Köpfe: Margot Kalinke

Sozialversicherungsexpertin, Vorsitzende des Verbands weiblicher Angestellter und erst für die DP, dann für die CDU im Parlament: Margot Kalinke, geboren am 23.04.1909 in Bartschin bei Bromberg, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1953 und von 1955 bis 1972 an. Sie starb am 25.11.1981 in München.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. April 1909 in Bartschin
  • Gestorben: 25. November 1981
  • Beruf: Leitende Angestellte, Sozialpolitikerin
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1949 bis 1972 (1. bis 6. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch

Ausweisung und Beruf

Kalinke besuchte das Deutsche Lyzeum in Bromberg und wurde 1925 wie viele Deutsche aus Polen ausgewiesen. Nach der Handelsschule in Goslar arbeitete sie ab 1927 in der Sozialversicherung und engagierte sich bis 1933 bei den Christlichen Gewerkschaften. Von 1939 bis 1946 war sie Geschäftsführerin einer Krankenversicherung in Hannover, danach beim Verband der Angestellten-Krankenkassen in Hamburg, von 1953 bis 1974 leitete sie das sozialpolitische Büro der privaten Krankenversicherungen. Bis 1945 gehörte sie der NS-Frauenschaft an.

DP und Übertritt

1946 schloss sich Kalinke der Deutschen Partei an und saß bis 1949 im niedersächsischen Landtag. Mit Ernst Farke vertrat sie im Bundestag den Arbeitnehmerflügel der DP, ab 1957 als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Am 1. Juli 1960 verließ sie die Partei und betrieb maßgeblich den Übertritt von neun der 15 DP-Abgeordneten zur Union; am 20. September trat sie der CDU/CSU-Fraktion bei.

Gleichberechtigung

Kalinke lehnte den Stichentscheid des Ehemanns entschieden ab. Mit Elisabeth Schwarzhaupt stimmte sie im Rechtsausschuss für einen Antrag der FDP und brachte die Koalition zu Fall; das Gleichberechtigungsgesetz vom 18. Juni 1957 erschien ohne die Klausel.

Reden

Die Plenarprotokolle verzeichnen 459 Reden mit 335.844 Wörtern, 193 allein in den gut zwei Jahren ab 1955. Die erste, 3.251 Wörter lang, hielt sie am 22. September 1949, die letzte, 3.300 Wörter, am 20. September 1972. Von 301 Stimmen in namentlichen Abstimmungen wichen 33 von der Fraktionsmehrheit ab. Den Verband weiblicher Angestellter führte sie von 1949 bis zu ihrem Tod.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Kalinke leitende Angestellte und Sozialpolitikerin, evangelisch, und führen sie als CDU-Abgeordnete. Ihre elf Jahre in der DP, das Landtagsmandat und die Mitgliedschaft in der NS-Frauenschaft vermerken sie nicht; zur Familie machen sie keine Angaben.

Mandate im Überblick

Kalinke rückte am 3. Juni 1955 für Heinrich Hellwege nach und gewann 1957 dank einer Wahlabsprache von DP und CDU den Wahlkreis Celle mit 39,4 Prozent:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Landesliste Niedersachsen, Fraktion der Deutschen Partei
  • 2. Wahlperiode (03.06.1955 bis 06.10.1957): Landesliste Niedersachsen, Fraktion DP/FVP
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Direktmandat, Fraktion der Deutschen Partei, fraktionslos, CDU/CSU-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Niedersachsen, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Ilse Janz

Rechtsanwalts- und Notargehilfin, Stadtverordnete in Bremerhaven, Landesvorsitzende der SPD Bremen und Parlamentarische Geschäftsführerin: Ilse Janz, geboren am 23.04.1945 in Norden, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 2002 für die SPD an.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. April 1945 in Norden (Ostfriesland)
  • Beruf: Reno-Gehilfin, Sachbearbeiterin
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1990 bis 2002 (12. bis 14. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: verheiratet, 1 Kind

Beruf

Janz wuchs in einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie auf, ihr Vater war Nieter auf einer Werft in Bremerhaven. Nach der Hauptschule und einer Handelsschule wurde sie Rechtsanwalts- und Notargehilfin; 1963 trat sie dem DGB bei. Danach arbeitete sie lange in Speditions- und Maklerfirmen, zuletzt als Sachbearbeiterin. Erst mit 22 Jahren trat sie in die Partei ein, in der sie später Landes- und Bundesämter übernahm.

Partei und Land

1967 trat Janz in die SPD ein. Von 1979 bis 1987 war sie Stadtverordnete in Bremerhaven, ab 1983 stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und von 1987 bis 1990 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. 1986 wurde sie stellvertretende Landesvorsitzende und leitete die Gleichstellungskommission; sie trat früh für eine Frauenquote in der SPD ein. Von 1988 bis 1991 führte sie den SPD-Landesverband Bremen, von 1993 bis 1997 gehörte sie dem Bundesvorstand der SPD an.

Bundestag

Im Dezember 1990 gewann Janz den Wahlkreis mit 46,3 Prozent, 1994 mit 50,2 und 1998 mit 58,2 Prozent. Von 1993 bis 1998 gehörte sie dem Fraktionsvorstand an, von 1998 bis 2002 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin. Sie saß im Haushalts- und im Sportausschuss, später im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und im Ältestenrat.

Reden

Ihre erste Rede hielt sie im November 1991 mit gut 1.400 Wörtern; sie begann mit einer Erwiderung auf den Charme eines Kollegen der Union, den sie schon lange kenne. Die Plenarprotokolle verzeichnen 26 Reden mit zusammen knapp 21.700 Wörtern, davon 17 in der 13. Wahlperiode, und etwa 185 Zwischenrufe; 163 davon fallen in ihre Zeit als Geschäftsführerin. In ihrer letzten Rede im Mai 2001 hielt sie Union und FDP vor, sie seien ein bisschen neidisch auf die zupackende Ministerin und hätten keine konstruktiven Vorschläge gemacht.

Abstimmungen

An allen 431 namentlichen Abstimmungen nahm Janz teil. 227-mal stimmte sie mit Ja, 184-mal mit Nein, 20-mal enthielt sie sich; 18 Stimmen wichen von der Mehrheit ihrer Fraktion ab. Während ihrer Reden verzeichnen die Protokolle 127-mal Beifall und 64 Zwischenrufe. 2002 schied sie aus dem Bundestag aus.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Janz Reno-Gehilfin und Sachbearbeiterin, verheiratet mit einem Kind, ohne Angabe der Konfession, als Geburtsort Norden in Ostfriesland, und verzeichnen drei Direktmandate vom 20.12.1990 bis zum 17.10.2002. Ihre Zeit in der Bremischen Bürgerschaft führen sie nicht auf.

Mandate im Überblick

Janz gewann dreimal den Wahlkreis Bremerhaven – Bremen-Nord:

  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Bremerhaven–Bremen-Nord, SPD-Fraktion
  • 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Bremerhaven–Bremen-Nord, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Jürgen Grimming

Berliner Sozialdemokrat, Regierungsdirektor, persönlicher Referent des Innensenators Kurt Neubauer, für wenige Monate kaufmännischer Geschäftsführer der Königlichen Porzellan-Manufaktur und Namensgeber einer Affäre: Jürgen Grimming, geboren am 23.04.1938 in Berlin, saß von 1975 bis 1976 für die SPD im Bundestag. Er starb am 18.09.2023 in Rottendorf.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. April 1938 in Berlin
  • Gestorben: 18. September 2023
  • Beruf: Geschäftsleiter (beurlaubt)
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1975 bis 1976 (7. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet

Neubauer

1962 trat Grimming der SPD bei. Er wurde Regierungsdirektor und persönlicher Referent von Kurt Neubauer, der als Innensenator und Bürgermeister zu den führenden Köpfen der Berliner SPD gehörte. Ein früherer Juso-Funktionär beschrieb ihn Jahrzehnte später in seinen Erinnerungen als Gefolgsmann Neubauers im Streit mit der Parteilinken; n-tv nannte ihn einen Bürgermeister-Referenten.

KPM

Im März 1975 wurde Grimming kaufmännischer Geschäftsführer der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, eines landeseigenen Unternehmens. Die Berufung des Senatsreferenten kam mit Unterstützung aus Reihen der SPD zustande. Kaum im Amt, erhöhte er die Gehälter zweier sozialdemokratischer Abteilungsleiter und ließ sich beurlauben.

Bundestag

Am 18.06.1975 rückte Grimming für Gottfried Wurche in den Bundestag nach. Berliner Abgeordnete wurden damals vom Abgeordnetenhaus bestimmt und hatten in Bonn nur eingeschränktes Stimmrecht. Er blieb bis zum Ende der Wahlperiode am 13.12.1976 und ließ seine Stelle bei der Manufaktur ruhen. Der erwähnte Erinnerungstext deutet den Wechsel nach Bonn als eleganten Ausweg: Grimming sei in den Bundestag gegangen und habe sich bei der damals defizitären Manufaktur beurlauben lassen. Genau diese Beurlaubung spiegelt sich bis heute in seinem Eintrag in den Stammdaten des Bundestags.

KPM-Affäre

Die Vorgänge um die Manufaktur wurden als KPM-Skandal bekannt. Nach einer Darstellung von n-tv kostete die Affäre zwei SPD-Senatoren das Amt und trug 1977 zum Sturz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Schütz bei. Sie gehörte zu einer Reihe von Affären, die das Ansehen der Berliner SPD in den 1970er Jahren beschädigten, neben dem Steglitzer Kreisel und später dem Fall Garski. Wegen des Kreisels, für den das Land Millionen gegeben und gebürgt hatte, war schon 1975 Finanzsenator Heinz Striek zurückgetreten. Die Bürgschaften für den Architekten Dietrich Garski kosteten 1981 Dietrich Stobbe das Amt, und nach vorgezogenen Neuwahlen übernahm Richard von Weizsäcker die Regierung.

Rottendorf

Er starb im September 2023 mit 85 Jahren in Rottendorf bei Würzburg.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Grimming Geschäftsleiter, ausdrücklich mit dem Zusatz beurlaubt, ohne Angaben zur Religion, und verheiratet. Sie verzeichnen das Mandat über die Berliner Liste vom 18.06.1975 bis zum 13.12.1976 und das Todesdatum, das im früheren Text dieser Seite fehlte.

Mandate im Überblick

Grimming rückte 1975 über die Berliner Landesliste der SPD in den Bundestag nach:

  • 7. Wahlperiode (18.06.1975 bis 13.12.1976): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Adolf Cillien

Adolf Cillien erblickte am 23.04.1893 in Volksberg (Elsass) das Licht der Welt. Der Theologe aus dem Elsass war Oberkirchenrat in Hannover, gründete die niedersächsische CDU mit, führte sie elf Jahre und war stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion. Sein erstes Bundestagsmandat für die CDU trat Cillien am 06.10.1953 an. Die Bundestagsverwaltung vermerkte als Beruf Oberkirchenrat i. R., als Religion evangelisch und als Familienstand verheiratet. Cillien verstarb am 29.04.1960 in Hannover.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. April 1893 in Volksberg (Elsass)
  • Gestorben: 29. April 1960
  • Beruf: Oberkirchenrat i. R.
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1953 bis 1960 (2. bis 3. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet

Pastor und Kirchenkampf

Cillien kam in Volksberg im damals deutschen Elsass zur Welt und machte 1912 Abitur in Diedenhofen in Lothringen. Er studierte evangelische Theologie in Straßburg und Göttingen, dazwischen war er im Ersten Weltkrieg Soldat. Danach war er Vikar und Pastor in Papenburg, ab 1926 im Dienst der hannoverschen Landeskirche. Von 1933 bis 1940 war er Superintendent in Burgdorf, ab 1934 einer der Bischofsvikare, die Landesbischof August Marahrens im Kirchenkampf gegen die Deutschen Christen berief. Marahrens hielt die hannoversche Landeskirche als eine der sogenannten intakten Kirchen aus der Gewalt der Deutschen Christen heraus.

Gemeindedienst

Ab 1937 leitete Cillien das Amt für Gemeindedienst der Landeskirche, bis 1953; 1943 wurde er außerordentlicher Oberkirchenrat im Landeskirchenamt Hannover. Von 1946 bis 1951 gab er die Wochenzeitung Die Botschaft heraus, die spätere Evangelische Zeitung für Niedersachsen.

Mitgründer der CDU

1945 setzte sich Cillien mit Arnold Fratzscher unter den Protestanten der Provinz Hannover für eine überkonfessionelle christliche Partei ein und gründete die CDU dort mit. 1946 führte er die Fraktion im ernannten hannoverschen und danach im niedersächsischen Landtag, dem er bis 1951 angehörte, zuletzt an der Spitze der gemeinsamen Fraktion von DP und CDU. Von 1949 bis zu seinem Tod stand er dem Dachverband der niedersächsischen CDU vor, ab 1950 gehörte er dem Bundesvorstand an. Am 24.02.1959 war er an der Nominierung Ludwig Erhards als Bundespräsident beteiligt, die Erhard ablehnte.

Fraktionsvize in Bonn

1953 gewann Cillien den Wahlkreis Hildesheim, 1957 Hannover-Nord. Während seiner gesamten Zeit im Bundestag war er stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, ein Bindeglied zum evangelischen Teil der Wählerschaft. Er war verheiratet und starb am 29.04.1960, wenige Tage nach seinem 67. Geburtstag, in Hannover. Sein Grab liegt auf dem Herrenhäuser Friedhof, in Vahrenwald trägt seit 1965 eine Straße seinen Namen.

Mandate im Überblick

Im Bundestag verbrachte Cillien in 2 Wahlperioden insgesamt rund 7 Jahre; er kam mit 60 Jahren und ging mit 67. So verzeichnet der Bundestag die einzelnen Mandate:

  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 29.04.1960): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Valentin Brück

Geboren wurde Valentin Brück am 23.04.1911 in Zweifelscheid. Der Eisenbahner aus der Eifel arbeitete als Reichsbahninspektor und Betriebskontrolleur der Bundesbahn und vertrat die Beamten fast zwei Jahrzehnte für die CDU im Bundestag. Erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages wurde Brück am 06.10.1953, und zwar für die CDU. Die Bundestagsverwaltung vermerkte als Beruf Bundesbahnbeamter, als Religion katholisch und als Familienstand verheiratet, 3 Kinder. Brück ist am 20.07.1980 in Jünkerath gestorben.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. April 1911 in Zweifelscheid
  • Gestorben: 20. Juli 1980
  • Beruf: Bundesbahnbeamter
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1953 bis 1972 (2. bis 6. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder

Aus der Westeifel

Brück stammte aus Zweifelscheid, einem Dorf im Islek in der Westeifel, nicht weit von den Grenzen zu Belgien und Luxemburg. Er besuchte die katholische Volksschule in Karlshausen und machte 1932 an der Reginoschule in Prüm Abitur. Zwei Jahre arbeitete er als Vertreter, 1934/1935 leistete er Reichsarbeitsdienst. Dann begann er eine Ausbildung bei der Eisenbahndirektion in Saarbrücken.

Reichsbahn und Bundesbahn

Nach der Inspektorenprüfung 1939 arbeitete Brück in verschiedenen Bereichen der Deutschen Reichsbahn im ganzen Reich und auch im besetzten Warschau. Vor 1933 hatte er dem Zentrum angehört, zum 01.05.1937 wurde er in die NSDAP aufgenommen. Nach dem Krieg war er Betriebskontrolleur in der Verkehrsabteilung der Bundesbahn in Köln, wo er Fahrpläne und Betriebsabläufe überwachte. Die Stammdaten führen ihn als Bundesbahnbeamten.

Anwalt der Beamten

1949 trat Brück der CDU bei und wurde Schriftführer im Kreisverband Köln-Ehrenfeld-Nord. Ab 1950 war er Geschäftsführer, später Vorsitzender des Landesbeamtenausschusses der rheinischen CDU und Mitglied des Bundesausschusses für öffentliche Verwaltung. Damit vertrat er eine Gruppe, die in der Union großes Gewicht hatte, als in den fünfziger Jahren das Beamtenrecht, die Besoldung und die Versorgung der Bundesbediensteten neu geregelt wurden.

Abgeordneter und Nachrücker

Von 1953 bis 1969 gehörte Brück dem Bundestag an, stets über die nordrhein-westfälische Landesliste. 1969 zog er zunächst nicht wieder ein. Am 14.08.1970 rückte er für Heinrich Köppler nach, der als Spitzenkandidat der CDU in den Düsseldorfer Landtag gewechselt war, und blieb bis 1972. 1968 erhielt er das Verdienstkreuz Erster Klasse, 1973 das Große Verdienstkreuz. Er war katholisch, verheiratet und Vater von drei Kindern. Brück starb am 20.07.1980 mit 69 Jahren in Jünkerath in der Eifel.

Mandate im Überblick

Zwischen dem ersten Einzug im Alter von 42 Jahren und dem Ausscheiden mit 61 kam er in 5 Wahlperioden auf insgesamt rund 18 Jahre als Abgeordneter. Die einzelnen Wahlperioden laut Bundestagsverwaltung:

  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 17.09.1957): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (14.08.1970 bis 22.09.1972): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Walter Brookmann

In Rostock wurde Walter Brookmann am 23.04.1901 geboren. Der Buchhändler aus Stettin war Generalsekretär der DVP und nach dem Krieg der CDU in Schleswig-Holstein und vertrat den Wahlkreis Kiel bis zu seinem Tod im Bundestag. Am 07.09.1949 wurde Brookmann Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die CDU. Als Beruf führte die Bundestagsverwaltung Kaufmann, als Religion evangelisch. Brookmann ist am 31.08.1957 in Kiel gestorben.

Kurzprofil

  • Geboren: 23. April 1901 in Rostock
  • Gestorben: 31. August 1957
  • Beruf: Kaufmann
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1949 bis 1957 (1. bis 2. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch

Studentenbewegung und Buchhandel

Brookmann kam in der Hafenstadt Rostock an der Warnow zur Welt und machte in Stettin Abitur. Nach einer kaufmännischen Lehre studierte er Volkswirtschaft in Berlin und Greifswald. Er engagierte sich in der Berliner Studentenbewegung, leitete die Bücherstelle im Auslandsamt der Deutschen Studentenschaft und wurde Mitinhaber des Verlages Hochschule und Ausland. 1932 übernahm er eine Buchhandlung in Stettin. Von 1939 bis 1945 war er Soldat, bis 1946 in britischer Gefangenschaft.

Generalsekretär der Volkspartei

In der Weimarer Republik schloss sich Brookmann der Deutschen Volkspartei an, der Partei des industrienahen Bürgertums, die mit Gustav Stresemann von 1923 bis 1929 den Außenminister stellte. Ab 1923 war er zweiter stellvertretender Vorsitzender ihres Reichsjugendausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Jugendringes in Pommern. Von 1927 bis 1931 war er Generalsekretär der DVP, in den Jahren, in denen die Partei nach Stresemanns Tod 1929 rasch an Bedeutung verlor.

CDU in Schleswig-Holstein

Da Stettin nach dem Krieg polnisch geworden war, blieb Brookmann nach der Entlassung im Norden. 1946 trat er der CDU bei und war von August 1946 bis Oktober 1949 ihr Generalsekretär in Schleswig-Holstein; daneben gab er die Zeitschrift Union im Norden heraus. Das Land war damals das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Flüchtlingen und Vertriebenen, deren Eingliederung die Politik bestimmte.

Der Wahlkreis Kiel

1949 und 1953 gewann Brookmann den Wahlkreis Kiel direkt, die Landeshauptstadt an der Förde, deren Werften und Marinehafen im Krieg schwer zerstört worden waren. Er war von 1949 bis 1953 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für gesamtdeutsche Fragen, danach bis zu seinem Tod des Ausschusses für gesamtdeutsche und Berliner Fragen. Brookmann starb am 31.08.1957 mit 56 Jahren in Kiel. Sein Sitz blieb unbesetzt, weil die nächste Bundestagswahl am 15. September nur wenige Tage später stattfand. Brookmann gehörte der evangelischen Kirche an; Angaben zu einer Familie fehlen.

Mandate im Überblick

Er war 48 Jahre alt, als er in den Bundestag einzog, und 56 beim Ausscheiden. Die Mandate ergeben zusammen rund 8 Jahre in 2 Wahlperioden. Die Bundestagsverwaltung verzeichnet im Einzelnen:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 31.08.1957): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Im Porträt: ICAN

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, im Original International Campaign to Abolish Nuclear Weapons und kurz ICAN, wurde am 23. April 2007 in Melbourne in Australien gegründet. Wenige Tage später, am 30. April 2007, wurde sie international am Rande einer Vorbereitungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag in Wien vorgestellt. ICAN ist ein Bündnis von Hunderten Nichtregierungsorganisationen aus mehr als hundert Ländern. Das Sekretariat befindet sich heute in Genf. 2017 erhielt die Kampagne den Friedensnobelpreis, wenige Monate nachdem in den Vereinten Nationen der Vertrag über das Verbot von Atomwaffen angenommen worden war.

Die Idee zur Gründung kam aus der australischen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, die selbst 1985 den Friedensnobelpreis erhalten hatten. Die Gründer orientierten sich an der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen, die in den 1990er Jahren erreicht hatte, dass zahlreiche Staaten ein Verbot dieser Waffen vereinbarten, und die dafür 1997 den Friedensnobelpreis erhielt. Der Grundgedanke war ähnlich: Statt auf die Abrüstungsverhandlungen der Atommächte zu warten, die seit Jahrzehnten nur langsam vorankamen, sollten Staaten ohne Atomwaffen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft ein Verbot dieser Waffen durchsetzen.

Ein zentraler Ansatz von ICAN war es, die Debatte über Atomwaffen zu verändern. Lange war sie von sicherheitspolitischen Begriffen wie Abschreckung und strategischer Stabilität geprägt. ICAN rückte stattdessen die humanitären Folgen in den Mittelpunkt, also das, was ein Atomwaffeneinsatz für Menschen, Städte und die Umwelt bedeuten würde. Dazu gehörten die unmittelbaren Opfer, die Strahlenschäden über Generationen und die Unmöglichkeit, nach einem solchen Angriff wirksame Hilfe zu leisten. Diese Sichtweise wurde von mehreren Staaten und vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz aufgegriffen.

Zwischen 2013 und 2014 fanden drei internationale Konferenzen über die humanitären Auswirkungen von Atomwaffen statt, in Oslo in Norwegen, in Nayarit in Mexiko und in Wien in Österreich. ICAN war an allen diesen Konferenzen beteiligt und organisierte begleitende Treffen der Zivilgesellschaft. Auf der Wiener Konferenz im Dezember 2014 legte Österreich eine Erklärung vor, in der es sich verpflichtete, auf eine Schließung der rechtlichen Lücke bei der Ächtung von Atomwaffen hinzuarbeiten. Dieser Erklärung schlossen sich in der Folge mehr als hundert Staaten an.

Daraus entwickelte sich ein Verhandlungsprozess in den Vereinten Nationen. Die Generalversammlung beschloss 2016, Verhandlungen über einen Verbotsvertrag aufzunehmen. Am 7. Juli 2017 wurde der Vertrag über das Verbot von Atomwaffen in New York von 122 Staaten angenommen. Er verbietet die Entwicklung, die Herstellung, den Besitz, die Weitergabe, die Stationierung, den Einsatz und die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen. Zudem enthält er Bestimmungen zur Hilfe für Opfer und zur Sanierung verseuchter Gebiete. Er trat am 22. Januar 2021 in Kraft, nachdem ihn 50 Staaten ratifiziert hatten.

Der Friedensnobelpreis von 2017 ehrte ICAN nach der Begründung des Nobelkomitees sinngemäß für ihre Arbeit, die Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Folgen jedes Einsatzes von Atomwaffen zu lenken, und für ihre bahnbrechenden Bemühungen, ein vertragliches Verbot dieser Waffen zu erreichen. Das Komitee betonte, dass die Welt in einer Lage sei, in der die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes größer sei als seit langer Zeit. Im Jahr 2017 hatten sich die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea stark verschärft.

Den Preis nahmen die damalige Geschäftsführerin Beatrice Fihn aus Schweden und die japanische Überlebende des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, Setsuko Thurlow, entgegen. Thurlow war beim Abwurf am 6. August 1945 dreizehn Jahre alt und überlebte in den Trümmern eines Gebäudes, in dem viele ihrer Mitschülerinnen starben. Sie setzte sich seit Jahrzehnten für die Abschaffung der Atomwaffen ein. Ihre Rede in Oslo, in der sie von ihren Erinnerungen an den Tag des Abwurfs erzählte, fand weltweit große Beachtung.

Die Auszeichnung und der Vertrag stießen bei den Atommächten auf Ablehnung. Keiner der Staaten, die Atomwaffen besitzen, hat sich an den Verhandlungen beteiligt oder den Vertrag unterzeichnet. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich erklärten, der Vertrag ignoriere die Realität der Sicherheitslage und könne den Atomwaffensperrvertrag schwächen. Auch die meisten Mitgliedstaaten der NATO und andere Verbündete der Vereinigten Staaten, die unter dem nuklearen Schutzschirm stehen, lehnen den Vertrag ab. Deutschland ist ihm nicht beigetreten.

Kritiker der Kampagne argumentieren, ein Verbot ohne die Beteiligung der Atommächte bleibe wirkungslos und könne die Abschreckung schwächen, die nach ihrer Auffassung seit 1945 einen großen Krieg zwischen den Großmächten verhindert habe. Befürworter halten dagegen, dass Verbote auch ohne universelle Beteiligung eine normative Wirkung entfalten. Sie verweisen auf die Verbote von Landminen und Streumunition, die das Verhalten auch von Staaten beeinflusst hätten, die ihnen nicht beigetreten sind. Zudem setze der Vertrag Banken und Unternehmen unter Druck, sich aus der Finanzierung von Atomwaffen zurückzuziehen.

Ein solcher Ansatz ist die Kampagne gegen Investitionen in Atomwaffen. ICAN und ihre Partner veröffentlichen regelmäßig Berichte darüber, welche Finanzinstitute Unternehmen finanzieren, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind. Einige Pensionsfonds und Banken haben daraufhin ihre Anlagerichtlinien geändert. In vielen Städten weltweit, darunter auch in Deutschland, haben Stadträte zudem Appelle unterzeichnet, in denen sie ihre Regierungen auffordern, dem Vertrag beizutreten.

Seit dem Inkrafttreten des Vertrags finden regelmäßig Treffen der Vertragsstaaten statt. Das erste Treffen fand im Juni 2022 in Wien statt. Deutschland nahm, wie einige andere NATO-Staaten, als Beobachter teil, ohne dem Vertrag beizutreten. Die Zahl der Vertragsstaaten ist seit 2021 stetig gewachsen. Gleichzeitig haben sich die Bedingungen für die nukleare Abrüstung verschlechtert. Russland hat mehrfach mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht, wichtige Rüstungskontrollverträge zwischen den Vereinigten Staaten und Russland sind ausgelaufen oder ausgesetzt, und China baut sein Atomwaffenarsenal aus.

Auch an der Spitze der Kampagne gab es Veränderungen. Beatrice Fihn, die ICAN in den entscheidenden Jahren der Vertragsverhandlungen geleitet hatte, gab ihr Amt Anfang der 2020er Jahre ab. Im Jahr 2023 übernahm die frühere australische Ministerin Melissa Parke die Leitung. Damit steht wieder eine Australierin an der Spitze einer Kampagne, die in Melbourne ihren Anfang genommen hatte. Der Aufbau als Bündnis vieler Partnerorganisationen ist geblieben, und die Arbeit wird weiterhin von einem kleinen Team in Genf koordiniert.

Für die Kampagne bedeutet diese Lage einen schwierigen Spagat. Einerseits bestätigt die gewachsene Gefahr ihre Warnungen vor den Folgen eines Atomkriegs. Andererseits haben viele Staaten, die sich bedroht fühlen, ihre Abhängigkeit von nuklearer Abschreckung eher verstärkt. In mehreren europäischen Ländern wird sogar über eine Ausweitung der nuklearen Teilhabe diskutiert. ICAN setzt weiterhin darauf, öffentlichen Druck aufzubauen und die humanitären Argumente in die Debatte einzubringen.

Wenn Sie den Weg von ICAN betrachten, sehen Sie ein Beispiel dafür, wie eine relativ kleine Organisation der Zivilgesellschaft einen internationalen Vertrag anstoßen kann. Innerhalb von zehn Jahren nach der Gründung wurde ein Abkommen geschlossen, das viele Fachleute zuvor für unrealistisch gehalten hatten. Ob dieser Vertrag langfristig zur Abschaffung der Atomwaffen beiträgt, ist offen. Er hat aber die Debatte verändert und den Stimmen der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki sowie der Opfer von Atomtests ein neues Gewicht gegeben.

Der Friedensnobelpreis von 2017 steht in einer Reihe mit früheren Auszeichnungen gegen Atomwaffen, etwa für die Pugwash-Konferenzen 1995, für die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs 1985 und für die japanische Organisation der Überlebenden Nihon Hidankyo im Jahr 2024. Gemeinsam zeigen diese Preise, dass das Nobelkomitee die Abschaffung der Atomwaffen seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten Aufgaben für den Frieden betrachtet.

Stand: 29.10.2026

Köpfe: Ren Takanashi (Koiko Takanashi)

Ren Takanashi, auch Koiko Takanashi genannt (japanisch 小鳥遊恋(高梨恋子)), ist eine japanische Pornodarstellerin aus Fukushima. Nach verfügbaren Angaben wurde sie am 23. April 1983 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

2007 debütierte sie, im April 2009 kündigte sie ihren Rückzug an. Ab 2010 trat sie als Miya Tezuka auf.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 156 Zentimetern und Körbchengröße D, die Oberweite misst 86, die Taille 60 und die Hüfte 88 Zentimeter. Ihre Hobbys sind Reisen und Video.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Yumi Okada

Yumi Okada (japanisch 岡田裕美) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 23. April 1969 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Laut Profil ist sie seit 2004 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 162 Zentimetern und Körbchengröße F, die Oberweite misst 90, die Taille 60 und die Hüfte 90 Zentimeter.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Arbenit Xhemajli

Arbenit Xhemajli ist ein kosovarischer Fußballspieler. Er kam am 23. April 1998 im aargauischen Brugg zur Welt und begann seine Profilaufbahn 2017 bei Neuchâtel Xamax.

Danach spielte der Innenverteidiger für Sunderland in England und den FC Vaduz, heute für Selangor in Malaysia. Für die Nationalmannschaft des Kosovo ist er Nationalspieler.

Stand: 16.10.2026