Fabrikantensohn aus Oelde, Gründer eines Stanz- und Emaillierwerks, Vorsitzender des westfälischen Zentrums, Präsident des Provinziallandtags und mit 69 Jahren Bundestagsabgeordneter der CDU: Bernhard Raestrup, geboren am 25.01.1880 in Oelde, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1957 an. Er starb dort am 20.07.1959.
Kurzprofil
- Geboren: 25. Januar 1880 in Oelde
- Gestorben: 20. Juli 1959
- Beruf: Fabrikant
- Partei: CDU
- Bundestag: 1949 bis 1957 (1. bis 2. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: katholisch
Emaillierwerk
Nach einer kaufmännischen Ausbildung trat Raestrup laut Handbuch in das väterliche Walzwerk ein; nach anderen Angaben war der Vater Eigentümer einer Malzfabrik. 1906 gründete er ein Stanz- und Emaillierwerk, nach verfügbaren Angaben die Firma Krone Raestrup in Oelde. In der Weimarer Zeit führte er den Verband westdeutscher Emaillierwerke und war Handelsrichter. Die Stammdaten führen ihn als Fabrikant, katholisch.
Zentrum
Dem Zentrum gehörte Raestrup seit 1919 an, ab 1920 als Kreisvorsitzender, ab 1931 als Vorsitzender der westfälischen Partei. Von 1921 bis 1933 saß er im Provinziallandtag von Westfalen, ab 1931 als dessen Präsident, 1932 und 1933 im Preußischen Landtag. 1940 wurde er nach verfügbaren Angaben in die NSDAP aufgenommen.
Beckum
1945 trat Raestrup der CDU bei, führte den Kreisverband Beckum und saß im Kreistag. Als er in den Bundestag kam, lag sein Einzug in den Provinziallandtag 28 Jahre zurück. Oelde liegt heute im Kreis Warendorf im Münsterland. 1953 erhielt er nach verfügbaren Angaben 67,5 Prozent der Erststimmen; in der zweiten Wahlperiode war er nach diesen Angaben nach Konrad Adenauer und einer FDP-Abgeordneten das drittälteste Mitglied des Hauses.
Marshallplan
Sein Mandat umfasste 509 Sitzungen; die Protokolle zählen 17 Reden mit 12.050 Wörtern. In der ersten am 26. Januar 1950 berichtete er über das Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, das ECA-Abkommen; es sei in erster Lesung wohlwollend besprochen worden, auf die umfangreiche Ausschussarbeit gehe er nicht im Einzelnen ein.
Hitler
Die letzte Rede hielt Raestrup am 21. Februar 1957 zu einem SPD-Entwurf zur Einkommensteuer. Zum Vorwurf, die Industrie habe Hitler zur Macht verholfen, sagte er, vielleicht habe ein Teil der Großindustrie das getan. Den Zwischenrufern hielt er entgegen, sie sollten ihn ausreden lassen; er habe die Zeit vor 1933 als Politiker miterlebt.
Abschied
Die Abstimmungsdaten der beiden Wahlperioden, in denen Raestrup im Bundestag saß, werten wir nicht aus. 1955 erhielt er nach verfügbaren Angaben das Große Verdienstkreuz. 1957 schied er mit 77 Jahren aus dem Bundestag aus. Er starb mit 79 Jahren in seiner Heimatstadt, in der heute ein Platz seinen Namen trägt.
Mandate im Überblick
Raestrup gewann 1949 und 1953 den Wahlkreis 96 Beckum-Warendorf direkt für die CDU:
- 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).