Deutsche Kulturwoche in Israel 1971: Drei von 26 Veranstaltungen gestört

Ende 1971 fand in Israel eine Deutsche Kulturwoche statt, an der auch der Schriftsteller Günter Grass teilnahm. Abgeordnete zweifelten an der Vorbereitung und fragten nach der Rolle von Grass (Kleine Anfrage, Drucksache 6/2882). Die Bundesregierung beantwortete die Kleine Anfrage: Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Auswärtigen gab die Antwort (Drucksache 6/2980) am 21. Dezember 1971.

Die Ausgangslage

Laut den Fragestellern soll Israels Ministerpräsidentin Golda Meir nach Veröffentlichungen in Israel und Deutschland erst kurz vorher und durch Zufall von der Kulturwoche erfahren haben. Das und andere Vorfälle legten nahe, dass die Woche mangelhaft vorbereitet gewesen sei. Sie fragten nach den Vorbereitungen, nach einem Brief des Bundeskanzlers, den Grass übergeben haben soll, ob Grass die Ostpolitik erläutern sollte und ob die Regierung Äußerungen von Grass in Israel über deutsche Persönlichkeiten billige.

Die Antwort

  • Sorgfältig vorbereitet: Die Kulturwoche sei sehr sorgfältig vorbereitet worden. Die Initiative sei von großen israelischen Gemeinden ausgegangen. Rundfunk, Philharmonisches Orchester, Universität, Museen sowie zahlreiche Gelehrte und Künstler hätten maßgeblich mitgewirkt.
  • Presse informiert: Die Botschaft habe die israelische Presse wiederholt unterrichtet, der Botschafter habe etwa zwei Monate vor Beginn eine Pressekonferenz zum Programm gegeben.
  • Überwiegend freundlich: Presse und Öffentlichkeit in Israel hätten überwiegend freundlich reagiert. Drei von insgesamt 26 Veranstaltungen seien von kleinen radikalen Gruppen gestört worden, was einhellig verurteilt worden sei.
  • Der Brief: Ja, Grass habe Golda Meir ein Schreiben von Bundeskanzler Willy Brandt übergeben. Darin habe Brandt für ihre Glückwünsche zum Friedensnobelpreis gedankt.
  • Kein Auftrag: Grass sei nicht beauftragt gewesen, Golda Meir die Ostpolitik zu erläutern.
  • Als Schriftsteller gereist: Grass sei nicht als offizieller oder offiziöser Vertreter der Regierung, sondern als Schriftsteller gereist. Die Regierung habe daher keinen Anlass, zu seinen Äußerungen Stellung zu nehmen.

Hintergrund

Willy Brandt erhielt 1971 den Friedensnobelpreis für seine Ostpolitik (Wikipedia: Willy Brandt). Golda Meir war von 1969 bis 1974 Ministerpräsidentin Israels.

Quellen

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und anhand der verlinkten Drucksachen geprüft.

Stand: 23.10.2026

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