Köpfe: Manfred Marschall

Chemielaborant, technischer Angestellter, Münchner Kreisvorsitzender und Mitbegründer der Deutsch-Polnischen Gesellschaft: Manfred Marschall, geboren am 20.12.1937 in München, gehörte dem Bundestag von 1972 bis 1983 an. Er starb am 08.10.2004.

Kurzprofil

  • Geboren: 20. Dezember 1937 in München
  • Gestorben: 8. Oktober 2004
  • Beruf: Technischer Angestellter
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1972 bis 1983 (7. bis 9. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder

Ausbildung und Beruf

Nach der Oberrealschule bis zur Mittleren Reife ließ sich Marschall von 1954 bis 1958 an der Schule für Chemieberufe in München zum Chemielaboranten ausbilden und erhielt danach eine pharmazeutisch-technische Fachausbildung. Er arbeitete als technischer Angestellter bei der Hydro-Chemie GmbH, beim Bayerischen Geologischen Landesamt und bei der Isar-Rakoll Chemie GmbH. Von 1965 bis 1968 studierte er an der Münchener Hochschule für Politische Wissenschaften und war in dieser Zeit Redakteur der Zeitschrift direkt.

Partei

Marschall trat 1964 in die SPD ein. Von 1967 bis 1973 war er Kreisvorsitzender und von 1967 bis 1983 Vorstandsmitglied des SPD-Unterbezirks München. 1969 kandidierte er erstmals für den Bundestag, auf Platz 57 der bayerischen Landesliste, und verfehlte ein Mandat. Er war Mitglied der ÖTV, der Gesellschaft für Auslandskunde, der Deutsch-Englischen Gesellschaft und der Studiengesellschaft für Friedensforschung; 1974 gründete er die Deutsch-Polnische Gesellschaft München mit und gehörte ihrem Vorstand an.

Ausschuss

In allen drei Wahlperioden saß Marschall im Ausschuss für Jugend, Familie und Gesundheit. Seine Mandatszeit umfasste 631 Sitzungen: 259 in der 7., 230 in der 8. und 142 in der verkürzten 9. Wahlperiode, die mit der vorgezogenen Wahl im März 1983 endete.

Reden

Die Protokolle zählen 48 Reden mit 11.802 Wörtern und vier Zwischenrufe. Neun Reden fallen in die 7., 31 in die 8. und acht in die 9. Wahlperiode. Seine erste Wortmeldung am 25. Oktober 1973 war eine Zusatzfrage an einen Staatssekretär, ob es Aufgabe einer bundesdeutschen Vertretung sei, gefährdeten Deutschen bei politischen Unruhen Kredite für die Rückkehr zu gewähren. Zuletzt sprach er am 26. November 1982 zum Gesetzentwurf der SPD über die Neuordnung der Kriegsdienstverweigerung und des Zivildienstes; dem Kollegen Eimer hielt er vor, die Koalition rücke von einer Kompromisssituation weit ab.

Abstimmungen

An allen 83 namentlichen Abstimmungen seiner Mandatszeit nahm Marschall teil, 53-mal mit Ja, 29-mal mit Nein und einmal mit Enthaltung. Nur ein einziges Mal wich er von der Mehrheit der SPD ab: Am 29. September 1977 enthielt er sich in der 44. Sitzung, als die Mehrheit seiner Fraktion mit Ja stimmte. Die Stammdaten nennen ihn technischen Angestellten, verheiratet, zwei Kinder, ohne Angabe der Konfession; das Handbuch führt ihn als Chemielaboranten.

Mandate im Überblick

Marschall gewann 1972 den Wahlkreis 208 München-West direkt und zog 1976 und 1980 über die Landesliste der SPD Bayern in den Bundestag ein:

  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion
  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Bayern, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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