Wahlkreis 1 (Flensburg – Schleswig) bei der Bundestagswahl 2025

Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 holte Petra Nicolaisen (CDU) im Wahlkreis 1 (Flensburg – Schleswig) in Schleswig-Holstein mit 26,5 Prozent der Erststimmen die meisten Stimmen. Bei den Zweitstimmen lag die CDU mit 24,9 Prozent vorn. Ein Mandat im Bundestag war mit dem Wahlkreissieg diesmal nicht verbunden. Auf dieser Seite finden Sie Gebiet, Ergebnisse, Wahlbeteiligung und die demografischen Besonderheiten des Wahlkreises.

Gebiet des Wahlkreises

Der Wahlkreis 1 umfasst die kreisfreie Stadt Flensburg; 123 Gemeinden des Kreises Schleswig-Flensburg. Am 31. Dezember 2023 gehörten 124 Gemeinden mit zusammen 2.128,1 Quadratkilometern und 301,2 Tausend Einwohnern zum Wahlkreis. Damit ist das Gebiet größer als ein durchschnittlicher Bundestagswahlkreis (1.196 Quadratkilometer) und hat mehr Einwohner als der Durchschnitt (279,1 Tausend). Zur Bundestagswahl 2025 waren hier 232.131 Menschen wahlberechtigt.

Karte: Lage des Wahlkreises 1 Flensburg – Schleswig in Deutschland und Zweitstimmenergebnis 2025
Lage des Wahlkreises und Zweitstimmen 2025. Daten und Geometrie: © Die Bundeswahlleiterin, Wiesbaden 2025, dl-de/by-2-0

Ergebnis der Erststimmen

Kandidat/in Partei Erststimmen Anteil Anteil 2021*
Petra Nicolaisen CDU 50.838 26,5 % 23,4 %
Robert Habeck GRÜNE 43.298 22,6 % 28,1 %
Martin Neubauer AfD 28.827 15,0 % 5,5 %
Johanna Helene Selbert SPD 28.376 14,8 % 21,8 %
Stefan Seidler SSW 21.468 11,2 % 7,3 %
Lorenz Gösta Beutin Die Linke 10.375 5,4 % 3,7 %
Christoph Georgios Anastasiadis FDP 4.487 2,3 % 6,9 %
Arne Olaf Jöhnk FREIE WÄHLER 1.547 0,8 % 1,3 %

Petra Nicolaisen setzte sich mit einem Vorsprung von 3,9 Prozentpunkten (7.540 Stimmen) gegen Robert Habeck (GRÜNE) durch. Auf Platz drei kam Martin Neubauer (AfD) mit 15,0 Prozent. Insgesamt bewarben sich 11 Kandidatinnen und Kandidaten um das Direktmandat. Bei der Wahl 2021 hatte die CDU im heutigen Gebiet des Wahlkreises (umgerechnet) 23,4 Prozent der Erststimmen erhalten.

Ein Blick auf das Stimmensplitting: Die CDU erreichte bei den Zweitstimmen 24,9 Prozent. Die Erststimme lag damit um 1,7 Prozentpunkte über dem Zweitstimmenergebnis – ein Hinweis darauf, dass auch Wählerinnen und Wähler anderer Parteien für die Kandidatur stimmten.

Ergebnis der Zweitstimmen

Partei Zweitstimmen Anteil 2025 Anteil 2021* Bund 2025
CDU 47.686 24,9 % 20,4 % 22,6 %
GRÜNE 30.595 15,9 % 18,6 % 11,6 %
SPD 30.558 15,9 % 25,5 % 16,4 %
AfD 29.272 15,3 % 5,8 % 20,8 %
SSW 20.575 10,7 % 9,2 % 0,2 %
Die Linke 15.912 8,3 % 4,2 % 8,8 %
FDP 7.067 3,7 % 10,7 % 4,3 %
BSW 6.050 3,2 % – 5,0 %
Volt 1.449 0,8 % 0,2 % 0,7 %

* Ergebnisse 2021 umgerechnet auf das Gebiet des Wahlkreises 2025 (Bundeswahlleiterin).

Den größten Zugewinn gegenüber 2021 verzeichnete die AfD mit 9,5 Prozentpunkten, die größten Verluste die SPD mit 9,6 Prozentpunkten. Im Vergleich zum Bundesergebnis schnitt der SSW hier besonders stark ab, die AfD blieb am deutlichsten unter dem Bundeswert. In ganz Schleswig-Holstein kam die CDU auf 27,6 Prozent der Zweitstimmen. Parteien unter fünf Prozent erhielten im Wahlkreis zusammen 9,0 Prozent der Zweitstimmen.

Wahlbeteiligung

Von 232.131 Wahlberechtigten gaben 192.882 ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 83,09 Prozent und über dem Bundeswert von 82,51 Prozent; in Schleswig-Holstein lag sie bei 83,52 Prozent. 2021 hatten sich im heutigen Wahlkreisgebiet (umgerechnet) 77,79 Prozent beteiligt.

Die Zahl der Wahlberechtigten hat sich gegenüber 2021 um 0,3 Prozent erhöht. Ungültig waren 1.097 Erststimmen (0,57 Prozent) und 988 Zweitstimmen (0,51 Prozent).

Demografische Besonderheiten

Die Strukturdaten der Bundeswahlleiterin zur Bundestagswahl 2025 zeigen, wo sich der Wahlkreis vom Bundesdurchschnitt abhebt:

  • In der Land- und Forstwirtschaft arbeiten 1,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Bund: 0,7 Prozent).
  • Der Ausländeranteil ist mit 9,8 Prozent deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt (14,5 Prozent, am 31. Dezember 2023).
  • Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag im Jahr 2021 bei 34.278 Euro und damit unter dem Bundeswert von 43.292 Euro.
  • Die Arbeitslosenquote lag im November 2024 bei 6,3 Prozent und damit über dem Bundeswert von 5,9 Prozent.

Zur Altersstruktur: 16,9 Prozent der Einwohner sind jünger als 18 Jahre (Bund: 16,9 Prozent), 30,9 Prozent sind 60 Jahre oder älter (Bund: 29,9 Prozent). Der Geburtensaldo lag 2023 bei -6,1 je 1.000 Einwohner, der Wanderungssaldo 2022 bei 18,0 je 1.000 Einwohner.

Auf 1.000 Einwohner kamen am 30. Juni 2023 358 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Bund: 416). Die meisten von ihnen arbeiteten bei den übrigen Dienstleistern (36,8 Prozent); bundesweit sind es in diesem Bereich 28,7 Prozent. Je 1.000 Einwohner sind 40,0 Unternehmen registriert, darunter 6,8 Handwerksunternehmen.

Beim Wohnen stehen jedem Einwohner im Schnitt 49,8 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung (Bund: 46,7). Im Jahr 2023 wurden 5,2 Wohnungen je 1.000 Einwohner fertiggestellt. Von den Pkw im Wahlkreis haben 5,7 Prozent einen Elektro- oder Hybridantrieb (Bund: 6,9 Prozent).

Wahlkreissieg ohne Mandat: Petra Nicolaisen

Petra Nicolaisen (CDU) gewann den Wahlkreis mit 50.838 Erststimmen, zog aber nicht in den 21. Deutschen Bundestag ein. Nach dem 2023 geänderten Wahlrecht erhalten Wahlkreissieger nur dann ein Mandat, wenn ihre Partei im Land genügend Sitze über die Zweitstimmen gewinnt (Zweitstimmendeckung). Für die CDU in Schleswig-Holstein reichte das nicht für alle Wahlkreise; der Wahlkreis 1 ist daher nicht mit einem direkt gewählten Abgeordneten im Bundestag vertreten.

Über die Landesliste in den Bundestag eingezogen sind außerdem folgende Direktkandidatinnen und -kandidaten aus diesem Wahlkreis: Lorenz Gösta Beutin (Die Linke), Robert Habeck (GRÜNE), Stefan Seidler (SSW).

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Quellen

Stand: 1. November 2026

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