Midterms 2026 in New Mexico: Ein knappes Grenzlandduell und Haalands Chance auf Geschichte

Abstrakte New-Mexico-Silhouette mit Wüstenlandschaft, Fluss, Adobe-Gebäuden und Wahlurne in Terrakotta, Blau und Türkis.

Landesweit haben die Demokraten in New Mexico gute Aussichten. Im Süden des Staates wird es deutlich enger. Dort verteidigt Gabe Vasquez einen Kongresssitz gegen einen früheren Polizisten und Marine. Zugleich könnte Deb Haaland als erste indigene Frau Gouverneurin eines US-Bundesstaates werden. Und die Wähler entscheiden über eine Frage, die anderswo längst beantwortet ist: Sollten ihre Abgeordneten ein Gehalt bekommen?

Stand: 31. Oktober 2026. Wahltag: 3. November 2026.

Ein Senatssitz, drei House-Rennen und eine offene Gouverneurswahl

Am 3. November wählt New Mexico einen US-Senator und sämtliche drei Mitglieder des Repräsentantenhauses. Alle vier Sitze halten derzeit Demokraten, alle vier Amtsinhaber treten wieder an. Senator Martin Heinrich steht diesmal nicht zur Wahl. Im Gouverneursamt ist dagegen ein Wechsel sicher: Michelle Lujan Grisham darf nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut kandidieren.

New Mexico ist ein Grenzstaat mit sehr unterschiedlichen politischen Landschaften. Zu ihm gehören Albuquerque und Santa Fe, indigene Gemeinschaften, ländliche Regionen und die Öl- und Gasgebiete im Südosten. Die Bedeutung dieser Industrie für öffentliche Einnahmen macht die Energiepolitik besonders widersprüchlich: Klimaschutz und strengere Regeln stehen neben dem Geld, das Schulen und andere Einrichtungen finanziert. Auch Haaland spricht im Interview mit KUNM ausdrücklich über diese Verbindung. Den Hintergrund zum Staat liefern unsere 10 Fakten über New Mexico.

NM-02: Der Wettbewerb, auf den es besonders ankommt

Für die Mehrheit in Washington lohnt vor allem der Blick auf NM-02. Der riesige Wahlkreis an der Grenze zu Mexiko verbindet Las Cruces, ländliche Gebiete und Teile des Großraums Albuquerque. Gabriel „Gabe“ Vasquez, Demokrat und früherer Stadtrat von Las Cruces, trifft auf den Republikaner Gregory G. „Greg“ Cunningham, einen ehemaligen Albuquerque-Polizisten und US-Marine.

Ihre Schwerpunkte unterscheiden sich deutlich. In den Interviews von Source New Mexico stellt Cunningham die öffentliche Sicherheit an erste Stelle. Er will unter anderem strengere Antworten auf Kriminalität und Probleme an der Grenze. Vasquez spricht vor allem über gestiegene Lebenshaltungskosten, Gesundheitsversorgung und bezahlbares Wohnen. Beide erklären, auch mit politischen Gegnern zusammenarbeiten zu wollen; beim Urteil über Donald Trumps Politik liegen sie weit auseinander.

Es ist zugleich ein Wettbewerb verschiedener Regionen. Die Oktoberumfrage des Albuquerque Journal zeigt Vasquez besonders stark im Südwesten und im zum Bezirk gehörenden Teil der Albuquerque-Region. Cunningham liegt im konservativen Osten vorn. Die entscheidende Frage lautet deshalb, ob der Republikaner auch jenseits seiner Hochburgen genügend Stimmen gewinnt.

Das Institut Research & Polling Inc. ermittelte vom 1. bis 9. Oktober 48 Prozent für Vasquez und 44 Prozent für Cunningham; acht Prozent waren unentschlossen. Befragt wurden 383 wahrscheinliche Wähler, die angegebene Fehlermarge beträgt ±5,0 Prozentpunkte. Das ist ein knapper demokratischer Vorsprung mit erheblicher Unsicherheit. Inside Elections bewertet NM-02 als Tilt Democratic: leichter Vorteil für die Demokraten, weiterhin umkämpft.

Alle Kandidaten für das Repräsentantenhaus

In jedem der drei Wahlkreise stehen ein Demokrat und ein Republikaner auf dem Stimmzettel. Die Namen sind mit den amtlichen Übersichten von Santa Fe County für NM-01 und NM-03 sowie Doña Ana County für NM-02 abgeglichen.

  • NM-01: Melanie Ann Stansbury (Demokraten, Amtsinhaberin) und Ndidiamaka Ekwua Charlene „Didi“ Okpareke (Republikaner).
  • NM-02: Gabriel „Gabe“ Vasquez (Demokraten, Amtsinhaber) und Gregory G. „Greg“ Cunningham (Republikaner).
  • NM-03: Teresa Leger Fernández (Demokraten, Amtsinhaberin) und Martin Zamora (Republikaner).

NM-01 mit großen Teilen Albuquerques und NM-03 mit Santa Fe und weiten Teilen des Nordens gelten bei Inside Elections als klar demokratisch. Okpareke ist Apothekerin in Rio Rancho; Zamora sitzt bereits im Staatsparlament. Beide stehen vor einer erheblich schwierigeren Aufgabe als Cunningham.

Die Oktoberwerte im Überblick:

Bezirk Demokraten Republikaner
NM-01 Stansbury
53 %
Okpareke
35 %
NM-02 Vasquez
48 %
Cunningham
44 %
NM-03 Leger Fernández
53 %
Zamora
39 %

Alle drei Erhebungen stammen von Research & Polling Inc. für das Albuquerque Journal und liefen vom 1. bis 9. Oktober mit persönlichen Telefoninterviews. In NM-01 wurden 380 wahrscheinliche Wähler befragt, Fehlermarge ±5,0 Punkte; in NM-03 waren es 362, Fehlermarge ±5,2 Punkte. Die Originalveröffentlichung zu NM-01 und NM-03 erläutert die Methode. Die Werte bestätigt auch Institutsleiter Brian Sanderoff im Gespräch mit KSFR vom 30. Oktober; das ist keine zusätzliche, spätere Befragung.

Senat: Luján mit klarem Vorsprung

Für den US-Senat stehen Ben Ray Luján (Demokraten, auf dem Stimmzettel „Ben R Lujan“) und Larry E. Marker (Republikaner) zur Wahl. Weitere aufgedruckte Kandidaten gibt es in den amtlichen Übersichten nicht.

Marker hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich: Er gewann die republikanische Vorwahl als Write-in-Bewerber. Im November steht sein Name regulär auf dem Stimmzettel. Er ist also weder unabhängiger Kandidat noch auf handschriftlich eingetragene Stimmen angewiesen.

Die Journal-Umfrage vom 1.–9. Oktober sieht Luján bei 53 Prozent, Marker bei 37 Prozent und zehn Prozent unentschlossen. Research & Polling Inc. befragte landesweit 1.125 wahrscheinliche Wähler; die Fehlermarge beträgt ±2,9 Punkte. Inside Elections führt den Sitz als klar demokratisch. Hier geht es nach den vorliegenden Daten weniger um einen möglichen Machtwechsel als um dessen deutliche Hürden.

Unabhängige: Nicht jede angekündigte Kandidatur steht zur Wahl

Gerade in New Mexico lohnt der genaue Blick auf den Unterschied zwischen einem politischen Vorhaben und einem Platz auf dem Stimmzettel. Bob Perls wollte für die Forward Party in den Senat. Die Partei versuchte gerichtlich, ihn und ihren Bewerber für das Auditor-Amt auf die Novemberstimmzettel zu bringen. Doch Supreme-Court-Richter Neil Gorsuch lehnte den Eilantrag am 17. September ab. Perls gehört nicht zum bestätigten Senatsfeld.

Ken Miyagishima, der frühere Bürgermeister von Las Cruces, versuchte es als unabhängiger Gouverneurskandidat. Er beendete seine Kampagne im Juli, nachdem er sich nicht für den Stimmzettel qualifiziert hatte, und unterstützte anschließend Hull. New Mexico News Port dokumentiert seinen Rückzug.

Eine tatsächliche parteilose Alternative gibt es dagegen auf Landesebene: Zachary „Zach“ Withers kandidiert im 22. Wahlkreis des Staatsrepräsentantenhauses gegen die Republikanerin Stefani Lord und den Demokraten Bill Scott. Er wird als DTS, „Decline to State“, geführt. Source New Mexico stellt den Landwirt und seine Mitbewerber vor. Das ist ein Rennen für das Parlament in Santa Fe, kein vierter Kongresswahlkreis.

Auch Write-ins sind kein beliebig offener Ausweg. Das Wahlamt von Doña Ana County weist ausdrücklich darauf hin, dass dort nur für einen lokalen County-Commission-Sitz eine zugelassene Write-in-Kandidatur besteht. Für Senat, Gouverneursamt und NM-02 gibt es dort keine solche zusätzliche Option. Die Bundesrennen bleiben nach den geprüften Unterlagen Duelle der beiden großen Parteien.

Haaland gegen Hull: Ein möglicher historischer Wechsel

Die frühere US-Innenministerin Deb Haaland tritt für die Demokraten zusammen mit Stephanie Garcia Richard als Kandidatin für das Vizegouverneursamt an. Ihr Gegner ist der frühere Bürgermeister von Rio Rancho, Greggory D. „Gregg“ Hull, mit David M. Gallegos als Vizekandidaten. Diese beiden Tickets stehen auf dem Stimmzettel.

Haaland gehört der Laguna-Pueblo-Gemeinschaft an. Bei einem Sieg wäre sie die erste indigene Frau an der Spitze eines US-Bundesstaates. Die Journal-Umfrage vom 1.–9. Oktober gibt ihr mit 49 zu 42 Prozent einen Vorsprung; neun Prozent waren unentschlossen. Es ist dieselbe landesweite Stichprobe von 1.125 wahrscheinlichen Wählern mit ±2,9 Punkten Fehlermarge. Inside Elections bewertet das Rennen als Likely Democratic, also mit einem deutlichen demokratischen Vorteil.

Weitere Ämter und sieben landesweite Sachabstimmungen

Gewählt werden auch alle 70 Mitglieder des Staatsrepräsentantenhauses. Beim Staatssenat gibt es diesmal nur die Wahl für den Rest der Amtszeit in Wahlkreis 33: William Griffin (D) gegen Rex Wilson (R). Hinzu kommen Richter- und lokale Wahlen sowie Bestätigungsabstimmungen über Richter.

Zu den weiteren landesweiten Duellen zählen Amanda López Askin (D) gegen Ramona L. Goolsby (R) als Secretary of State, Raúl Torrez (D) gegen Samuel Isaiah Kane Sr. (R) als Attorney General, Joseph M. Maestas (D) gegen Joshua James Ryan Lawrence (R) als State Auditor, Laura M. Montoya (D) gegen James F. Ellison (R) als Treasurer und Juan De Jesus Sanchez III (D) gegen Michael Jack Perry (R) als Land Commissioner.

Besonders greifbar werden die Veränderungen bei den sieben landesweiten Sachfragen im amtlichen Voter Guide:

  • Verfassungsänderung 1: Der Gouverneur soll Gesetze nicht mehr allein durch Untätigkeit nach Sitzungsende scheitern lassen können. Vollständige und teilweise Vetos müssten begründet werden.
  • Verfassungsänderung 2: Schulwahlen dürften zeitgleich mit parteipolitischen Wahlen stattfinden; die bisherige verfassungsrechtliche Trennung würde entfallen.
  • Verfassungsänderung 3: Überparteiliche oder parteiunabhängige Nominierungsausschüsse sollen Vorschlagslisten für Hochschulaufsichtsgremien erstellen, aus denen der Gouverneur auswählt.
  • Verfassungsänderung 4: Ab 2029 könnten die bisher ohne reguläres Gehalt arbeitenden Staatsabgeordneten eine Vergütung erhalten, gekoppelt an das mittlere jährliche Haushaltseinkommen des Staates.
  • Bond Question 1: Bis zu 21.582.213 Dollar für Bau, Verbesserung und Ausstattung von Senioreneinrichtungen.
  • Bond Question 2: Bis zu 19.324.188 Dollar für Anschaffungen von Hochschul-, Schul-, öffentlichen und indigenen Bibliotheken.
  • Bond Question 3: Bis zu 352.225.379 Dollar für Bau- und Investitionsprojekte an Hochschulen sowie speziellen und indigenen Schulen.

Die drei Anleihefragen werden getrennt abgestimmt. Zusammen geht es um rund 393,1 Millionen Dollar Kreditermächtigungen; zur Bedienung ist eine landesweite Grundsteuer vorgesehen. Örtliche Fragen kommen je nach Wohnort hinzu.

Die Wahl betrifft damit mehr als die Parteifarben in Washington. Sie entscheidet auch darüber, wie New Mexico seine Legislative organisiert und öffentliche Einrichtungen finanziert. Für die nationale Wahlnacht bleibt der spannendste Schauplatz dennoch NM-02: Dort reicht ein guter landesweiter Trend allein niemandem zum Sieg.

Weiterführende Quellen

Die amtliche Wahlausschreibung nennt die zu besetzenden Ämter. Die Kandidaten sind in den oben verlinkten Musterstimmzetteln nachvollziehbar; zusätzliche Interviews bietet der Wahlführer von Source New Mexico. Umfragen sind direkt bei den jeweiligen Rennen verlinkt.


AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.

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