10 Fakten über den Drachenfels

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  1. Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge bei Bonn zwischen Königswinter und Bad Honnef, der 321 m hoch ist und von den Erhebungen des Siebengebirges am nächsten am Rhein liegt. Er besteht aus vulkanischem Trachyt.
  2. Schon die Römer nutzten den Drachenfels als Steinbruch. Im frühen Mittelalter war Drachenfels-Trachyt ein beliebtes Baumaterial und wurde z.B. beim Kölner Dom verwendet. Um ein Haar würde es den Drachenfels deswegen nicht mehr geben: in den frühen 1830er Jahren war geplant, den Dom mit den gleichen Steinen zu vollenden. Die preußische Regierung kaufte den wichtigsten Steinbruch im Jahre 1836 für 10.000 Taler und stoppte den Abbau. Später wurden weitere Steinbrüche vom Verschönerungsverein Siebengebirge übernommen. Schon damals und bis in die jüngste Vergangenheit mussten immer wieder Maßnahmen gegen die Schäden durch die Steinbrüche ergriffen werden, um den Berg und die Ruine zu erhalten. Naturschutzgebiet wurde er aber erst 1920.
  3. Der Trachyt war auch Hauptgrund für den Reichtum der Herren der ab 1138 erbauten Burg auf dem Drachenfels. Fertiggestellt wurde die Burg Drachenfels übrigens vom Propst des Stiftes St. Cassius in Bonn (heutige Münsterkirche), Gerhard von Are, der damit Bonn schützen wollte. Nach einer wechselvollen Geschichte eroberten 1638 protestantische Truppen aus Schweden den Drachenfels und schleiften die Burganlage weitgehend.
  4. Über die Herkunft des Namens gibt es keine Klarheit. Die Theorie, dass er sich von Trachyt ableiten soll, ist aber falsch – das Gestein heißt erst seit dem 19. Jahrhundert so. Vielmehr gibt es in der Tat Sagen rund um einen Drachen, der auf dem Felsen gehaust haben soll. Manchmal werden diese auch in Verbindung mit der Nibelungensage gebracht.
  5. So gibt es auf dem Fußweg von Königswinter zum Drachenfels, dem sog. Eselsweg) auch eine Nibelungenhalle und einen Reptilienzoo. Eine weitere wirklich sehenswerte Sehenswürdigkeit auf dem Aufstieg ist die Drachenburg, die als romantisches Schloss im 19. Jahrhundert erbaut wurde und besichtigt werden kann.
  6. Wer den Gipfel des Berges mit der Burgruine erreicht hat, wird durch einen fantastischen Ausblick belohnt: Man sieht über 50km des Rheins, von Unkel bis Köln, über Bonn bis tief in die Eifel. Einkehren kann man in dem neu gestalteten Burgrestaurant. Der Drachenfels gilt als der meistbestiegene Berg Europas und nach dem Zuckerhut in Rio als der meistbesuchte Berg der Welt.
  7. Schon im frühen 19. Jahrhundert war der Drachenfels ein beliebtes touristisches Ziel. Daran hatten Gedichte von Heinrich Heine und insbesondere Lord Byron großen Anteil. Gerade bei den Angelsachsen galt der Drachenfels als der Inbegriff der Rheinromantik.
  8. Wer es sich leicht machen will und sich für Eisenbahnen interessiert, fährt mit der Drachenfelsbahn von Königswinter aus. Die 1883 erbaute Bahn ist die älteste der insgesamt vier noch betriebene Zahnradbahn in Deutschland. Auf der 1.500m langen Strecke gibt es drei Stationen: den Bahnhof in Königswinter, die Zwischenstation Drachenburg (s.o.) und die Bergstation.
  9. Am Drachenfels wird Wein angebaut, die gleichnamige Lage ist eine der nördlichsten des Rheins. Aktiv sind hier die beiden Winzer Weingut Pieper und Weingut Broel.
  10. Wer den Drachenfels nun besuchen will: Man erreicht ihn mit der Bahn (Bahnhof Königswinter) oder auch mit dem Auto (A 59/B42 von Norden und A3 von Süden) – die Parkplätze in Königswinter sind dann gut ausgeschildert. Besonders schön ist die Anreise mit dem Schiff; hier steigt man an der Anlegestelle Königswinter aus. Wer sich leicht macht, nimmt die Drachenfelsbahn. Die schönsten Ausblicke bietet der von Königswinter führende Eselsweg (s.o. bei Punkt 5), besonders leicht ist der Aufstieg vom Versorgungsweg aus – dann parkt man am besten kurz nach der Abzweig auf die Ferdinand-Mühlens-Straße. Weitere Wege führen durch das Nachtigallental, von Rhöndorf aus oder über die Margarethenhöhe. Mehr Infos gibt es im “Kulturführer Drachenfels“.

Bild oben: Bergstation der Drachenfelsbahn mit etwas Ausblick; (c) Severin Tatarczyk.

Gedicht: Die Nacht auf dem Drachenfels

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An Fritz v.B.

Um Mitternacht war schon die Burg erstiegen,
Der Holzstoß flammte auf am Fuß der Mauern,
Und wie die Burschen lustig niederkauern,
Erscholl das Lied von Deutschlands heilgen Siegen.

Wir tranken Deutschlands Wohl aus Rheinweinkrügen,
Wir sahn den Burggeist auf dem Turme lauern,
Viel dunkle Ritterschatten uns umschauern,
Viel Nebelfraun bei uns vorüberfliegen.

Und aus den Trümmern steigt ein tiefes Ächzen,
Es klirrt und rasselt, und die Eulen krächzen;
Dazwischen heult des Nordsturms Wutgebrause. –

Sieh nun, mein Freund, so eine Nacht durchwacht ich
Auf hohem Drachenfels, doch leider bracht ich
Den Schnupfen und den Husten mit nach Hause.

Heinrich Heine schrieb dieses Gedicht, nachdem er am 18. Oktober 1819 mit burschenschaftlichen Bonner Studenten auf den Drachenfels zog, um den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig zu feiern.

Bild:  (c) Pixabay

10 Fakten zum 8. Juli

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  1. Heute ist Kilianstag, der Namenstag des heiligen Kilian, der besonders in Würzburg gefeiert wird. Die Gebeine des “Schutzpatrons der Franken” werden von der Kiliansgruft in der Neumünsterkirche in den Dom überführt. Zu den achttägigen geistlichen Feierlichkeiten findet ein großes Volksfest an, Kiliani genannt, das 14 Tage dauert. Außerdem hat der Kilianstag seine eigene Bauernregel: “St. Kilian, der heil’ge Mann, stellt die ersten Schnitter an.”
    Außerdem haben Amelie und Edgar heute Namenstag
  2. 1497 bricht Vasco da Gama auf, um den Seeweg nach Indien zu finden .
  3. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wird heute 1776 in Philadelphia zum ersten mal öffentlich verlesen. Zu dem Anlass wird die dann sog. “Liberty Bell” geläutet. Die Glocke gilt als das wichtigste amerikanische Symbol von Freiheit und Demokratie und ist Teil des Weltkulturerbes.
  4. Die erste Ausgabe des Wall Steet Journal (WSJ) erscheint 1889.
  5. In der New-Yorker Bronx wird 1899 im Beisein des Bildhauers Ernst Herter das Heinrich-Heine-Denkmal enthüllt. Die Aufstellung in Heines Heimatstadt Düsseldorf scheiterte vorher an antisemitischen Protesten.
  6. 1952 werden in München die ersten Zebrastreifen Deutschlands angelegt.
  7. Durch ein 1:0 über Argentinien wird Deutschland 1990 zum dritten mal Fußballweltmeister.
  8. Heute ist ein beliebter Tag zur Anlobung österreichischer Bundespräsidenten: 1974 Rudolf Kirchschläger, 1986 Kurt Waldheim und 2004 Heinz Fischer.
  9. Ferdinand Graf von Zeppelin kommt 1838 auf die Welt.
  10. John D. Rockenfeller wird 1839 geboren.

Was am 18. Oktober in Bonn passiert ist

1818

Die Universität Bonn wird gegründet.

1819

Heinrich Heine besucht zum Jahrestag der Völkerschlacht in Leipzig den Drachenfels und schreibt später das Gedicht “Die Nacht auf dem Drachenfels“.

1944

Es findet ein erster schwerer Luftangriff auf Bonn statt.

Rheinkilometer 555

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Rheinkilometer 555 bei der Loreley – aufgenommen von Mirjam Stegherr im Rahmen des Rheinrad Projekts.

Und hier eine zweite Ansicht:

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Bildrechte des unteren Bildes:
This work has been released into the public domain by its author, Stefan Volk at the German Wikipediaproject. This applies worldwide.

Und hier ist der berühmte Felsen zu sehen:

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Bild: (c) reichsstrasseeins.de

Heinrich Heine hat 1824 der Loreley ein dichterisches Denkmal gesetzt:

Die Lore-Ley

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.


Das Gedicht wurde besonders durch die Vertonung von Friedrich Silcher bekannt.

Und da Heinrich Heine am 13. Dezember 1797 geboren wurde, ist dieser Beitrag einer unserer Artikel des Tages.