Jurist aus Rathenow, Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium, sowjetischer Kriegsgefangener bis 1949, IHK-Geschäftsführer in Flensburg und Präsident des Heimkehrerverbandes: Wolfgang Imle, geboren am 23.03.1909 in Rathenow, gehörte dem Bundestag von 1960 bis 1965 und von 1967 bis 1969 für die FDP an. Er starb am 11.08.2001 in Hagen.
Kurzprofil
- Geboren: 23. März 1909 in Rathenow
- Gestorben: 11. August 2001
- Beruf: Regierungsrat a. D., Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer
- Partei: FDP
- Bundestag: 1960 bis 1969 (3. bis 5. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 4 Kinder
Jurist
Imle machte 1928 in Hagen-Haspe Abitur, studierte in Bonn Rechts- und Staatswissenschaften, legte 1932 und 1936 die Staatsprüfungen ab und wurde 1933 promoviert. Zum 01.05.1933 trat er in die NSDAP ein, Mitgliedsnummer 3.144.519. Im Januar 1938 kam er ins Reichswirtschaftsministerium, im Juli 1940 wurde er Regierungsrat. Im Krieg war er zuletzt Hauptmann und Batteriechef und geriet in sowjetische Gefangenschaft, aus der er 1949 zurückkehrte.
Flensburg
Nach kurzer Zeit in einer Remscheider Maschinenfabrik zog Imle 1951 nach Flensburg und wurde Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer und der Bezirksvereinigung des Groß- und Außenhandels. 1954 trat er der FDP bei, von 1956 bis 1968 führte er den Kreisverband Flensburg-Stadt, von 1962 bis 1966 war er stellvertretender Landesvorsitzender.
Heimkehrer
Von 1956 bis 1966 leitete Imle den Landesverband der Heimkehrer, im Bundesverband war er von 1960 bis 1976 Vizepräsident und bis 1982 Präsident, von 1970 bis 1986 Vorstandsvorsitzender der Heimkehrerstiftung. Er setzte sich für die Freilassung im Ausland inhaftierter deutscher Kriegsverbrecher ein, darunter Herbert Kappler, den Verantwortlichen für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen.
Bundestag
Am 29.06.1960 rückte Imle für den verstorbenen Otto Köhler nach, 1961 wurde er gewählt. Von 1961 bis 1965 war er stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses, ab dem 08.01.1963 leitete er den Arbeitskreis Wirtschaftspolitik der Fraktion. Am 02.06.1967 rückte er für Otto Eisenmann erneut nach. Er befasste sich auch mit Verkehrspolitik.
Bilanz
Die Plenarprotokolle verzeichnen 201 Reden mit zusammen fast 58.000 Wörtern, besonders viele in seiner letzten Wahlperiode, und die Teilnahme an allen 51 namentlichen Abstimmungen. Seine erste Wortmeldung im Oktober 1960 galt den Öffnungszeiten von Friedhofsgärtnereien an Sonnabenden, seine letzte im Juni 1969 der Mehrwertsteuer bei einer Aufwertung der Mark.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen Imle Regierungsrat a. D. und Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, evangelisch, verheiratet mit vier Kindern, und verzeichnen Mandate vom 29.06.1960 bis zum 17.10.1965 und vom 02.06.1967 bis zum 19.10.1969. Seine NSDAP-Mitgliedschaft führen sie nicht auf.
Mandate im Überblick
Imle rückte zweimal über die schleswig-holsteinische Landesliste der FDP nach und wurde 1961 gewählt:
- 3. Wahlperiode (29.06.1960 bis 15.10.1961): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
- 5. Wahlperiode (02.06.1967 bis 19.10.1969): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).