Rechtsanwalt, württembergischer Wirtschaftsminister, erster Ministerpräsident von Baden-Württemberg und FDP-Vorsitzender: Reinhold Maier, geboren am 16.10.1889 in Schorndorf, gehörte dem Bundestag von 1953 bis 1956 und von 1957 bis 1959 an. Er starb am 19.08.1971 in Stuttgart.
Kurzprofil
- Geboren: 16. Oktober 1889 in Schorndorf
- Gestorben: 19. August 1971
- Beruf: Ministerpräsident a. D.
- Partei: FDP
- Bundestag: 1953 bis 1959 (2. bis 3. Wahlperiode), über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet
Schorndorf
Maier war Sohn eines Stadtbaumeisters, machte 1907 in Stuttgart Abitur, studierte in Grenoble und Tübingen Recht und war im Ersten Weltkrieg Soldat, ab 1917 Leutnant der Reserve. 1920 wurde er Rechtsanwalt in Stuttgart, 1921 promovierte er bei Gerhard Anschütz. 1929 heiratete er Gerta Goldschmidt; wegen ihrer jüdischen Herkunft wurde die Familie verfolgt, die Frau floh mit den Kindern nach England. 1943 ließ er sich unter Druck scheiden und heiratete sie 1946 wieder.
Weimar
1918 trat Maier der DDP bei. Von 1930 bis 1933 war er Wirtschaftsminister in Württemberg im Kabinett von Eugen Bolz, ab 1932 Landtags- und Reichstagsabgeordneter. Am 23. März 1933 stimmte er mit den vier anderen liberalen Abgeordneten, darunter Theodor Heuss, für das Ermächtigungsgesetz und begründete das in einer Rede.
Südweststaat
1945 gründete Maier die DVP mit und wurde Ministerpräsident von Württemberg-Baden, 1952 der erste Ministerpräsident des neuen Landes Baden-Württemberg, bis 1953; 1952 und 1953 war er Präsident des Bundesrats. Dem Landtag gehörte er bis 1964 an. Im Januar 1957 wurde er Nachfolger Thomas Dehlers als FDP-Vorsitzender, im Januar 1960 löste ihn Erich Mende ab. Sein Bundestagsmandat gab er am 14. Mai 1956 und am 30. September 1959 jeweils vorzeitig auf.
Reden
Die Protokolle zählen nur drei Reden, zusammen aber 13.458 Wörter. In der ersten am 24. Juni 1954 zum Fall Vulkan bat er, keine politische Jungfernrede zu erwarten, sondern nur eine kurze Bemerkung zu einer eminent ernsten Angelegenheit. Die letzte am 23. Januar 1958 war 7.016 Wörter lang: In der außenpolitischen Debatte räumte er zuerst einiges aus der Vormittagssitzung auf und warnte vor einer Regierungsaktion, die im Dezember in Paris vieldeutig und im Januar in Bonn eindeutig gewesen sei.
Abstimmungen
An 23 von 91 namentlichen Abstimmungen nahm Maier teil, zwölfmal mit Ja, neunmal mit Nein und zweimal mit Enthaltung, nie gegen die Mehrheit der FDP; 86 Abstimmungen fielen in die unsicheren Daten der 2. Wahlperiode. Für ihn rückten Weber und Mühlen nach. Begraben wurde er auf dem Alten Friedhof in Schorndorf. Die Stammdaten nennen ihn Ministerpräsident a. D., evangelisch, verheiratet.
Mandate im Überblick
Maier stand 1953 und 1957 auf Platz 1 der Landesliste der FDP/DVP Baden-Württemberg:
- 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 14.05.1956): Landesliste Baden-Württemberg, FDP-Fraktion
- 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 30.09.1959): Landesliste Baden-Württemberg, FDP-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).