Ausgetrunken: Weißenoher Green MONKey Mandarina Bavaria

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Die Weißenoher Klosterbrauerei hat im Rahmen ihrer Craft Biere die interessante Serie Green MONKey aufgelegt. Ein Bier nach Pilsener Brauart, das danach noch mit einem prägnanten Hopfen kaltgehopft wird – so kann man den Charakter des jeweiligen Hopfens gut vergleichen. Derzeit gibt es drei Varianten: mit Mandarina Bavaria, Polaris und Hersbrucker Hopfen.

Hier habe ich die Variante mit Mandarina Bavaria ausprobiert. Das Bier ist leicht trüb und erinnert damit leicht an ein Kellerbier. Es hat eine schöne Perlung, die einem das zitronige Hopfenaroma in die Nase trägt, das allerdings von deutlichen Malznoten begleitet wird – so wirkt es schon fast zu komplex.

Der geschmackliche Eindruck ist ähnlich: der malzige Geschmack überdeckt hier sogar die Hopfennoten etwas, so dass der Mandarina Bavaria nicht sein volles Potential ausspielen kann. Mein Tipp an die Brauerei wäre, das Grundpils mit mehr Bittereinheiten auszustatten. 32 Bittereinheiten sind inzwischen zwar leider ein üblicher Wert bei Pils, klassischerweise hat ein Pils aber deutlich mehr. Es wäre interessant zu schmecken, welche Qualitäten der Hopfen dann ausspielen kann.

Ich empfehle übrigens, das Bier eher schnell zu trinken: die Orangennoten, die seinen Reiz ausmachen, sind recht flüchtig. Steht es einige Zeit, wirkt es schnell dumpf.

Dennoch ist das Green Monkey Mandarina Bavaria ein gutes und interessantes Bier, das man gerne an einem nicht zu warmen Frühlingsabend beim letzten Sonnenschein auf der Terrasse trinkt:

  • Alkoholgehalt: 5,8%
  • Bittereinheiten: ca. 33
  • Besonderes: Bio Bier

Erhältlich im sehr gut sortierten Getränkefachhandel. In Bonn z.B. bei EDEKA Mohr.

Liste: Bittereinheiten bei Bieren

Bittereinheiten – International Bitterness Units

Die Bitterkeit eines Bieres wird in Bittereinheiten (BE) gemessen, auch IBU (International Bitterness Units) oder früher auch EBU (European Bitterness Uni) genannt.

IBU ist eine Gewichtseinheit von einem Teil pro Million (ppm) Isohumulon (alpha-Säure) aus dem zugesetzten Hopfen – der also letztlich für die Bittere verantwortlich ist.

Ein hoher IBU Wert muss bei bestimmten Bieren übrigens nicht heißen, dass diese besonders bitter schmecken, da die Bitterkeit z.B. durch einen hohen Malzanteil überdeckt werden kann.

Typische Werte

Klassisches Pils sollte um die 40 Bittereinheiten haben, dies ist aber nur noch bei wenigen Bieren dieser Brauart der Fall. Die Brauereien folgten hier dem allgemeinen Trend zu weniger Bitterkeit. Pils bewegt sich heute meist zwischen 30 und 40.

Am wenigsten Bittereinheiten hat Berliner Weiße; im Regelfall werden hier nur Werte zwischen 3 und 8 IBU erreicht.

Kölsch erreicht im Regelfall Werte von 18-25 BE, Alt liegt meist etwas höher.

Biere sortiert nach Bittereinheiten

100 Bittereinheiten

  • 100 Bitterpils
  • Schoppe Bräu Berlin Holy Shit Ale

80 Bittereinheiten

77 Bittereinheiten

75 Bittereinheiten

  • Anchor Go West IPA

72 Bittereinheiten

58 Bittereinheiten

55 Bittereinheiten

  • And Union Friday

50 Bittereinheiten

  • Amaris 50
  • Maisel & Friends IPA

47 Bittereinheiten

  • Anchor Liberty Ale

45 Bittereinheiten

42 Bittereinheiten

40 Bittereinheiten

  • Aecht Schlenkerla Eiche Doppelbock
  • Anchor Porter
  • Jever Pilsener
  • Pilsener Urquell

38 Bittereinheiten

37 Bittereinheiten

  • Maisel&Friends Weizen IPA

36 Bittereinheiten

  • Löwenbräu Pils
  • Moritz Fliege Pils
  • Spaten Pils

35 Bittereinheiten

  • Anchor Steam Beer
  • Dupont Moinette Blonde
  • Karlsberg Urpils

33 Bittereinheiten

  • Bitburger Pils
  • Radeberger Pilsener

32 Bittereinheiten

  • König Pilsener
  • Maisel & Friends Pale Ale

31 Bittereinheiten

30 Bittereinheiten

28 Bittereinheiten

  • Astra Pils
  • Becks Pale Ale
  • Becks Pils
  • Corsendonk Pater
  • Diebels Alt
  • Hasseröder Premium Pils
  • Karlsberg Bock
  • Karlsberg Export
  • Löwenbräu Triumphator

27 Bittereinheiten

  • Köstritzer Edel Pils
  • Löwenbräu Alkoholfrei
  • Spaten Alkoholfrei
  • Warsteiner Verum Premium

26 Bittereinheiten

  • Becks Blue Alkoholfrei
  • Haake Beck Maibock
  • Hochdorfer Maibock
  • Karlsberg Pils
  • Köstritzer Schwarzbier

25 Bittereinheiten

  • Augustiner Edelstoff
  • Corsendonk Christmas Ale
  • Gaffel Kölsch
  • Warsteiner Braumeister Edition

24 Bittereinheiten

  • Haake Beck Export
  • Hasseröder Export
  • Krombacher Pils
  • Löwenbräu Oktoberfestbier

23 Bittereinheiten

  • Karlsberg Feingold
  • Karlsberg Kellerbier
  • Spaten Oktoberfestbier
  • Spaten Premium Bock

22 Bittereinheiten

  • Becks Gold
  • Budweiser Original
  • Haake Beck Edelhell
  • Haake Beck 12
  • Hasseröder 4
  • La Trappe Quadrupel Bier
  • Schönramer Gold

21 Bittereinheiten

  • Gösser Naturgold Alkoholfrei
  • Reissdorf Kölsch

20 Bittereinheiten

  • Chimay Grande Reserve
  • Löwenbräu Urtyp
  • Paulaner Original Münchner Hell

19 Bittereinheiten

  • Hasseröder Schwarzbier
  • Heineken Lager
  • Löwenbräu Dunkel
  • Löwenbräu Original
  • Spaten Hell
  • Sünner Kölsch

18 Bittereinheiten

  • Hasseröder Fürstenbräu

17 Bittereinheiten

16 Bittereinheiten

  • Becks Lime

15 Bittereinheiten

  • Duckstein Saphir (14,5)
  • Franziskaner Royal
  • Hacker Pschorr Münchener Kellerbier Anno 1417

14 Bittereinheiten

13 Bittereinheiten

12 Bittereinheiten

  • Edelweiß alkoholfreies Weizen
  • Franziskaner Hefe Hell
  • Franziskaner Hefe Dunkel
  • Hasseröder Radler
  • Heineken Light
  • Löwenbräu Hefeweißbier
  • Paulaner Hefeweizen Hell
  • Paulaner Hefeweizen Dunkel

11 Bittereinheiten

  • Becks Green Lemon
  • Haake Beck Alster

10 Bittereinheiten

  • Becks Summer Holunder
  • Franziskaner Alkoholfrei
  • Gaffel Sonnenhopfen
  • Karlsberg Dunkles Weizen
  • Karlsberg Helles Weizen
  • Löwenbräu Radler
  • Paulaner Hefeweißbier Alkoholfrei

7 Bittereinheiten

  • Becks Green Lemon Zero
  • Franziskaner Weißbier Leicht

4 Bittereinheiten

  • Becks Ice

 

Ausgetrunken: Rittmayer Bitter 42

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Vor kurzem habe ich hier hier ja schon das Rittmayer Bitter 58 vorgestellt, ein ausgesprochen hopfiges Bier, das auf englischen ESBs basiert.

Ein weiteres empfehlenswertes Bier aus der kleinen fränkischen Brauerei ist das Bitter 42, das mit 42 Bittereinheiten deutlich milder ausfällt als sein stärkerer Bruder. Dennoch hat es deutlich mehr Charakter, als die meisten Fernsehpilse, bei denen meist bei ca. 30 Bittereinheiten Schluss ist.

Die deutlichen Hopfenaromen steigen einem direkt in die Nase, dazu kommen dezente Fruchttöne. Vom Geschmack her wird man nicht enttäuscht, die Hopfennote ist angenehm und nicht überzeichnet, auch die Fruchtnote ist noch deutlich schmeckbar.

Ein Pils wie es sein sollte, das man auch gerne zum Essen trinkt.

  • Alkoholgehalt: 5,5%
  • Bittereinheiten: 42

Im gut sortierten Getränkefachhandel erhältlich; in Bonn z.B. bei EDEKA Mohr (Bornheimer Straße).

10 Dinge, die man in Riga gemacht haben sollte – Vorschläge von Holger

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Riga? Genau, Riga, Hauptstadt Lettlands, größte Stadt des Baltikums und ziemlich genau in dessen Herzen gelegen. Zwischen Sowjetvergangenheit, Spuren der deutschbaltischen Zeit und dem neu erwachtem Nationalstolz gibt es vieles, was sich abseits ausgetretener Touristenpfade entdecken lässt. Hier meine persönliche Liste mit 10 Dingen, die jeder in Riga mindestens einmal getan haben sollte:

  1. Auf den Turm der Petrikirche (Pētera baznīca) in der Altstadt fahren, sich vom wackelnden Fahrstuhl nicht schrecken lassen und die herrliche Aussicht über die ganze Stadt genießen!
  2. In einem Lido essen. Bereits 1987 arbeitete diese über die Stadt verteilte echt lettische Kette marktwirtschaftlich. Viel lettische Küche, noch mehr lettische Folklore. Aber: Alle lieben Lido!
  3. Mit der Straßenbahnlinie 11 (Richtung Mežaparks, Ausstieg Mēness iela) zum stillgelegten Großen Friedhof (Lielie Kapi) am äußeren Rand der Neustadt fahren und zwischen den verfallenden, monumentalen Grabmälern in aller Stille spazieren gehen, dabei die multikulturelle Vielfalt Rigas vor 1940 anhand der lettischen, russischen, estnischen, jüdischen und deutschen Prachtgräber bewundern.
  4. Für einen guten Drink und leckeres Street Food zum verfallenen Fabrikgelände einer alten Schnapsfabrik an der Aristida Briāna iela fahren. Heute findet sich hier eine alternative, junge lettische Szene zwischen Clubs (u.a. das Piens in einer alten Milchhalle), Bars und Burgerläden. Und auch eine Craft Beer-Brauerei mit Brauen zum Zuschauen gibt es (Labietis).
  5. Ein Fußballspiel der ersten lettischen Liga (Virslīga) schauen, wenn möglich im sozialistisch-charmanten Daugavas Stadions (Augšiela 1). Gemeinsam mit nicht mehr als 200 anderen Fans ein 5000-Plätze-Stadion beschallen.
  6. Ein Eishockeyspiel schauen. Lettlands führender Verein Dinamo Rīga spielt in der internationalen russischen Liga KHL, Eishockey ist eindeutig die führende Sportart in Lettland, das Level der KHL wird mit der amerikanischen NHL verglichen.
  7. In die Moskauer Vorstadt fahren (Maskavas forštate, Trollybus Nr. 15, eine legendäre, sogar besungene Route), tief hinein bis zu den grauen Chrustschowkas (geziegelte Plattenbauten), dann zu Fuß zurück durch die Geschichte Rigas in verkehrter Richtung, beginnend bei den Plattenbauten, durch die verfallenen Holzhäuser der Moskauer Vorstadt bis zum Zentralmarkt.
  8. Auf dem Zentralmarkt (Centrāltirgus) einkaufen. Dabei alle fünf riesigen Markthallen durchgehen, tapfer sein und auch die Fisch- und Fleischhalle besichtigen. Für alle Einkäufe keine Tasche mitbringen, sondern bei einer alten Dame für 10,- Cent eine Plastiktüte kaufen.
  9. Pelmeņi essen! Das von den russischen Einwohnern mitgebrachte Nationalgericht isst man am besten im „Pelmeņi XL“, z.B. an der Kaļķu iela in der Altstadt. Vorteil: Hat fast rund um die Uhr auf und ist einer der wenigen Orte, an denen es zu später Stunden nach durchzechter Nacht noch etwas zu essen gibt…
  10. Und jahreszeitenabhängig…
    1. Im Winter:Einen echten Winter erwischen (etwa jedes zweite Jahr) und bei Minusgraden im zweistelligen Bereich einen Spaziergang über die zugefrorenen Daugava machen, die hier in Riga etwa die Breite des Mittelrheins hat.
    2. Im Sommer…Mit der Fähre von Riga über die Daugava, die Buļļupe und die Lielupe nach Riga-Strand (Jūrmala – heute offiziell eine eigene Stadt) fahren, einen Strandtag einlegen.

Diese Liste hat Holger Böckmann erstellt. Er schreibt dazu:

Liebe 10-Dinge-Freunde, Riga ist wunderschön, fahrt einmal hin! Ich durfte 2½ Jahre dort leben und wenn ich nicht gerade an meinem Bonner Kneipenblog www.welovepubs.de schreibe, bin ich regelmäßig wieder dort.

Und hier noch weitere Impressionen:
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riga-fussball

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In der Reihe “10 Dinge, die man in … gemacht haben sollte” werden Orte, Dinge, Veranstaltungen und anderes vorgestellt, die man in bestimmten Städten, Dörfern, Ländern, Regionen… gemacht haben sollte. Sie wollen auch eine Liste veröffentlichen? Schreiben Sie uns!