Stand: 30. Oktober 2026. Colorado wählt am 3. November einen US-Senator und alle acht Mitglieder seines US-Repräsentantenhauses. Während die Demokraten bei Senat und Gouverneursamt klar favorisiert sind, sind mehrere republikanische House-Sitze umkämpft. Besonders aufmerksam lohnt sich der Blick auf CO-08 und CO-05, auf Lauren Boeberts Wahlkreis sowie auf die parteilosen Kandidaten. Gleichzeitig stehen 14 landesweite Sachfragen zur Abstimmung.
Zum Bundesstaat: 10 Fakten über Colorado.
Was wird gewählt – und was ist an Colorado besonders?
Senator John Hickenlooper stellt sich zur Wiederwahl. Der zweite Senatssitz, den Michael Bennet hält, steht nicht zur Abstimmung. Bei den acht House-Sitzen ist die Delegation bislang mit vier Demokraten und vier Republikanern ausgeglichen. Gouverneur Jared Polis darf wegen der Amtszeitbegrenzung nicht erneut antreten. Eine Übersicht bietet The Green Papers.
Colorado verbindet demokratisch geprägte Ballungsräume mit großen republikanischen Gebieten. Für die Mehrheitsfrage im Kongress sind deshalb einzelne Wahlkreise aussagekräftiger als das landesweite Bild. Hinzu kommt eine vielfältige Parteienlandschaft: Forward, Unity und Approval Voting sind auf dem Stimmzettel vertreten. Ihre Bewerber sind rechtlich von den ausdrücklich als „Unaffiliated“ bezeichneten Parteilosen zu unterscheiden.
US-Senat: Hickenlooper ist klarer Favorit
Auf dem Stimmzettel stehen John Hickenlooper (D, Amtsinhaber), Mark Baisley (R), Bob Chew (Forward Party), Christopher Baum (Approval Voting Party), Blake Huber (Libertarian Party) und Adam Withrow (Unity Party). Hinzu kommen drei zugelassene Write-ins: Donald Willoughby (parteilos), Will Powers (R) und Ryan Apelbaum (R). Ihre Namen werden nicht vorgedruckt, können aber eingetragen werden. Quellen: amtliche Kandidatenliste und Wahlübersicht von Boulder County.
Cook, Inside Elections, Sabato und Decision Desk stufen den Sitz als sicher demokratisch ein. Eine aktuelle veröffentlichte landesweite Umfrage zur tatsächlichen Hauptwahlkonstellation konnte in den recherchierten Quellen nicht gefunden werden. Prozentwerte aus Prognosemodellen sind keine gemessenen Wähleranteile. Kandidaten und Bewertungen bei Ballotpedia; Umfragelage und ausdrücklich als Modell bezeichnete Prognose.
Bob Chew beschreibt sich auf seiner Kampagnenseite als unabhängigen Problemlöser zwischen den politischen Extremen und verweist auf seine Zeit als Marineoffizier und Unternehmer. Für die Einordnung auf dem Wahlzettel gilt dennoch: Er ist der Kandidat der Forward Party, kein parteiloser Bewerber. Die unabhängige Senatskandidatur im engeren Sinne ist die Write-in-Kandidatur von Donald Willoughby.
Alle Kandidaten in den acht Kongresswahlkreisen
Die amtliche Liste des Secretary of State enthält 33 aufgedruckte House-Kandidaten und fünf zusätzliche zugelassene Write-ins. D = Demokraten, R = Republikaner, L = Libertarian Party, U = Unity Party, AC = American Constitution Party; „parteilos“ entspricht „Unaffiliated“.
| Wahlkreis | Alle aufgedruckten Kandidaten | Zugelassene Write-ins |
|---|---|---|
| CO-01 | Melat Kiros (D); Christy Peterson (R); Critter Milton (U); Chad Humphrey (L); Shimon Blau (parteilos) | Kevin StClair (D); John Wren (D); Stephen Replin (parteilos) |
| CO-02 | Joe Neguse (D, Amtsinhaber); Kelley Anne Dennison (R); Gaylon Kent (L) | Keine |
| CO-03 | Dwayne L. Romero (D); Jeff Hurd (R, Amtsinhaber); Cory Robertson (L); Clifton Brown (parteilos) | Keine |
| CO-04 | Lauren Boebert (R, Amtsinhaberin); Eileen Laubacher (D); Douglas Mangeris (L) | Luis Galvan (R) |
| CO-05 | Jeff Crank (R, Amtsinhaber); Jessica Killin (D); Christopher Mitchell (AC); Mark „Marky Jr“ Elworth (L) | Steven Fuller (parteilos) |
| CO-06 | Jason Crow (D, Amtsinhaber); Jason Clark (R); Patty McMahon (L); Meredith Ryan (U); Samir Ezzeldin Witta (parteilos) | Keine |
| CO-07 | Brittany Pettersen (D, Amtsinhaberin); Tim Bennett (R); Susan Hall (U); Lawrence Kyle Clark (AC); Dan „Kilo“ Sallis (L); Joe Krzeczkowski (parteilos) | Keine |
| CO-08 | Gabe Evans (R, Amtsinhaber); Manny Rutinel (D); Dave Wood (L) | Keine |
Write-ins sind keine zusätzlichen vorgedruckten Antwortmöglichkeiten. Auch die republikanische Write-in-Kandidatur Luis Galvans in CO-04 ist von Boeberts regulärer republikanischer Nominierung zu unterscheiden.
CO-08: Ein möglicher demokratischer Rückgewinn
Gabe Evans gewann 2024 gegen Yadira Caraveo mit 49,0 zu 48,2 Prozent. Nun fordert ihn Manny Rutinel heraus; Dave Wood tritt für die Libertären an. Der junge Wahlkreis zwischen Denvers nördlichen Vororten und Greeley wurde von Anfang an als besonders wettbewerbsfähig angelegt. Ballotpedia: CO-08.
Die jüngste in den recherchierten Quellen verfügbare Kandidatenumfrage stammt allerdings schon vom 16. bis 17. September. McLaughlin & Associates befragte 400 wahrscheinliche Wähler per SMS und Telefon: Evans 48 Prozent, Rutinel 46 Prozent, unentschieden 6 Prozent, bei ±4,9 Prozentpunkten Fehlermarge. Auftraggeber war die konservative, Evans unterstützende Organisation Enhancing American Competitiveness. Der Bericht der Colorado Capitol News Alliance bei KUNC weist keinen eigenen Wood-Wert aus. Das ist eine alte, parteinah beauftragte Momentaufnahme.
Die aktuellen Prognoseurteile sind günstiger für die Demokraten: Cook und Sabato sehen „Lean Democratic“, Inside Elections „Tilt Democratic“, also einen knappen demokratischen Vorteil. Daraus folgt kein neuer Umfragewert. Aktuelle Sitzbewertungen von Inside Elections.
CO-05: Jeff Crank und Jessica Killin liegen in einer Oktoberumfrage gleichauf
Im Raum Colorado Springs sahen frühere Wahlergebnisse deutlich republikanischer aus: Crank gewann 2024 mit 54,7 zu 40,9 Prozent. Nun gilt der Wahlkreis bei Inside Elections als „Toss-up“; Cook und Sabato sehen weiterhin einen republikanischen Vorteil. Hintergrund zum Wahlkreis und aktuelle Inside-Elections-Einstufung.
Public Policy Polling kam vom 19. bis 20. Oktober unter 577 wahrscheinlichen Wählern auf 47 Prozent für Killin und 47 Prozent für Crank. Auftraggeber war der demokratische House Majority PAC. Die veröffentlichte Mitteilung enthielt keine Fehlermarge. Gesonderte Werte für Mitchell und Elworth lassen sich daraus ebenfalls nicht ableiten. Bericht des Fort Collins Coloradoan vom 28. Oktober; archivierte Erhebungsdaten.
CO-03 und CO-04: Republikanische Vorteile mit Gegenwind
CO-03: Jeff Hurd verteidigt den großen Wahlkreis im Westen und Süden gegen Dwayne Romero. Eine interne DCCC-Erhebung vom 20. bis 21. Oktober unter 402 wahrscheinlichen Wählern zeigt Romero 47 Prozent, Hurd 46 Prozent; 8 Prozent waren unentschieden, mit Rundungsabweichungen. Die angegebene Fehlermarge beträgt ±4,9 Punkte. Der Auftraggeber ist die offizielle Wahlkampforganisation der House-Demokraten. Der Bericht von Colorado Public Radio nennt keine getrennten Werte für Robertson und Brown. Cook, Sabato und Inside Elections sehen Hurd trotz dieser knappen parteiinternen Umfrage weiter mit „Likely Republican“ im Vorteil.
CO-04: Lauren Boebert trifft auf Eileen Laubacher und den Libertären Douglas Mangeris. Impact Research ermittelte vom 21. bis 24. September bei 403 wahrscheinlichen Wählern: Boebert 45 Prozent, Laubacher 40 Prozent, Mangeris 9 Prozent, unentschieden 6 Prozent; Fehlermarge ±4,8 Punkte. Bezahlt wurde die Umfrage von der gegen Boebert engagierten Invest in Tomorrow Coalition. Der hohe Wert für Mangeris verdient Beachtung, ist aber weder frisch noch eine Prognose seines Wahlergebnisses. Erhebungsdaten und Auftraggeber.
Cook und Sabato bewerten CO-04 mit „Lean Republican“, Inside Elections mit „Likely Republican“. Die Einschätzungen unterscheiden sich also im Ausmaß des republikanischen Vorteils. CO-04 bei Ballotpedia; Inside Elections.
Für CO-01, CO-02, CO-06 und CO-07 lautet die Inside-Elections-Einstufung dagegen „Solid Democratic“. Diese sichereren Sitze werden hier kürzer behandelt; alle Bewerber stehen dennoch in der Tabelle.
Die parteilosen Bewerber: Unterschiedliche politische Angebote
Shimon Blau in CO-01 ist besonders interessant. Nach Melat Kiros’ Vorwahlsieg gegen die langjährige Abgeordnete Diana DeGette tritt der Arzt als parteilose Alternative an. Auf seiner eigenen Website erklärt er ausdrücklich, im Kongress mit den Demokraten eine Fraktionsgemeinschaft bilden und Hakeem Jeffries als Speaker unterstützen zu wollen. Er nennt bezahlbare Gesundheitsversorgung, Lebenshaltungskosten und kleine Unternehmen als Schwerpunkte. Seine formale Parteilosigkeit bedeutet somit keine Neutralität bei der parlamentarischen Mehrheitsbildung.
Clifton Brown in CO-03 wirbt auf seiner Kampagnenseite unter anderem mit einer Antikriegspolitik und weitgehenden Wahlreformen. Samir Ezzeldin Witta in CO-06 ist Onkologe und stellt Gesundheitsversorgung, Kosten und politische Transparenz heraus. Joe Krzeczkowski in CO-07 fordert auf seiner Website eine allgemeine Gesundheitsversorgung und eine stärkere Besteuerung besonders Wohlhabender. Hinzu kommen die parteilosen House-Write-ins Stephen Replin und Steven Fuller. Kleine Parteien und Parteilose bilden damit kein einheitliches politisches Lager.
Gouverneurswahl: Weiser gegen Marx – und Greg Lopez als Parteiloser
Phil Weiser gewann die demokratische Vorwahl gegen Michael Bennet und tritt nun gegen den Republikaner Victor Marx an. Das Gouverneursamt gilt bei den großen Prognostikern als sicher demokratisch. Ballotpedia: Kandidaten und Bewertungen.
Die sieben zugelassenen Teams für Gouverneur und Vizegouverneur sind:
- Phil Weiser / Lesley Dahlkemper (D).
- Victor Marx / George Washington Markert (R).
- Stephen T. Hamilton / James K. Treibert (American Constitution Party).
- Eric Mulder / Wayne Harlos (Libertarian Party).
- Jeff Peckman / T.J. Cole (Unity Party).
- Erik Underwood / Frank Atwood (Approval Voting Party).
- Greg Lopez / Taralyn Romero (parteilos).
Die Namen entsprechen der amtlichen Übersicht von Boulder County.
Greg Lopez saß nach einer Nachwahl 2024 kurzzeitig als Republikaner im US-Repräsentantenhaus. Jetzt kandidiert er ausdrücklich parteilos. Auf seiner Kampagnenseite betont er Lebenshaltungskosten, Sicherheit und eine Vertretung des gesamten Bundesstaates. Ohne aktuelle belastbare Umfrage zum vollständigen Feld wäre eine genaue Aussage über seinen Stimmenanteil spekulativ.
Eine frühe August-Erhebung von Magellan Strategies wurde mit einem Vorsprung Weisers von zwölf Punkten berichtet; in den zugänglichen Unterlagen ließ sich dafür kein vollständiger Methodenbericht prüfen. Sie wird deshalb nicht als aktuelle Prognose verwendet. Ein anderer verbreiteter Wert, Marx 46 zu Weiser 45 Prozent, stammt aus der oben erwähnten Befragung in CO-04 allein und sagt nicht aus, dass die landesweite Gouverneurswahl gleichauf liegt. Colorado Times Recorder erläutert den Unterschied.
Weitere Wahlen: Landesparlament, Exekutive und Gerichte
Gewählt werden außerdem alle 65 Sitze im Landesrepräsentantenhaus und insgesamt 21 Senatssitze: 17 regulär sowie vier Nachwahlen in den Bezirken 17, 21, 29 und 31. Dazu kommen Richterbestätigungen, kommunale Ämter und Sitze in Bildungs- und Hochschulgremien. Quellen: amtliche Kandidatenliste und Wahlkalender mit den vier Senatsnachwahlen.
Bei den wichtigsten weiteren Landesämtern stehen zur Wahl:
- Attorney General: Jena Griswold (D), Michael J. Allen (R).
- Secretary of State: Amanda Gonzalez (D), James Wiley (R), Sean Vadney (L), Amanda Campbell (American Constitution Party), Celeste Landry (Forward Party).
- State Treasurer: Jeff Bridges (D), Kevin Grantham (R), Jodie Barr (L), Marilee Langner Sturgis (Approval Voting Party).
Quelle: Secretary of State: endgültige Wahlübersicht.
Alle 14 landesweiten Abstimmungsvorlagen
Die folgende Kurzfassung beruht auf dem amtlichen Blue Book und der Übersicht von Colorado Newsline. Die Originaltexte enthalten weitere Voraussetzungen und Ausnahmen.
- Amendment 81: Meldepflichten an Bundes-Einwanderungsbehörden bei bestimmten Straftatvorwürfen und ungeklärtem Aufenthaltsstatus.
- Amendment 82: Verfassungsrechtliches Recht, Erdgas zum Heizen und Kochen zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen.
- Amendment 83: Recht auf Jagd und Fischerei, mit fortbestehenden Schutz- und Regulierungsbefugnissen.
- Amendment 84: Zusätzliche Identifikationsangaben bei Briefwahl neben der Unterschrift; Fehlerkorrektur bleibt vorgesehen.
- Amendment 85: Verständliche Abstimmungstexte, höchstens auf dem Leseniveau der achten Klasse.
- Amendment 86: Zusätzliche Hürden für Kongress-Wahlkreisänderungen außerhalb des regulären Zehnjahreszyklus.
- Amendment 87: Gestaffelte Einkommensteuer und zusätzliche Mittel für Bildung, Gesundheit und Kinderbetreuung.
- Proposition NN: Staatliche Einnahmengrenze anheben, um mehr Geld insbesondere für Schulen einzubehalten; geringere TABOR-Rückzahlungen möglich.
- Proposition 132: Härtere Straf- und Mindeststrafregeln für Fentanyldelikte.
- Proposition 133: Lebenslange Haft ohne Bewährung bei Kindersexhandel; Erweiterung des Tatbestands.
- Proposition 134: Schul- und Hochschulsport nach gesetzlich definiertem biologischem Geschlecht; Ausnahmen unter anderem für gemischte Teams.
- Proposition 135: Verbot bestimmter geschlechtsangleichender Operationen an Minderjährigen und ihrer Finanzierung.
- Proposition 136: Obergrenze von 4,4 Prozent für die staatliche Einkommensteuer.
- Proposition 137: Einnahmen aus der Sportartikel-Umsatzsteuer für Natur-, Wasser- und Waldschutz sowie Erholung zweckbinden und von Einnahmengrenzen ausnehmen.
Amendments 81 bis 86 benötigen 55 Prozent Zustimmung. Für Amendment 87 und die Propositions reicht die einfache Mehrheit. Bei einem gleichzeitigen Ja zu 87 und 136 wären widersprüchliche Regelungen anhand der jeweils höheren Zahl an Ja-Stimmen aufzulösen. Blue Book: Abstimmungshürden und mögliche Konflikte.
Regional kommt etwa Ballot Issue 7A zur Finanzierung des Colorado-Connector-Personenbahnprojekts an der Front Range hinzu. Diese Steuer- und Finanzierungsfrage betrifft nur den zuständigen Bahndistrikt, nicht alle Einwohner Colorados. Auch sie wird im Blue Book erläutert.
Wie belastbar sind die Zahlen?
Die öffentliche Umfragelage ist dünner, als die vielen Prognosegrafiken im Internet vermuten lassen. Mehrere Erhebungen sind Wochen alt oder stammen aus dem Umfeld einer Partei. Bei manchen fehlen Antworten für kleinere Parteien oder der vollständige Methodenbericht. Kleine Abstände, Rundungen und unterschiedliche Kandidatenfelder sollten deshalb nicht zu einer scheinbar präzisen Vorhersage zusammengezogen werden. Für die 14 Sachfragen konnten keine ausreichend geprüften aktuellen Erhebungen gefunden werden.
AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.
