Stand: 31. Oktober 2026. Wahltag: 3. November. In Florida beginnt der Kampf um den Kongress diesmal mit einer neuen Landkarte. Die Republikaner haben Wahlkreisgrenzen verschoben, demokratische Abgeordnete sind in andere Bezirke ausgewichen. Nun müssen die Wähler entscheiden, ob der Plan aufgeht – oder ob die Stimmung im Land stärker wirkt als die Linien auf dem Papier.
Gleichzeitig will Ashley Moody ihren Senatssitz erstmals bei einer Wahl verteidigen. Byron Donalds und David Jolly kämpfen um das Gouverneursamt. Und eine weitreichende Steuerreform verspricht vielen Hausbesitzern Entlastung, würde aber den Kommunen Milliarden entziehen. Die Midterms im Sunshine State sind ein ziemlich voller Wahlzettel.
Worum geht es am 3. November?
Florida vergibt einen Sitz im US-Senat in einer Sonderwahl für die verbleibende Amtszeit bis Januar 2029. Moody wurde Anfang 2025 ernannt, nachdem Marco Rubio als Außenminister in die Regierung Trump gewechselt war. Der andere Senator, Rick Scott, steht diesmal nicht zur Wahl.
Außerdem werden die 28 Sitze im Repräsentantenhaus für die nächste Legislaturperiode besetzt. Eine Entscheidung steht bereits fest: Der Demokrat Maxwell Frost hat in FL-10 keinen zugelassenen Gegenkandidaten. Die Abstimmung entfällt dort; Frost ist bereits wiedergewählt. In den übrigen 27 Bezirken gibt es Konkurrenz.
Zum Hintergrund des Bundesstaates geht es hier: 10 Fakten über Florida.
Senat: Moody führt, Nixon hofft auf eine Überraschung
Auf dem Stimmzettel stehen Ashley Moody (Republikaner), Angie Nixon (Demokraten) und Neil J. Gillespie (No Party Affiliation). Moody wirbt auf ihrer Kampagnenseite ausdrücklich mit „America First“, innerer Sicherheit und Trumps Unterstützung. Nixon kommt aus dem Repräsentantenhaus des Bundesstaates. Gillespie tritt ohne Parteizugehörigkeit an.
Moody ist die Favoritin. Inside Elections bewertet den Sitz zum 30. Oktober als „Likely Republican“. Die jüngeren Befragungen zeigen allerdings einen einstelligen Vorsprung. Ein sicherer Ausgang lässt sich daraus nicht ableiten.
| Institut und Zeitraum | Moody | Nixon |
|---|---|---|
| St. Pete Polls 25.–27. Oktober |
49,0 % | 44,7 % |
| University of North Florida 12.–19. Oktober |
49 % | 45 % |
St. Pete Polls befragte für Florida Politics 916 wahrscheinliche Wähler per automatisiertem Telefonanruf und SMS. Angegebene Fehlertoleranz: ±3,2 Prozentpunkte. Weitere 2,6 Prozent nannten jemand anderen, 3,7 Prozent waren unentschieden oder antworteten nicht.
Die University of North Florida führte 1.471 Telefoninterviews mit wahrscheinlichen Wählern; in die Auswertung der Senatsfrage gingen 1.414 Antworten ein. Die landesweit angegebene Fehlertoleranz beträgt ±2,81 Punkte. Die Werte enthalten zunächst Unentschlossene, die auf Nachfrage eine Neigung zu einem Kandidaten nannten. Fünf Prozent blieben unentschieden, ein Prozent nannte jemand anderen.
Gillespie wurde in beiden Fragen nicht namentlich angeboten. Die Kategorie „jemand anderes“ lässt sich deshalb nicht als sein persönlicher Umfragewert lesen. Das ist eine wichtige Grenze dieser Zahlen, gerade wenn man die Chancen der Unabhängigen beurteilen will.
Die neue Karte bringt neue Zweikämpfe
Die seit Mai geltenden Kongresswahlkreise sollten den Republikanern zusätzliche Sitze eröffnen. Das zeigt sich besonders im Süden: Debbie Wasserman Schultz kandidiert nun in FL-20, Lois Frankel in FL-23 und Jared Moskowitz in FL-25. Die amtliche Karte des Plans EOGPCRP2026 dokumentiert den Neuzuschnitt; alte Bezirksnummern und Ergebnisse lassen sich nicht einfach fortschreiben.
Besonders offen ist nach Inside Elections FL-22: Die Demokratin Pia Dandiya tritt gegen den Republikaner Casey Askar an. Der Wahlkreis steht auf „Toss-up“. Das demokratische House Majority PAC veröffentlichte eine ältere Impact-Research-Befragung vom 24. bis 31. August: Dandiya 46, Askar 44 Prozent. Die Mitteilung nennt weder Stichprobengröße noch Fehlertoleranz. Sie ist ein parteinaher Hinweis auf Konkurrenz, keine aktuelle Oktoberdiagnose.
In FL-25 fordert der Republikaner Scott Singer Moskowitz heraus. Inside Elections sieht einen leichten demokratischen Vorteil. Die veröffentlichten Kampagnenumfragen liegen weit auseinander: PPP ermittelte am 26. und 27. Oktober für das demokratische House Majority PAC 47 Prozent für Moskowitz und 41 Prozent für Singer bei 523 wahrscheinlichen Wählern. Eine republikanisch beauftragte National-Research-Erhebung vom 12. bis 15. Oktober sah dagegen Singer mit 49 zu 42 Prozent vorn, bei 400 Befragten. Die Werte sind im öffentlichen Umfragearchiv dokumentiert; vollständige Originalunterlagen standen für den direkten Methodenvergleich nicht zur Verfügung. Beide Befunde sind deshalb vorsichtig zu gewichten.
Rund um Tampa verteidigt Kathy Castor FL-14 gegen Mike Beltran. Hier lautet die Bewertung ebenfalls „Tilt Democratic“. Im benachbarten FL-13 versucht die Demokratin Leela Gray, der Republikanerin Anna Paulina Luna den Sitz abzunehmen. Inside Elections sieht weiterhin einen republikanischen Vorteil, „Lean Republican“. Ein im Umfragearchiv geführter demokratisch beauftragter PPP-Poll vom 14. und 15. Oktober kommt dagegen auf 47 Prozent für Gray und 46 Prozent für Luna bei 603 wahrscheinlichen Wählern. Auch hier ist der Vorsprung zu klein, um daraus einen klaren Favoriten abzuleiten.
In FL-27 steht die republikanische Abgeordnete Maria Elvira Salazar dem Demokraten Eliott Rodriguez gegenüber; auch dieser Sitz gilt als „Lean Republican“. Weiter zugunsten der Republikaner gewichtet werden FL-07 mit Ryan Elijah gegen Bale Dalton, FL-09 mit Dan Green gegen Darren Soto und FL-16 mit Sydney Gruters gegen Kelly Kirschner. Die übrigen Rennen gelten überwiegend als deutlich weniger offen.
Parteilose: zwölf House-Kandidaten, unterschiedliche politische Wege
In FL-13 steht mit Tony D’Arrigo ein dritter Name auf dem Stimmzettel. Auf seiner Website beschreibt er sich als früheren Republikaner und fordert zugleich eine allgemeine Gesundheitsversorgung sowie günstigere Finanzierungsmöglichkeiten für Wohneigentum. In einer GQR-Befragung vom 4. bis 6. August kam er auf 4 Prozent, neben Luna mit 47 und Gray mit 44 Prozent. Befragt wurden 500 wahrscheinliche Wähler, die Fehlertoleranz lag bei ±4,38 Punkten. Das veröffentlichte Memo argumentiert offen für Gray. D’Arrigos damaliger Wert ist zudem kein Maßstab für seinen heutigen Rückhalt.
Andere Unabhängige suchen Unterstützung in einem politischen Netzwerk: Die Forward Party unterstützt Mike Klein in FL-03, Deva Simmons in FL-18 und Alexander Cooke in FL-21. Auf dem Wahlzettel bleiben sie parteilos. Klein setzt auf weniger Einfluss großer Geldgeber, Simmons bringt Erfahrung aus Bildung und Jugendarbeit ein, Cooke war Bürgermeister von Juno Beach. Mike Sell in FL-04 tritt dagegen tatsächlich für die Florida Forward Party an.
Im selben Wahlkreis kandidiert der pensionierte Navy-Veteran Todd Schaefer ohne Parteizugehörigkeit. Er fordert auf seiner Kampagnenseite unter anderem mehr Transparenz, bezahlbares Wohnen und Gesundheitsversorgung für alle. Tyler Davis in FL-01 betont Bürgernähe, öffentliche Kandidatenforen und eine unabhängige Stimme für den Bezirk.
Zur Gruppe der parteilosen House-Kandidaten gehören außerdem Branden Scrivener, Mark Davis, Michael Quirk, Seth Haskin, Deborah Ann Meidinger Hosey und Eddy Rojas. Ihre jeweiligen Wahlkreise stehen in der vollständigen Liste unten. Kedner Maxime in FL-20 gehört hingegen der Independent Party of Florida an: Trotz des Namens ist das eine Partei und damit eine andere Kategorie als „No Party Affiliation“.
Alle Kongresskandidaten nach Wahlkreis
Grundlage sind die amtliche Kandidatenliste und der Abgleich mit The Green Papers. D = Demokraten, R = Republikaner, NPA = parteilos, L = Libertarian Party of Florida, FFP = Florida Forward Party, IND = Independent Party of Florida. W bezeichnet zugelassene Write-in-Kandidaten, deren Namen selbst eingetragen werden müssen. Ein Stern kennzeichnet ein derzeitiges House-Mitglied, auch bei einem Wechsel des Wahlkreises.
- FL-01: Gay Valimont (D); Jimmy Patronis (R*); Tyler Davis (NPA).
- FL-02: Amanda Marie Green (D); Austin Rogers (R).
- FL-03: Seth Harp (D); Kat Cammack (R*); Mike Klein (NPA).
- FL-04: LaShonda „L.J.“ Holloway (D); Aaron Bean (R*); Todd Schaefer (NPA); Mike Sell (FFP).
- FL-05: Rachel Grage (D); John Rutherford (R*); William Lintag Upham (W).
- FL-06: Eric Yonce (D); Randy Fine (R*); Andrew Parrott (L); Alec Pavlik (W).
- FL-07: Bale Dalton (D); Ryan Elijah (R); Christopher Dennison (L).
- FL-08: Jennifer Jenkins (D); Mike Haridopolos (R*).
- FL-09: Darren Soto (D*); Dan Green (R).
- FL-10: Maxwell Frost (D*) – ohne Gegenkandidaten bereits wiedergewählt.
- FL-11: James Pericola (D); Joe Strada (R); Ralph Groves (L).
- FL-12: Kimberly Overman (D); Gus Bilirakis (R*); Branden Scrivener (NPA).
- FL-13: Leela Gray (D); Anna Paulina Luna (R*); Tony D’Arrigo (NPA).
- FL-14: Kathy Castor (D*); Mike Beltran (R); Brian Lambert (L); Salomon Hernandez Sr. (W); Keith Varian (W).
- FL-15: Robert People (D); Laurel Lee (R*); Angie Boone (W).
- FL-16: Kelly Kirschner (D); Sydney Gruters (R); Mark Davis (NPA).
- FL-17: Matthew Montavon (D); Greg Steube (R*); Michael Quirk (NPA).
- FL-18: Curtis Gibson (D); Scott Franklin (R*); Deva Simmons (NPA).
- FL-19: Victor Arias (D); Jim Schwartzel (R); Seth Haskin (NPA); Alexandra Zakhvatayev (W).
- FL-20: Debbie Wasserman Schultz (D*); Brent Andersen (R); Kedner Maxime (IND).
- FL-21: James Martin (D); Brian Mast (R*); Alexander Cooke (NPA); David Fabrikant (W).
- FL-22: Pia Dandiya (D); Casey Askar (R).
- FL-23: Lois Frankel (D*); Deborah Adeimy (R).
- FL-24: Oliver Gilbert III (D); Te Mayonna Brown (R); Patricia Gonzalez (W).
- FL-25: Jared Moskowitz (D*); Scott Singer (R); Peter Jassenoff (L); Michaelangelo Hamilton (W).
- FL-26: Nicole Locklin (D); Mario Diaz-Balart (R*); Deborah Ann Meidinger Hosey (NPA).
- FL-27: Eliott Rodriguez (D); Maria Elvira Salazar (R*).
- FL-28: Phil „Felipe“ Ehr (D); Carlos Gimenez (R*); Eddy Rojas (NPA).
Damit umfasst die Übersicht 83 Kandidaturen: 73 aufgedruckte Namen in den umkämpften beziehungsweise mit Gegenkandidaten besetzten Wahlkreisen, neun zugelassene Write-ins sowie Frosts bereits entschiedene Wiederwahl. Unterlegene Vorwahlbewerber sind nicht mehr Teil des Novemberfeldes.
Wer folgt auf Ron DeSantis?
Der Gouverneur darf nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten. Um seine Nachfolge konkurrieren vor allem der republikanische Kongressabgeordnete Byron Donalds und der Demokrat David Jolly, der früher selbst als Republikaner im Kongress saß. Donalds tritt mit Bryan Avila als Kandidaten für das Vizegouverneursamt an, Jolly mit Gwen Graham.
Hinzu kommen Scott Jewett für die Libertären und die parteilosen Bewerber Dean Ocean Abrams, Charles Burkett, Jeffrey „Dr. Jeff“ Datto, Moliere „Moe“ Dimanche und Frank Russo. Als Write-in-Kandidaten sind Kathy Anderson und Erik Morris zugelassen.
St. Pete Polls sah Donalds vom 25. bis 27. Oktober bei 47,8 Prozent und Jolly bei 45,5 Prozent. In der oben verlinkten UNF-Erhebung vom 12. bis 19. Oktober standen 49 zu 47 Prozent, einschließlich zunächst Unentschlossener mit einer nachträglich genannten Präferenz. Die weiteren Kandidaten wurden in diesen Fragen nicht namentlich angeboten. Inside Elections bewertet das Gouverneursrennen als „Lean Republican“.
Auch Attorney General, Chief Financial Officer und Commissioner of Agriculture werden gewählt. Die großen Parteien schicken James Uthmeier (R) gegen Jose Javier Rodriguez (D), Blaise Ingoglia (R) gegen Annette Taddeo (D) und Wilton Simpson (R) gegen Joey Mendoza Atkins (D) ins Rennen. Für das Agrarressort ist zusätzlich Kyle „KC“ Gibson als Write-in zugelassen. Hinzu kommen Wahlen zum Landesparlament, Richterwahlen und Bestätigungsabstimmungen über Richter sowie kommunale Ämter.
Drei Verfassungsänderungen: Rücklagen, Landwirtschaft und Immobiliensteuern
Amendment 1 würde den finanziellen Krisenpuffer des Staates vergrößern. Statt höchstens 10 Prozent dürfte der Budget Stabilization Fund bis zu 25 Prozent der allgemeinen Einnahmen umfassen. Jährlich sollen bis zu 750 Millionen Dollar hineinfließen, begrenzt durch den Betrag, der zum Erreichen der Obergrenze fehlt. Für Ausnahmen und bestimmte Entnahmen gelten zusätzliche Bedingungen. Der beschlossene Text regelt die Details.
Amendment 2 betrifft bewegliches Sachvermögen für Landwirtschaft und Agrartourismus – etwa geeignete Maschinen und Werkzeuge. Unter den vorgesehenen Bedingungen soll es von der entsprechenden vermögensbezogenen Steuer befreit werden. Es geht dabei um Gegenstände, die gewöhnlich auf landwirtschaftlich eingestuften Flächen stehen und dem Eigentümer oder Pächter gehören. Die Regelung soll erstmals für das Steuerjahr 2027 gelten.
Amendment 3 verspricht die größte Veränderung: Bei selbst genutzten Hauptwohnsitzen soll der Freibetrag für die nicht an Schulen fließenden Immobiliensteuern 2027 auf 150.000 Dollar und 2028 auf 250.000 Dollar steigen, danach mit Inflationsanpassung. Wer erst nach dem 31. Dezember 2026 seinen ständigen Wohnsitz in Florida begründet, erhält zunächst geringere Freibeträge und muss fünf Jahre auf die volle Entlastung warten. Bei anderen Immobilien soll der jährliche Anstieg des steuerlichen Bewertungswerts für diese Steuern auf 5 statt 10 Prozent begrenzt werden. Zusätzlich würde die Verwendung bestimmter kommunaler Steuereinnahmen eingeschränkt.
Den Entlastungen stehen Einnahmeausfälle gegenüber. Die abschließende Analyse des Parlamentsstabs vom 16. Juni beziffert sie für die örtlichen Steuern außerhalb der Schulfinanzierung auf rund 4,95 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr 2027/28 und 8,78 Milliarden im Folgejahr. Die Vorlage schafft diese Steuern also nicht pauschal ab, auch wenn solche Kurzbeschreibungen kursieren.
Für Verfassungsänderungen ist eine Zustimmung von mindestens 60 Prozent nötig. In der UNF-Umfrage unterstützten 50 Prozent Amendment 3, 30 Prozent lehnten es ab. Dabei wurde eine verkürzte Beschreibung vorgelesen. Gerade bei dieser komplexen Vorlage ist der genaue Fragetext wichtig.
Örtlich kommen weitere Referenden hinzu. Broward County stimmt über die Verlängerung einer Steuer für Lehrergehälter, psychologische Betreuung und Schulsicherheit ab.
AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.
