Köpfe: Arthur Mertins

Lehrer aus Ostpreußen, Reichstagsabgeordneter, nach 1933 entlassen, Schulrat und Kommunalpolitiker der SPD: Arthur Mertins, geboren am 25.04.1898 in Tilsit, gehörte dem Bundestag von 1949 bis 1953 an. Er starb am 09.12.1979 in Otterndorf.

Kurzprofil

  • Geboren: 25. April 1898 in Tilsit
  • Gestorben: 9. Dezember 1979
  • Beruf: Schriftsteller, Lehrer
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1949 bis 1953 (1. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch

Tilsit und Königsberg

Mertins war Lehrer und trat 1920 der SPD bei. Von August 1929 bis September 1930 und von März bis Juni 1933 saß er im Reichstag; das zweite Mandat endete mit dem Verbot der SPD im Juni 1933. Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurde er 1933 aus dem Schuldienst entlassen und war bis 1936 arbeitslos. Danach arbeitete er als Grundstücksmakler in Königsberg; von 1939 bis 1945 war er Hauptfeldwebel der Wehrmacht.

Nach dem Krieg

1945 gründete Mertins nach dem Handbuch den SPD-Kreisverein Segeberg in Holstein. Von 1945 bis 1947 war er nach dem Handbuch Schulrat, danach kommunalpolitischer Sekretär im SPD-Bezirk Hamburg-Nordwest. Er schrieb über Kommunalpolitik: 1946 erschien in Hamburg Wie man sich bettet, so schläft man, Gedanken eines Sozialisten zur Kommunalpolitik, 1947 ein Kommunalpolitisches ABC. Er lebte in Otterndorf im Land Hadeln und starb dort 1979 mit 81 Jahren. Seine Geburtsstadt Tilsit in Ostpreußen heißt heute Sowetsk und gehört zu Russland.

Bundestag

1949 gewann Mertins den Wahlkreis an der Elbmündung direkt; zugleich stand er nach dem Handbuch auf Platz 8 der niedersächsischen Landesliste. Im selben Jahr gehörte er der ersten Bundesversammlung an. Nach einer Wahlperiode schied er aus. Seine Mandatszeit umfasste 282 Sitzungen; seine Reden fielen in die 45. bis 230. Sitzung. Das Handbuch zählt den Wahlkreis in der niedersächsischen Nummerierung als Nummer 10. Vor 1933 und nach 1945 war Mertins damit Abgeordneter in zwei deutschen Parlamenten, im Reichstag der Weimarer Republik und im ersten Bundestag.

Reden

Die Protokolle zählen 18 Reden mit 11.656 Wörtern. In der ersten am 3. März 1950, 474 Wörter lang, nannte er es schwierig, einen Antrag der SPD zu begründen, da die Mehrheit des Hauses einmütig gegen jede soziale Verbesserung des Gesetzes sei. In der letzten am 17. September 1952 griff er einen Satz des Abgeordneten Hasemann auf, man solle sich nicht hinter Tatsachen verschanzen, und hielt dagegen, die von ihm angeführten Tatsachen seien für ihn beweiskräftig.

Daten

Die Stammdaten führen ihn als Schriftsteller und Lehrer, evangelisch, beim Familienstand ohne Angaben. Die Abstimmungsdaten der 1. Wahlperiode sind unsicher und werden hier nicht ausgewertet. Biografie, Handbuch und Stammdaten stimmen in Geburts- und Sterbedaten überein.

Mandate im Überblick

Mertins gewann 1949 den Wahlkreis 32 Cuxhaven – Hadeln – Wesermünde direkt:

  • 1. Wahlperiode (07.09.1949 bis 07.09.1953): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.