Was bedeutet Meiensäß?

„Meiensäß“ ist ein Begriff aus dem alemannischen Sprachraum, insbesondere in der Schweiz, Vorarlberg (Österreich) und im Schwarzwald (Deutschland). Er bezeichnet eine saisonale Siedlung oder Alm, die im Frühling oder Frühsommer (Mai) bezogen wird.

Im traditionellen Alpwirtschaftssystem gibt es verschiedene Stufen der Bewirtschaftung abhängig von der Jahreszeit. Der „Meiensäß“ ist eine Zwischenstufe zwischen dem Winterquartier im Tal und der höher gelegenen Sommeralm. Die Kühe und andere Nutztiere werden im Frühling auf diese mittlere Höhenlage getrieben, wo sie frisches Gras finden, bevor sie im Sommer weiter auf die höher gelegenen Almen oder „Alpen“ gebracht werden.

Der Begriff leitet sich von „Mai“ und „Säß“ (von „Sitz“, also eine Art Aufenthaltsort oder Ansiedlung) ab. Es handelt sich also um einen Ort, an dem sich Hirten und Vieh im Mai oder Frühsommer aufhalten.

Das Wort wurde 2024 aus dem gedruckten Duden gestrichen.

Was bedeutet einkampfern?

„Einkampfern“ bedeutet, einen Gegenstand oder ein Körperteil mit Kampfer zu behandeln.

Kampfer ist eine natürliche, stark riechende Substanz, die aus dem Holz des Kampferbaums (Cinnamomum camphora) gewonnen wird. Kampfer hat antiseptische, entzündungshemmende und leicht betäubende Eigenschaften, weshalb er in der traditionellen Medizin, in Salben, Balsamen und als Inhalationsmittel verwendet wird. Zudem wird er häufig als Schutzmittel gegen Motten und andere Insekten eingesetzt, da sein intensiver Geruch abschreckend wirkt.

Das Wort einkampfern wurde aus der gedruckten Ausgabe des Duden 2024 gestrichen.

Was bedeutet bedünken?

Das Wort „bedünken“ hat in der historischen Sprache die Bedeutung von „scheinen“ oder „den Eindruck haben“. Es drückt ein Urteil oder eine Meinung aus, die man aufgrund einer Wahrnehmung oder eines Gefühls über eine Sache bildet. Wenn man beispielsweise sagt „Mich bedünkt, es sei schon spät“, bedeutet das, dass es einem so vorkommt oder man den Eindruck hat, dass es schon spät ist.

In moderner Sprache würde man „bedünken“ mit „denken“, „meinen“ oder „glauben“ übersetzen. Es handelt sich also um eine subjektive Einschätzung oder Vermutung. Der Ausdruck „nach meinem Bedünken“ entspricht in der heutigen Sprache „meiner Meinung nach“.

Der Adelung schreibt in seinem Eintrag zu bedünken schon 1793, dass das Wort veraltet ist. Insoweit ist es verwunderlich, dass es erst 2024 aus dem gedruckten Duden gestrichen wurde:

Bedünken, verb. reg. impers. welches mit der vierten Endung der Person für scheinen gebraucht wird, das Urtheil auszudrucken, welches man auf Veranlassung der Sinne von einer Sache fället. Mich bedünkt, es sey schon spät. Er ist, wie mich bedünkt, ein rechtschaffener Mann.

So wird die Vorsicht uns weise, der Himmel uns gnädig bedünken,
(Kleist)

Sich bedünken lassen, dafür halten, der Meinung seyn. Auch der Infinitiv wird zuweilen, am häufigsten aber in der Sprache der Kanzelleyen, als ein Hauptwort für Gutachten, Meinung, wahrscheinliches Urtheil gebraucht. Nach meinem Bedünken. Das ist, meines Bedünkens, sehr unrichtig. Gleichwohl geben sie ihm, meines Bedünkens, nichts nach.

Doch soll ich anders sagen, was mein Bedünken ist,
(Opitz)

Anm. Ehedem war für dieses Zeitwort in der Oberdeutschen Mundart auch bedäuchten üblich, welches noch bey dem Hans Sachs vorkommt; z.B. als mich bedäucht. Allein im Hochdeutschen ist solches veraltet, und selbst bedünken scheint immer mehr aus dem Gebrauche zu kommen. S. Dünken.

Was bedeutet Defraudation?

Defraudation ist ein alter Terminus für die Hinterziehung von öffentlichen Abgaben, das Verb lautet defraudieren.

Meyers Lexikon von 1905 schreibt dazu:

Defraudation (Defraude, lat., »Hinterziehung«), das durch die Nichtentrichtung öffentlicher Abgaben dem Staat oder einer Gemeinde gegenüber begangene Vergehen, insbes. die Hinterziehung von Zöllen und indirekten Steuern. Defraudieren, eine derartige Abgabe hinterziehen; Defraudant, der sich einer solchen Hinterziehung schuldig Machende (s. Zollstrafrecht). Im weitern Sinne ist D. gleichbedeutend mit Unterschlagung.

Der Duden hat das Verb „defraudieren“ aus der 2024 Auflage gestrichen.

Was bedeutet Saumsal?

Saumsal kann sowohl Langsamkeit, Trödelei oder Bummelei aber auch Verzug bedeuten. Der saumselige Schuldner ist also in Verzug. Auch Nachlässigkeit ist eine alte Bedeutung.

Das Wort wurde aus der gedruckten Duden Ausgabe 2024 gestrichen.

Interessant auch die Definition im Adelung von 1798:

Die Saumsêligkeit, plur. doch nur von dieser Beschaffenheit in einzelnen Fällen, die -en, der Zustand, da eine Person oder Sachessaumselig ist, die Unterlassung der pflichtmäßigen Geschwindigkeit, besonders im Gebrauche der Gelegenheit; die Säumigkeit, ehedem der Saumsal.

und

Saumsêlig, -er, -ste, adj. et adv. ein auch für säumig übliches Wort, besonders in engerer Bedeutung, auf eine fehlerhafte Art langsam, die pflichtmäßige Eilfertigkeit und den pflichtmäßigen Gebrauch der Gelegenheit aus Trägheit unterlassend. Saumselig seyn. Ein saumseliger Schuldner. Das im Hochdeutschen veraltete Hauptwort Saumsal, wovon dieses Beywort abstammet, ist noch in Baiern üblich, so wie auch Logau es noch gebraucht.

Und hier noch ein altes Sprichtwort dazu:

Kein Saumsal zum ersten und zweiten mal.

Wer versäumte der ersten und zweiten gerichtlichen Ladung Folge zu leisten, dem erwuchs, daraus noch kein Rechtsnachtheil. „Kein sumniss zu dem ersten oder dem andern male.“

Unser Bild zeigt einen saumseligen Schuldner auf dem Weg zu Gericht, wie ihn sich die Midjourney AI vorstellt.

Was bedeutet Ansucher?

Als Ansucher oder Ansucherin bezeichnet man insbesondere in Österreich jemand, der einen Antrag stellt, also ein Ansuchen.

Der Begriff ist inzwischen veraltet und wurde sogar aus dem Duden 2024 gestrichen. Unser Bild zeigt eine Ansucherin um 1912 (KI generiert).

Was bedeutet Weiberschaft?

Weiberschaft, älter auch Weibschaft, ist die Gesamtheit der Frauen.

Die Gebrüder Grimm schreiben dazu in ihrem Wörterbuch:

…zeitlich und durch seine bedeutung ‚gesamtheit von frauen‘ getrennt, nie in den wb., doch geläufig von Porta theatr. diab. 2 (1569) 157a bis Grabbe 4, 75 Blumenthal, umfaszt es auch die ledigen: ich traf sie (die zwei jungfrauen) im hause des freiherrn von Recke, wo ich … einen theebesuch machte und zufällig eine ganze weiberschaft fand Arndt an Johanna Matherby 86. selten im plur.: weiberschaften, z. b. klöster, bestehen nicht ohne einen männlichen bewindhabe

Heute wohl nicht mehr politisch korrekt.

Bild: Franz Marc, Vier badende Frauen, 1910.

Was bedeutet Juhe?

Juhe kann je nach Kontext und Region verschiedene Bedeutungen haben. „Was bedeutet Juhe?“ weiterlesen

Was bedeutet dwatsch?

Dwatsch bedeutet soviel wie dumm, albern. Vergleiche auch Quatsch. Es handelt sich um ein altes, nur noch selten gebräuchliches deutsches Wort.

Was bedeutet Dwas?

Dwas bedeutet soviel wie Dummkopf, grober Klotz oder auch grober Kerl. Es handelt sich um ein altes, nur noch selten gebräuchliches deutsches Wort.