Köpfe: Dr. Wolfram Dörinkel

Ein Kartellrechtler aus Westfalen, der in Wiesbaden die hessischen Liberalen anführte: Wolfram Dörinkel, geboren am 05.09.1907 in Bad Oeynhausen, war Anwalt und Verbandsgeschäftsführer und saß von 1961 bis 1965 für die FDP im Bundestag. Er starb am 26.11.1975 in Wiesbaden.

Kurzprofil

  • Geboren: 5. September 1907 in Bad Oeynhausen
  • Gestorben: 26. November 1975
  • Beruf: Rechtsanwalt
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1961 bis 1965 (4. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 2 Kinder

Studium und Kartellrecht

Dörinkel studierte Rechts- und Staatswissenschaften sowie Volkswirtschaft in Freiburg, an der Sorbonne in Paris und in Berlin. 1926 wurde er Mitglied des Corps Suevia Freiburg. Nach dem ersten Staatsexamen 1928 wurde er 1930 promoviert, 1932 folgte das zweite Examen. Im selben Jahr erschien sein Buch über internationales Kartellrecht, dem später ein Handbuch zum Kartellrecht folgte, das mehrere Auflagen erlebte. Er ließ sich als Rechtsanwalt in Berlin nieder.

NS-Zeit und Krieg

Zum 01.05.1933 trat Dörinkel der NSDAP bei, außerdem dem NS-Rechtswahrerbund; er war ehrenamtlicher Blockwart. Von 1943 bis 1945 war er Soldat. Diese Mitgliedschaften teilte er mit vielen späteren Abgeordneten aller bürgerlichen Parteien; die FDP der fünfziger Jahre galt sogar als besonders offen für ehemalige Parteigenossen.

Anwalt und Verbandsmann in Wiesbaden

Nach dem Krieg führte Dörinkel eine Kanzlei in Wiesbaden und war Geschäftsführer der Fachverbände der Hartfaser- und der Kokosindustrie, kleiner, aber exportabhängiger Branchen. 1945 gehörte er zu den Gründern der FDP in Nordrhein-Westfalen, wechselte dann nach Hessen und führte von 1952 bis 1954 den Kreisverband Wiesbaden. 1952 kam er in den hessischen Landesvorstand, von 1962 bis 1964 gehörte er dem Bundesvorstand an.

Fraktionschef im Landtag

Von 1954 bis zum 01.10.1961 saß Dörinkel im Hessischen Landtag. Im Oktober 1957 übernahm er als Nachfolger von Oswald Adolph Kohut den Vorsitz der FDP-Fraktion, die in Wiesbaden der SPD-Regierung unter Georg August Zinn gegenüberstand. Ab 1958 war er zudem stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr. Mit dem Wechsel nach Bonn gab er das Landtagsmandat auf.

Bonn und Bilanz

Im Bundestag erlebte er die Koalitionsverhandlungen von 1961, in denen die FDP Adenauers baldigen Rücktritt zur Bedingung machte, die Spiegel-Affäre und den Wechsel zu Ludwig Erhard. 1965 kehrte er nicht zurück. 1973 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Die Stammdaten des Bundestages nennen ihn Rechtsanwalt, verheiratet und Vater zweier Kinder, ohne Angabe zur Konfession. Sein Fachgebiet, das Kartellrecht, erlebte in seiner Bonner Zeit einen Aufschwung: Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen von 1957 hatte das Bundeskartellamt geschaffen, und um seine Anwendung wurde in Verbänden und Ministerien heftig gerungen.

Mandate im Überblick

Nur eine Wahlperiode blieb er in Bonn; die hessische Landesliste brachte ihn bei der Wahl von 1961 in den Bundestag, der FDP ihr bis dahin bestes Ergebnis bescherte:

  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Hessen, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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