026