Köpfe: Marie-Elisabeth Klee

Diplomatenwitwe, Europaratsabgeordnete und Vorsitzende von UNICEF Deutschland: Marie-Elisabeth Klee, geborene Freiin von Heyl zu Herrnsheim, geboren am 13.01.1922 in Worms, gehörte dem Bundestag von 1961 bis 1972 für die CDU an. Sie starb am 11.02.2018 auf dem Nonnenhof.

Kurzprofil

  • Geboren: 13. Januar 1922 in Worms
  • Gestorben: 11. Februar 2018
  • Beruf: Hausfrau
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1961 bis 1972 (4. bis 6. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verwitwet

Herkunft

Sie war die Tochter des hessischen Landtagsabgeordneten Ludwig Cornelius von Heyl zu Herrnsheim und Enkelin des Wormser Fabrikanten Cornelius Wilhelm von Heyl. 1940 machte sie an der Eleonorenschule Abitur, danach folgten eine hauswirtschaftliche Ausbildung in Obernkirchen und der Reichsarbeitsdienst. Ihr Geschichtsstudium in Frankfurt musste sie 1942 wegen des Krieges abbrechen; bis Kriegsende arbeitete sie bei der Archivkommission des Auswärtigen Amtes.

Lateinamerika

1945 heiratete sie den Diplomaten Eugen Klee und lebte mehrere Jahre mit ihm in Lateinamerika. Nach seinem Tod bildete sie sich 1957 und 1958 an einem Sprachen- und Dolmetscherinstitut weiter.

Frauenvereinigung

1958 trat sie der CDU bei. Ab 1959 führte sie die Frauenvereinigung in Worms, ab 1963 die in Rheinhessen. Ab 1964 gehörte sie dem geschäftsführenden Landesvorstand der CDU Rheinland-Pfalz an.

Petitionen und WEU

Von 1965 bis 1973 saß sie in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und der WEU. Die Protokolle verzeichnen neun Reden mit 4.737 Wörtern. Die erste am 27. März 1963 war mit 2.116 Wörtern auch die längste: der Tätigkeitsbericht des Petitionsausschusses, den sie mit dem Petitionsrecht nach Artikel 17 Grundgesetz einleitete. In der letzten am 18. Juni 1970 sprach sie aus Sicht der WEU, deren Ministerrat mit Frankreich wieder handlungsfähig sei. Von 68 namentlichen Abstimmungen versäumte sie keine; zweimal enthielt sie sich gegen die Fraktionsmehrheit, 1965 und 1969.

Nach Bonn

Von 1973 bis 1978 leitete sie das Auslandsreferat im Mainzer Kultusministerium, von 1986 bis 1993 den Vorstand des Deutschen Komitees für UNICEF. Sie erhielt 1994 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und 2014 den Ehrenring der Stadt Worms. Weitere Auszeichnungen waren das Bundesverdienstkreuz erster Klasse 1972, spanische und französische Orden und der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz. Der Dokumentarfilm Die Unbeugsamen über die Politikerinnen der Bonner Republik stellt sie vor. In elf Bonner Jahren erlebte sie 644 Sitzungen und hielt drei, zwei und vier Reden je Wahlperiode. Sie starb mit 96 Jahren auf dem Familiengut in Bobenheim-Roxheim.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen sie Hausfrau, evangelisch, verwitwet. Geburtsname, Europaratsmandat und UNICEF-Vorsitz fehlen.

Mandate im Überblick

Klee zog 1961, 1965 und 1969 jeweils über die rheinland-pfälzische Landesliste der CDU in den Bundestag ein:

  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Rheinland-Pfalz, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Rheinland-Pfalz, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Rheinland-Pfalz, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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