Kaufmannslehrling, Abendgymnasiast, Hafenarbeiter, Volkswirt und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: Uwe Jens, geboren am 02.10.1935 in Hamburg, gehörte dem Bundestag von 1972 bis 2002 an. Er starb am 20.03.2013 in seiner Heimatstadt.
Kurzprofil
- Geboren: 2. Oktober 1935 in Hamburg
- Gestorben: 20. März 2013
- Beruf: Dipl.-Volkswirt, Großhandelskaufmann
- Partei: SPD
- Bundestag: 1972 bis 2002 (7. bis 14. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: verheiratet, 3 Kinder
Herkunft
Jens war der Sohn von Dorothea Jens, geborene Borgeest, und von Hans-Peter Jens, der im Krieg fiel. Nach der Volksschule machte er eine kaufmännische Lehre und arbeitete bis 1957 im Groß- und Außenhandel. 1960 legte er am Abendgymnasium das Abitur ab. Er studierte Volkswirtschaft in Tübingen und Hamburg, arbeitete nebenher als Hafenarbeiter und Verkaufsfahrer und wurde 1970 promoviert.
Wirtschaftspolitik
Jens arbeitete in der Geschäftsführung von Wirtschaftsverbänden und war Assistent von Karl Schiller. Von 1967 bis 1972 war er Referent des Arbeitskreises Wirtschaftspolitik der SPD-Bundestagsfraktion, ab 1970 auch Personalratsvorsitzender. Später lehrte er in Duisburg und wurde Honorarprofessor für Wirtschaftspolitik an der Ruhr-Universität Bochum. Er schrieb über Wettbewerbspolitik, Weltwirtschaft und Umweltökonomik.
Partei und Wahlkreis
Seit 1966 war Jens Mitglied der SPD, bis 1995 saß er im Bezirksvorstand Niederrhein und im Landesausschuss. 1972 gewann er den Wahlkreis Dinslaken mit 59,6 Prozent, ab 1980 trat er in Wesel I an; zuletzt erreichte er 1998 57,8 Prozent. In der Fraktion war er lange Obmann und Sprecher für Wirtschaftspolitik.
Bilanz
Die Plenarprotokolle verzeichnen 315 Reden, davon 75 in der zehnten Wahlperiode, und 343 Zwischenrufe. An 903 von 904 namentlichen Abstimmungen nahm er teil, 47-mal wich er von seiner Fraktion ab. In seiner letzten Rede im Juli 2002 ging es um ein Korruptionsregister beim Bundesamt für Wirtschaft, das neben Bestechung auch Bilanzfälschung und Insidergeschäfte erfassen sollte.
Privat
1952 wurde Jens Hamburger Jugendmeister im Viererkajak. Er war ein leidenschaftlicher Segler und unternahm im Ruhestand lange Törns als Einhandsegler. Seit 1963 war er mit der Medizinerin Ingeborg Jens verheiratet, lebte mit ihr in Voerde (Niederrhein) und hatte drei Kinder.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Jens Diplom-Volkswirt und Großhandelskaufmann, ohne Angabe der Konfession, verheiratet mit drei Kindern, und verzeichnen acht Direktmandate vom 13.12.1972 bis zum 17.10.2002. Seine Honorarprofessur führen sie im Beruf nicht auf, der Titel Professor erscheint nur im Namen.
Mandate im Überblick
Jens gewann achtmal in Folge seinen Wahlkreis am Niederrhein, erst Dinslaken, dann Wesel I:
- 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Wesel I, SPD-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Direktmandat im Wahlkreis Wesel I, SPD-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).