Köpfe: Prof. Philip Rosenthal

Sohn des Porzellanfabrikanten aus Selb, Emigrant in England, Oxford-Absolvent, Fremdenlegionär in Algier, Bäckerlehrling, Mitarbeiter am Soldatensender Calais, dann Designchef und Vorstandsvorsitzender der Rosenthal AG, von Andy Warhol mit Zigarre porträtiert und für ein Jahr Staatssekretär bei Karl Schiller: Philip Rosenthal, geboren am 23.10.1916 in Berlin, gehörte dem Bundestag von 1969 bis 1983 an. Er starb am 27.09.2001 in Selb.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. Oktober 1916 in Berlin
  • Gestorben: 27. September 2001
  • Beruf: Vorstandsvorsitzender
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1969 bis 1983 (6. bis 9. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 5 Kinder

Emigration

Wegen der jüdischen Herkunft der Familie emigrierte Rosenthal 1934 nach England, besuchte eine Public School in Ramsgate und studierte in Oxford Philosophie, Politik und Volkswirtschaft. Am 8. September 1939 meldete er sich nach verfügbaren Angaben in Marseille zur Fremdenlegion. 1942 kam er über Gibraltar zurück nach England, war Bäckerlehrling, Sprachlehrer und Journalist und arbeitete für das Foreign Office.

Selb

1947 ging Rosenthal nach Selb, 1950 trat er in die Firma des Vaters ein, 1952 wurde er Leiter der Designabteilung. Von 1958 bis 1970 und von 1972 bis 1981 war er Vorstandsvorsitzender, bis 1989 Aufsichtsratsvorsitzender. 1963 führte er nach verfügbaren Angaben ein Beteiligungssystem für die Belegschaft ein. Die Stammdaten führen ihn als Vorstandsvorsitzenden, verheiratet, mit fünf Kindern.

Alte Jungfer

Laut Handbuch trat Rosenthal 1968 der SPD bei, nach verfügbaren Angaben 1969. Sein Mandat umfasste 830 Sitzungen; die Protokolle zählen 327 Wortmeldungen mit 29.319 Wörtern, davon 320 in seiner ersten Wahlperiode. Die erste Rede am 17. Februar 1970 begann er so: Wenn die Männer müde seien, könne eine alte Jungfer nur bestehen, wenn sie sich kurzfasse und freundlich sei; Fritz Burgbacher (CDU) bekam die Freundlichkeit.

Schiller

Im September 1970 wurde Rosenthal Parlamentarischer Staatssekretär bei Karl Schiller im Wirtschaftsministerium. Im November 1971 trat er nach verfügbaren Angaben zurück, weil ihm die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen zu langsam vorankam. Im Februar 1974 sprach er vom Sagen und vom Besitzen: Das eine sei die Mitbestimmung, das andere die Vermögensbildung.

Nebel

Im März 1976 sagte Rosenthal, er sei nicht für politischen Nebel, auch nicht im eigenen Lager; die Vermögensbildung sei erst teilweise gelungen. Im Juni 1976 hielt er Elmar Pieroth (CDU) vor, in Zeiten der Stabilität dürften die Gewerkschaften keine englischen und italienischen Maßstäbe anlegen. Von 1974 bis 1976 und ab 1980 saß er im Vorstand der Fraktion.

Abstimmungen

Die letzte Rede hielt er am 1. Oktober 1982 beim Misstrauensvotum; er habe tags zuvor mit Bundespräsident Karl Carstens gesprochen, die Deutschen würden langsam eingebildete Kranke. An allen 88 namentlichen Abstimmungen nahm Rosenthal teil, 56-mal mit Ja und 32-mal mit Nein, stets wie die SPD. 1983 schied er aus. Er starb mit 84 Jahren in Selb.

Mandate im Überblick

Rosenthal gewann 1969 und 1972 den Wahlkreis Goslar-Wolfenbüttel direkt für die SPD, 1976 und 1980 kam er über die Landesliste Bayern:

  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Julie Rösch

Tochter eines Stuttgarter Eisenbahnsekretärs, Kinderkrankenschwester, Mitarbeiterin der Evangelischen Frauenhilfe, Abgeordnete seit dem ersten Bundestag, als einzige Frau im Vorstand des Hauses und Berichterstatterin für den Haushalt des Bundestages: Julie Rösch, geboren am 23.10.1902 in Stuttgart, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1961 an. Sie starb am 13.05.1984 in Stuttgart.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. Oktober 1902 in Stuttgart
  • Gestorben: 13. Mai 1984
  • Beruf: Hausfrau
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1949 bis 1961 (1. bis 3. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet

Stuttgart

Nach Mädchenoberrealschule und Haushaltungsschule arbeitete Rösch nach verfügbaren Angaben beim Postscheckamt und im Bankfach, dann als Kinderkrankenpflegerin und Lehrschwester in Ludwigsburg. 1926 heiratete sie und war danach Hausfrau. Ab 1933 arbeitete sie für die Evangelische Frauenhilfe in Württemberg. Hausfrau, evangelisch und verheiratet: So führen sie auch die Stammdaten.

Tübingen

1944 zog Rösch mit der Familie nach Tübingen, ab 1945 arbeitete sie für das kirchliche Müttererholungsheim in Württemberg-Hohenzollern. 1945 trat sie der CDU bei und wurde stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenausschusses. Im Bundestag saß sie im Haushaltsausschuss, in der dritten Wahlperiode auch im Rechnungsprüfungsausschuss.

Jugendplan

Ihr Mandat umfasste 677 Sitzungen; die Protokolle zählen 27 Wortmeldungen mit 8.654 Wörtern. Zuerst berichtete sie am 23. November 1951 für den Haushaltsausschuss. Im Dezember 1951 sprach sie über den Bundesjugendplan, im Februar 1952 für ein Jugendspargesetz. Von 1954 bis 1961 trug sie Jahr für Jahr die Haushalte von Bundespräsident und Bundestag vor.

Ehegatten

Am 13. März 1958 sprach Rösch zur Ehegattenbesteuerung. Nicht der gemeinsame Erwerb, sondern die gemeinsame Verfügung über das Einkommen beider Ehegatten kennzeichne die Ehe auf diesem Gebiet. Ehe und Familie seien mehr als die Summe zweier Gatten und ihrer Kinder, nämlich eine höhere Gemeinschaft. Man sei damit weder unmodern noch weltfremd.

Altersversorgung

Die letzte Rede am 5. Mai 1961 galt der Altersversorgung der Abgeordneten. Rösch zitierte den Präsidenten von 1958, die Frage sei ungelöst, und berichtete, der Vorstand habe nach vielen Sitzungen und dem Blick auf andere Länder davon abgeraten, die Paragraphen 12 bis 23 in das Gesetz über die Entschädigung der Abgeordneten einzufügen.

Abstimmungen

Gezählt werden hier nur Abstimmungen ab Oktober 1957. An allen 34 dieser namentlichen Abstimmungen nahm Rösch teil, neunmal mit Ja, 24-mal mit Nein und einmal mit Enthaltung, dabei einmal abweichend von der Union. 1961 und 1965 kam sie nicht mehr in den Bundestag. 1971 erhielt sie das Verdienstkreuz 1. Klasse. Sie starb mit 81 Jahren.

Mandate im Überblick

Rösch kam 1949 über die Landesliste der CDU Württemberg-Hohenzollern, 1953 und 1957 über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste WBH, CDU/CSU-Fraktion
  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Baden-Württemberg, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Gerhard Orgaß

Betonbauer, Maurer, Volkswirt, Angestellter der Neuen Heimat, Bürgerschaftsabgeordneter und Sozialausschüssler der Union: Gerhard Orgaß, geboren am 23.10.1927 in Hamburg, gehörte dem Bundestag von 1965 bis 1976 an. Er starb am 27.05.2012, nach verfügbaren Angaben in Hamburg.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. Oktober 1927 in Hamburg
  • Gestorben: 27. Mai 2012
  • Beruf: Angestellter
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1965 bis 1976 (5. bis 7. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder

Bau

1944 begann Orgaß eine Lehre als Betonbauer, wurde aber noch zur Wehrmacht eingezogen und geriet in Gefangenschaft. 1947 schloss er die Lehre ab, bis 1949 lernte er zusätzlich Maurer und arbeitete danach in Hamburger Baufirmen. Von 1962 bis 1964 studierte er an der Akademie für Wirtschaft und Politik und wurde Volkswirt, danach Angestellter der Wohnungsgesellschaft Neue Heimat.

Kolping

Von 1949 bis 1952 war Orgaß Diözesansenior der Kolpingfamilie für Norddeutschland. 1950 trat er der CDU und der IG Bau-Steine-Erden bei. Von 1953 bis 1965 saß er in der Hamburgischen Bürgerschaft, zunächst für den Hamburg-Block. Laut Handbuch war er von 1961 bis 1982 stellvertretender Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft. Die Stammdaten führen ihn als Angestellten, katholisch, verheiratet, drei Kinder.

Petitionen

Sein Mandat umfasste 705 Sitzungen, die Protokolle zählen 42 Reden mit 24.692 Wörtern und 23 Zwischenrufe. In der ersten am 22. Juni 1966, 530 Wörter lang, dankte er dem SPD-Abgeordneten Paul Kübler für den Mut, über die Arbeit des Petitionsausschusses zu sprechen, und äußerte mit der Unbefangenheit eines Neulings sein Unbehagen über verschiedene Dinge.

Kaussen

In seiner letzten Wortmeldung am 18. Februar 1976 fragte Orgaß in der Fragestunde nach dem Vermieter Kaussen, dem über 50.000 Altbauwohnungen gehören sollten. Er könne die 80. Mahnung eines Mieters vorlegen, und fragte, ob die Regierung solchen Vermietern Mutwillenskosten auferlegen wolle wie notorischen Parksündern. Im Dezember 1967 hatte der Bundestag die Genehmigung eines Strafverfahrens gegen ihn verweigert.

Abstimmungen

An allen 84 namentlichen Abstimmungen nahm Orgaß teil, 53-mal mit Ja und 31-mal mit Nein. Sechsmal wich er von der Mehrheit der Union ab, viermal davon in der 5. Wahlperiode. In der Partei führte er die Ortsverbände Barmbek-Uhlenhorst und Barmbek, Anfang 1976 wurde er in einer Kampfabstimmung gegen Oswald Beck Kreisvorsitzender im Alstertal.

Abschied

Von 1977 bis 1982 war Orgaß Generalsekretär des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung. Nach einem Herzinfarkt 1981 und dem Regierungswechsel in Bonn kehrte er der CDU den Rücken; die von Helmut Kohl ausgerufene moralische Wende wollte er nach eigenen Worten nicht mittragen. Er starb mit 84 Jahren und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.

Mandate im Überblick

Orgaß zog von 1965 bis 1972 dreimal über die Landesliste der CDU Hamburg in den Bundestag ein:

  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Hamburg, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Hamburg, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Landesliste Hamburg, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Jürgen Egert

Ein Verwaltungsbeamter aus Charlottenburg, der im Bundestag für psychisch Kranke und gegen Zigarettenwerbung für Jugendliche stritt: Jürgen Egert, geboren am 23.10.1941 in Berlin, vertrat West-Berlin von 1972 bis 1990 für die SPD und war 1982 kurz Staatssekretär. Er starb am 16.12.1992 in seiner Heimatstadt.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. Oktober 1941 in Berlin
  • Gestorben: 16. Dezember 1992
  • Beruf: Beamter (Amtsrat); persönl. Referent
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1972 bis 1990 (7. bis 11. Wahlperiode), über die Landesliste

Bezirksamt und Gewerkschaft

Nach dem Abitur 1960 machte Egert im Bezirksamt Charlottenburg eine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten, die er 1963 abschloss. Dort wurde er Amtsrat und war von 1965 bis 1969 persönlicher Referent von Bezirksbürgermeister Günter Spruch, danach Verwaltungsrevisor. Nebenher studierte er an der Verwaltungsakademie und wurde Diplom-Kameralist. In der ÖTV, der er seit 1960 angehörte, war er Jugendvertreter und Personalrat; außerdem war er bei den Falken aktiv.

Berliner SPD

Der SPD trat Egert 1963 bei. Von 1969 bis 1971 führte er die Berliner Jungsozialisten, ab 1972 saß er im Landesvorstand, von Juni 1985 bis November 1986 war er Landesvorsitzender. 1971 und 1972 gehörte er dem Abgeordnetenhaus an. Nach der Garski-Affäre scheiterte im Januar 1981 seine Wahl in den Senat von Dietrich Stobbe, dessen Regierung daraufhin zurücktrat.

Sozialpolitik und Psychiatrie

Im Bundestag war Egert von 1975 bis 1982 Obmann im Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung, später dessen Vorsitzender. 1973 trat er als Vorsitzender des Unterausschusses zur Reform des Lebensmittelrechts für einen Verzicht auf an Jugendliche gerichtete Zigarettenwerbung ein. Er war Berichterstatter für die Psychiatrie-Enquete und regte 1976 den Arbeitskreis Psychiatrie Berlin an. Im April 1982 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Arbeitsministerium und schied mit dem Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt im Oktober wieder aus. 1988 stritt er vergeblich gegen höhere Zuzahlungen in der Krankenversicherung.

Frankfurt und früher Tod

1991 wurde Egert Sozialdezernent in Frankfurt am Main, musste das Amt aber nach neun Monaten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Er starb mit 51 Jahren. Er war verheiratet und hatte zwei Söhne; die Stammdaten machen dazu keine Angaben und nennen als Beruf Beamter und persönlicher Referent. Seine Bonner Jahre fielen in die Zeit großer sozialpolitischer Reformen, von der Psychiatrie-Enquete, die die Lage in den Anstalten offenlegte, bis zu den Spargesetzen der achtziger Jahre. Unter seinen Veröffentlichungen ist ein Band über die Erneuerung der Berliner SPD.

Mandate im Überblick

Fünfmal entsandte das Berliner Abgeordnetenhaus Egert in den Bundestag, ununterbrochen von 1972 bis zur ersten gesamtdeutschen Wahl:

  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Hans Batz

Hans Batz wurde am 23.10.1927 in Nürnberg geboren. Der Schreiner und Schweißer war Betriebsrat bei der AEG in Nürnberg, Stadtrat und vertrat den Wahlkreis Nürnberg-Nord elf Jahre lang direkt im Bundestag. Erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages wurde Batz am 20.10.1969, und zwar für die SPD. Zur Person hält die Bundestagsverwaltung fest: Beruf Schweißer, Familienstand verheiratet, 3 Kinder. Sein Leben endete am 25.09.1986 in Nürnberg.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. Oktober 1927 in Nürnberg
  • Gestorben: 25. September 1986
  • Beruf: Schreiner, Schweißer, Betriebsrat
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1969 bis 1980 (6. bis 8. Wahlperiode), stets direkt im Wahlkreis Nürnberg-Nord
  • Religion/Familie: verheiratet, 3 Kinder

Vom Schreiner zum Schweißer

Batz stammte aus Nürnberg. Nach der Schule lernte er Schreiner. 1944 wurde er als Jugendlicher zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Zweiten Weltkrieg teil und kam 1946 aus der Gefangenschaft zurück. Bis 1952 arbeitete er als Bau- und Möbelschreiner, dann schulte er zum Schweißer um. Er fand Arbeit beim Elektrokonzern AEG in Nürnberg, einem der großen Industriebetriebe der Stadt, und gehörte dort ab 1955 dem Betriebsrat an. Als Betriebsrat vertrat er die Interessen der Belegschaft gegenüber der Unternehmensleitung, eine Erfahrung, die viele sozialdemokratische Abgeordnete seiner Generation aus der Arbeitswelt mitbrachten.

Partei und Stadtrat

Der SPD trat Batz 1946 bei. Später war er stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Franken, eines der traditionsreichen Bezirke der Partei. Von 1960 bis 1969 saß er im Nürnberger Stadtrat; seine Zeit im Stadtrat endete mit dem Einzug in den Bundestag. Nürnberg war schon damals eine Hochburg der SPD in Bayern.

Abgeordneter für Nürnberg-Nord

Bei der Bundestagswahl 1969, nach der Willy Brandt die sozialliberale Koalition bildete, gewann Batz den Wahlkreis Nürnberg-Nord direkt. 1972 und 1976 verteidigte er ihn. Von 1976 bis 1980 war er stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses und des Ausschusses für das Post- und Fernmeldewesen. Bundesbahn und Bundespost waren damals noch staatliche Sondervermögen, deren Finanzen und Tarife regelmäßig das Parlament beschäftigten. 1980 schied er nach drei Wahlperioden aus dem Bundestag aus. Batz war verheiratet, hatte drei Kinder und starb 1986 kurz vor seinem 59. Geburtstag in Nürnberg.

Direktabgeordneter der Koalitionsjahre

Batz gewann 1969 seinen Wahlkreis, als die SPD mit 42,7 Prozent zulegte und Willy Brandt mit der FDP die Regierung übernahm. Er erlebte die Ostverträge, die Neuwahl von 1972 und den Übergang zu Helmut Schmidt. Bis 1980 gehörte er drei Wahlperioden an, in denen die Koalition unter anderem die Reform des Ehe- und Familienrechts und die Mitbestimmung durchsetzte.

Mandate im Überblick

Zwischen dem ersten Einzug im Alter von 41 Jahren und dem Ausscheiden mit 53 kam er in 3 Wahlperioden auf insgesamt rund 11 Jahre als Abgeordneter. Die einzelnen Wahlperioden laut Bundestagsverwaltung:

  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Yuria Namiki

Yuria Namiki (japanisch 並樹ゆりあ) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 23. Oktober 1986 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

2007 debütierte sie.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 160 Zentimetern und Körbchengröße C, die Oberweite misst 83, die Taille 60 und die Hüfte 83 Zentimeter. Als Hobby nennt sie Fitness, ihr Profil nennt Einkaufen.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Mifuyu Endo

Mifuyu Endo (japanisch 遠藤美冬) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 23. Oktober 1984 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 159 Zentimetern und Körbchengröße F, die Oberweite misst 88, die Taille 59 und die Hüfte 83 Zentimeter.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Ruri Ayase

Ruri Ayase (japanisch 綾瀬ルリ) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 23. Oktober 1981 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

2001 debütierte sie mit „Approach“, inzwischen hat sie ihre Karriere beendet.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 157 Zentimetern und Körbchengröße F, die Oberweite misst 86, die Taille 60 und die Hüfte 88 Zentimeter. Als Hobbys nennt sie Karaoke und Kochen.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Marie Takano

Marie Takano (japanisch 高野まりえ) ist eine japanische Pornodarstellerin und Stripperin aus Tokio. Ihr Geburtsdatum wird in den Quellen unterschiedlich angegeben, genannt werden der 23. Januar 1981 und der 23. Oktober 1981.

Vor ihrem Debüt trat sie als Untergrund-Idol vor allem bei Live-Events auf. 2001 debütierte sie bei KUKI mit „Hitori ni Shinaide“ und spielte danach in Verleih- und Verkaufsvideos, V-Cinema-Produktionen und Pink-Filmen. Um 2004 hörte sie mit Filmen auf, im Juni 2004 stand sie im Shinjuku New Art erstmals als Stripperin auf der Bühne.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 156 Zentimetern und Körbchengröße C, die Oberweite misst 83, die Taille 57 und die Hüfte 85 Zentimeter. Als Hobby nennt sie Lesen, ihr Profil nennt Klavier.

Hier sind weitere Geburtstage und Infos rund um den 23. Januar.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Ilja Frank

Ilja Frank hat gemeinsam mit Igor Tamm erklärt, warum schnelle Teilchen in Wasser oder Glas ein bläuliches Leuchten erzeugen können. Geboren am 23. Oktober 1908 in Sankt Petersburg, gestorben am 22. Juni 1990 in Moskau, erhielt der sowjetische Physiker 1958 zusammen mit Pawel Tscherenkow und Igor Tamm den Nobelpreis für Physik, sinngemäß für die Entdeckung und die Deutung des Tscherenkow-Effekts. Es war der erste Physiknobelpreis für Forscher aus der Sowjetunion. Das Phänomen, das sie beschrieben, ist bis heute eine der wichtigsten Methoden, um energiereiche Teilchen nachzuweisen, von Teilchenbeschleunigern bis zu riesigen Neutrino-Teleskopen im Eis der Antarktis.

Herkunft und Ausbildung

Ilja Michailowitsch Frank stammte aus einer Gelehrtenfamilie. Sein Vater Michail Frank war Mathematikprofessor, seine Mutter Ärztin. Sein Onkel Semjon Frank war ein bekannter Philosoph, der 1922 mit anderen Intellektuellen aus Sowjetrussland ausgewiesen wurde. Ilja Frank studierte ab 1926 an der Moskauer Staatlichen Universität Physik und Mathematik und wurde Schüler von Sergei Wawilow, einem Experten für Lumineszenz, also für das Leuchten von Stoffen. Nach dem Abschluss 1930 arbeitete er einige Jahre am Staatlichen Optischen Institut in Leningrad und kam 1934 an das Lebedew-Institut für Physik der Akademie der Wissenschaften (FIAN) in Moskau, das Wawilow leitete.

Ein rätselhaftes blaues Leuchten

Im selben Jahr beobachtete Pawel Tscherenkow, ein Doktorand Wawilows, ein merkwürdiges Phänomen. Wenn er Flüssigkeiten mit der Gammastrahlung radioaktiver Stoffe bestrahlte, gaben sie ein schwaches blaues Licht ab. Zunächst lag die Vermutung nahe, es handle sich um Lumineszenz, also um Fluoreszenz der Flüssigkeit. Tscherenkow zeigte aber, dass das Leuchten praktisch nicht von der Art der Flüssigkeit abhing, sich nicht durch übliche Mittel löschen ließ, die Fluoreszenz unterdrücken, und eine ausgeprägte Richtung hatte. Wawilow folgerte, dass die Ursache nicht die Gammastrahlung selbst, sondern schnelle Elektronen sein müssten, die sie aus den Atomen herausschlägt. Was genau dabei geschah, blieb aber offen.

Die Erklärung von Frank und Tamm

1937 lieferten Ilja Frank und Igor Tamm die Theorie. Ihr Kerngedanke lässt sich mit einem Bild aus dem Alltag veranschaulichen. Fliegt ein Flugzeug schneller als der Schall, eilt es seinen eigenen Schallwellen voraus. Die Wellen stauen sich zu einem Kegel, und am Boden hört man einen Überschallknall. Ähnlich entsteht eine Bugwelle, wenn ein Boot schneller fährt als die Wellen auf dem Wasser.

Licht bewegt sich im Vakuum mit der höchsten möglichen Geschwindigkeit, die kein Teilchen erreichen kann. In einem Stoff wie Wasser oder Glas ist das Licht jedoch langsamer, in Wasser etwa um ein Viertel. Ein sehr schnelles Elektron kann daher in Wasser schneller sein als das Licht in Wasser, ohne gegen die Relativitätstheorie zu verstoßen. Auf seinem Weg bringt das geladene Teilchen die umliegenden Atome kurz in Schwingung, und diese senden schwache Lichtwellen aus. Weil das Elektron schneller ist als diese Wellen, überlagern sie sich zu einer Art optischer Bugwelle, einem Lichtkegel. Das ist das Tscherenkow-Licht.

Die Theorie von Frank und Tamm sagte genau voraus, unter welchem Winkel das Licht abgestrahlt wird: Je schneller das Teilchen, desto weiter öffnet sich der Kegel. Außerdem erklärte sie, warum das Licht vor allem im blauen und ultravioletten Bereich liegt und wie viel Energie das Teilchen dabei verliert. Tscherenkows Messungen bestätigten diese Vorhersagen in allen Einzelheiten.

Warum das wichtig ist

Mit der Theorie wurde der Effekt zu einem Messinstrument. Wenn man den Winkel des Lichtkegels misst, kann man die Geschwindigkeit eines Teilchens bestimmen. Nur Teilchen oberhalb einer bestimmten Geschwindigkeit erzeugen überhaupt Licht, sodass sich langsamere herausfiltern lassen. Daraus entstanden die Tscherenkow-Zähler, die in der Teilchenphysik zum Standard gehören. Ein berühmtes Beispiel ist die Entdeckung des Antiprotons 1955 in Berkeley durch Emilio Segrè und Owen Chamberlain, bei der Tscherenkow-Detektoren eine wichtige Rolle spielten.

Heute nutzen auch große Neutrino-Experimente den Effekt. Im japanischen Super-Kamiokande-Detektor, einem unterirdischen Tank mit 50.000 Tonnen reinstem Wasser, oder im IceCube-Observatorium, das einen Kubikkilometer Eis am Südpol als Detektor verwendet, verraten winzige Lichtblitze, dass ein Neutrino ein geladenes Teilchen erzeugt hat. Teleskope auf der Erde beobachten außerdem das Tscherenkow-Licht, das entsteht, wenn energiereiche Gammastrahlung aus dem All in die Atmosphäre eindringt. Das bekannte blaue Leuchten im Wasserbecken von Forschungsreaktoren ist ebenfalls Tscherenkow-Strahlung.

Weitere Arbeiten

Frank war ein vielseitiger Forscher. Gemeinsam mit Vitaly Ginzburg sagte er 1945 die Übergangsstrahlung voraus, die entsteht, wenn ein geladenes Teilchen die Grenze zwischen zwei Materialien mit unterschiedlichen optischen Eigenschaften durchquert. Auch dieser Effekt wird heute in Detektoren genutzt. Frank untersuchte außerdem die Entstehung von Elektron-Positron-Paaren durch Gammastrahlung und beschäftigte sich während des Zweiten Weltkriegs und danach mit der Physik von Kernreaktoren, insbesondere mit der Frage, wie sich Neutronen in Uran-Graphit-Anordnungen ausbreiten. Diese Arbeiten waren Teil des sowjetischen Atomprogramms.

1944 wurde er Professor an der Moskauer Staatlichen Universität. 1957 gründete er am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna bei Moskau das Laboratorium für Neutronenphysik, das er bis zu seinem Tod leitete. Dort entstand unter seiner Leitung ein besonderer gepulster Forschungsreaktor, mit dem sich kurze, intensive Neutronenblitze für Experimente erzeugen ließen. Das Laboratorium trägt heute seinen Namen.

Der Nobelpreis 1958

Die Verleihung an Tscherenkow, Tamm und Frank war für die sowjetische Wissenschaft ein bedeutender Moment. Bis dahin hatte nur der Chemiker Nikolai Semjonow 1956 einen naturwissenschaftlichen Nobelpreis für die Sowjetunion erhalten. Bemerkenswert ist der lange Abstand von über zwanzig Jahren zwischen Entdeckung und Auszeichnung; die Bedeutung des Effekts als Messverfahren war erst nach dem Krieg in vollem Umfang deutlich geworden. Sergei Wawilow, der die Forschung angeregt und das Leuchten richtig auf schnelle Elektronen zurückgeführt hatte, war bereits 1951 gestorben und konnte daher nicht mehr ausgezeichnet werden. In der russischen Literatur heißt der Effekt deshalb oft Wawilow-Tscherenkow-Effekt.

Eine Rechnung mit klassischen Mitteln

Bemerkenswert an der Theorie von Frank und Tamm ist, dass sie ohne Quantenmechanik auskam. Die beiden behandelten das schnelle Elektron als geladenes Teilchen, das sich gleichmäßig durch ein Medium bewegt, und wendeten die Gleichungen der klassischen Elektrodynamik an, die James Clerk Maxwell im 19. Jahrhundert aufgestellt hatte. Entscheidend war nur, die Lichtgeschwindigkeit im Medium richtig zu berücksichtigen. Im Rückblick wirkt die Lösung fast einfach, doch vor 1937 war niemand auf diese Idee gekommen. Tatsächlich hatte der britische Physiker Oliver Heaviside schon Ende des 19. Jahrhunderts ähnliche Überlegungen angestellt, die aber in Vergessenheit geraten waren. Später zeigte Ginzburg, dass auch eine quantenmechanische Behandlung zu denselben Ergebnissen führt, ergänzt um kleine Korrekturen.

Frank selbst betonte in späteren Jahren, dass die Arbeit ein Beispiel dafür sei, wie eng experimentelle Beobachtung und theoretisches Verständnis zusammenwirken müssen. Tscherenkow hatte mit großer Sorgfalt Daten gesammelt, die ohne Theorie rätselhaft geblieben wären; die Theorie wiederum hätte ohne diese Daten keinen Prüfstein gehabt.

Persönlichkeit und Erbe

Frank galt als zurückhaltender, gründlicher Wissenschaftler, der sich für Lehre und Wissenschaftsgeschichte interessierte. Er schrieb über seinen Lehrer Wawilow und über die Entstehung der Theorie des Tscherenkow-Effekts. 1968 wurde er Vollmitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.

Ilja Frank starb am 22. Juni 1990 in Moskau. Für Sie als Laie ist sein Erbe vielleicht am anschaulichsten im Bild des blauen Leuchtens in einem Reaktorbecken. Dahinter steht eine Erkenntnis, die zeigt, wie aus einem unscheinbaren Laborbefund mit der richtigen Theorie ein Werkzeug wird, mit dem Forschende heute Teilchen aus den Tiefen des Weltalls aufspüren. Die Begründung finden Sie auf der Seite zum Nobelpreis für Physik 1958.

Stand: 29.10.2026