Spam-Warnung: „Mit freundlichen Grüßen“

Normalerweise steht „Mit freundlichen Grüßen“ am Ende einer Mail. Bei dieser hier ist es gleich der Betreff, und viel mehr Inhalt kommt danach auch nicht. Sonntagfrüh um kurz nach vier meldete sich ein gewisser Bellamy Wilder, angeblich „Head of Operations“ der Metro Bank, mit einem „vertraulichen Geschäftsvorschlag“. Kurz gesagt: Die Mail ist nicht echt, und Du solltest nicht antworten.

Was die Mail von Dir will

Erst einmal nur eine Antwort. Herr Wilder hofft, dass es Dir gut geht, hat eine Gelegenheit, die „für beide Seiten von Interesse“ sein könnte, und verrät sonst absolut nichts: keinen Betrag, keinen Anlass, keinen Grund, warum ausgerechnet Du gefragt wirst. Das ist Absicht. Wer zurückschreibt, zeigt, dass seine Adresse gelesen wird und dass er neugierig ist. Danach folgt bei dieser Masche typischerweise die Geschichte vom herrenlosen Millionenkonto, und kurz darauf die Bitte um Gebühren, Ausweiskopien oder Kontodaten. Ganz ähnlich liefen schon die angebliche EU-Entschädigung über 1,5 Millionen Euro und die Spende der „Stefano Pessina Charity Foundation“.

Warum das kein Bankmanager ist

Die Metro Bank gibt es wirklich, sie ist eine Bank in Großbritannien. Ihr Betriebschef würde aber kaum über eine kostenlose Adresse wie bellamywilder001@outlook.com korrespondieren, und genau dorthin soll laut Reply-To jede Antwort gehen. Abgeschickt wurde die Mail dagegen von post@franz-wagner.info, einer Adresse, die mit einer Bank nichts zu tun hat, ohne SPF und ohne DKIM-Signatur. Als Empfänger steht ebenfalls diese Absenderadresse mit dem Namen „Recipients“ drin, alle echten Empfänger stecken also im Blindkopie-Feld. Laut den Kopfzeilen wurde sie von einem Rechner namens „LAPTOP-RVTPANS0“ eingeliefert. Eine Bank, die Geschäftspartner per Massen-Blindkopie vom Laptop sucht, wäre selbst eine Spam-Warnung wert.

Was Du tun solltest

Nicht antworten, auch nicht aus Neugier und auch nicht mit „kein Interesse“. Jede Reaktion bestätigt Deine Adresse und landet bei der Outlook-Adresse der Absender. Schick niemals Ausweis, Kontodaten oder Geld an jemanden, der Dir unaufgefordert ein vertrauliches Geschäft anbietet. Verschieb die Mail in den Spam-Ordner und lösch sie. Wenn Du wirklich wissen willst, ob eine Bank etwas von Dir möchte, frag über die Kontaktdaten auf ihrer offiziellen Website nach.

Der Mailtext (ohne Links)

Absender: post@franz-wagner.info (Antwort an: bellamywilder001@outlook.com), Betreff: „Mit freundlichen Grüßen“, empfangen am 25.10.2026 um 04:10 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, es geht Ihnen gut.

Ich wende mich an Sie bezüglich eines vertraulichen Geschäftsvorschlags, den ich gerne in einem persönlichen Rahmen mit Ihnen besprechen möchte. Ich bin der Ansicht, dass diese Gelegenheit für beide Seiten von Interesse sein könnte, und würde mich freuen, Ihnen nähere Einzelheiten dazu erläutern zu dürfen.

Sollten Sie an weiteren Informationen interessiert sein, lassen Sie es mich bitte wissen. Ich werde Ihnen dann gerne genauere Angaben zu Art und Umfang des Vorschlags zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Bellamy Wilder
Head of Operations
Metro Bank
E-Mail: bellamywilder001@outlook.com

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