Jurist, städtischer Oberrechtsrat, Innenpolitiker und Kontrolleur der Nachrichtendienste: Erwin Marschewski, geboren am 31.03.1940 in Herten im Kreis Recklinghausen, gehörte dem Bundestag von 1983 bis 2005 an.
Kurzprofil
- Geboren: 31. März 1940 in Herten (Krs. Recklinghausen)
- Beruf: Städtischer Oberrechtsrat a. D.
- Partei: CDU
- Bundestag: 1983 bis 2005 (10. bis 15. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 2 Kinder
Sechs Wahlperioden
Marschewski gehörte dem Bundestag vom 29. März 1983 bis zum 18. Oktober 2005 an, sechs volle Wahlperioden lang. Die Stammdaten führen ihn mit dem Namenszusatz Recklinghausen, als städtischen Oberrechtsrat a. D., katholisch, verheiratet, zwei Kinder. In der Fraktion leitete er die Arbeitsgruppe Vertriebene und Flüchtlinge der CDU/CSU.
Kontrolle der Dienste
Vom 26. Januar 1995 bis 2002 war Marschewski Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission, die 1999 in Parlamentarisches Kontrollgremium umbenannt wurde und die Nachrichtendienste des Bundes überwacht. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag war er von 2009 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender der G 10-Kommission, die über Eingriffe in das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis entscheidet. 2007 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Reden und Zwischenrufe
Nach den Protokollen hielt Marschewski 180 Reden in 1.423 Sitzungen: neun in der 10., 18 in der 11., 38 in der 12., 57 in der 13., 43 in der 14. und 15 in der 15. Wahlperiode. Auffällig ist die Zahl seiner Zwischenrufe, 1.236 insgesamt, davon 398 in der 12. und 486 in der 13. Wahlperiode, während in der 15. Wahlperiode keiner mehr verzeichnet ist.
Erste und letzte Rede
In seiner ersten Rede am 13. Oktober 1983 sprach er zum Antrag der SPD über die Nichtigkeit der Entscheidungen von Volksgerichtshof und Sondergerichten und nannte den Volksgerichtshof ein Macht- und Terrorinstrument des Nationalsozialismus, ein Mittel zur Vernichtung politischer Gegner in Hüllen der Rechtspflege. Zuletzt sprach er am 11. März 2005 zur Änderung des Versammlungsrechts: Wer Neonazis bekämpfen wolle, müsse das gerade in Berlin und am Brandenburger Tor tun.
Abstimmungen
An 922 von 924 namentlichen Abstimmungen nahm Marschewski teil, 326-mal mit Ja, 586-mal mit Nein und zehnmal mit Enthaltung. Nur sechsmal wich er von der Mehrheit der Union ab, zweimal in der 11., zweimal in der 12. und je einmal in der 13. und 14. Wahlperiode, etwa am 25. Juni 1992 mit einer Enthaltung zu einem Gesetzentwurf der Gruppe PDS/Linke Liste, am 15. Mai 1997 mit Nein zu einem Gruppenantrag um Ulla Schmidt und Vera Lengsfeld und am 25. April 2002 mit Ja.
Mandate im Überblick
Marschewski zog sechsmal über die Landesliste der CDU Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein, 1994 und 1998 nach einer Kandidatur im Wahlkreis Recklinghausen I:
- 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
- 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
- 14. Wahlperiode (26.10.1998 bis 17.10.2002): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
- 15. Wahlperiode (17.10.2002 bis 18.10.2005): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).