In Bergisch Gladbach wurde Dr. Helmut Artzinger am 22.04.1912 geboren. Der Jurist und Steuerberater war Politiker der CDU aus Nordbaden, saß 15 Jahre im Bundestag und gleichzeitig mehr als ein Jahrzehnt im Europäischen Parlament. Am 17.10.1961 wurde Artzinger Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die CDU. Als Beruf führte die Bundestagsverwaltung Prokurist, als Religion evangelisch, als Familienstand verheiratet, 2 Kinder. Artzinger ist am 02.10.1996 in Bruchsal gestorben.
Kurzprofil
- Geboren: 22. April 1912 in Bergisch Gladbach
- Gestorben: 2. Oktober 1996
- Beruf: Jurist, Steuerberater, Prokurist, Personalchef
- Partei: CDU
- Bundestag: 1961 bis 1976 (4. bis 7. Wahlperiode), direkt gewählt in Mannheim-Land, ab 1965 Bruchsal–Karlsruhe-Land II
- Europa: Europäisches Parlament 1965 bis 1977
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder
Studium, Haft und Krieg
Artzinger wurde in Bergisch Gladbach geboren und machte in Essen Abitur. Er studierte Rechtswissenschaften in München, Berlin und Münster. Zum 01.08.1930 trat er als Student in die NSDAP ein, wurde aber im Juli 1931 wegen nicht gezahlter Beiträge wieder gestrichen. 1935 legte er das erste Staatsexamen ab; im selben Jahr wurde er verhaftet und von der Gestapo festgehalten, 15 Monate davon in einem Konzentrationslager. Von 1937 bis 1940 arbeitete er für die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Altstadt. Danach ging er zu einer Treuhandgesellschaft in Mannheim und bestand 1941 die Steuerberaterprüfung. Von 1941 bis 1945 war er Soldat, zuletzt Unteroffizier.
Wirtschaft und Kommunalpolitik
Nach dem Krieg kehrte Artzinger zur Treuhandgesellschaft zurück und wurde dort Prokurist. 1948 wurde er promoviert und trat der CDU bei. Ab 1956 leitete er das Personalwesen eines Industrieunternehmens in Weinheim. In der Stadt an der Bergstraße saß er ab 1953 im Gemeinderat, ab 1959 auch im Kreistag. Bruchsal, sein späterer Wahlkreisort, liegt nördlich von Karlsruhe am Rand des Kraichgaus.
Bundestag und Europa
1961 gewann Artzinger den Wahlkreis Mannheim-Land direkt, ab 1965 vertrat er den Wahlkreis Bruchsal–Karlsruhe-Land II, den er ebenfalls direkt holte. Er gehörte dem Bundestag bis 1976 an. In diese Zeit fielen die Kanzlerschaften von Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Willy Brandt sowie der Beginn der Regierung Helmut Schmidt. Von 1965 bis 1977 war er zugleich Mitglied des Europäischen Parlaments, dessen Abgeordnete damals noch von den nationalen Parlamenten entsandt wurden. 1972 erhielt er das Große Verdienstkreuz. Artzinger starb 1996 in Bruchsal. Er wurde 84 Jahre alt.
Mandate im Überblick
Zwischen dem ersten Einzug im Alter von 49 Jahren und dem Ausscheiden mit 64 kam er in 4 Wahlperioden auf insgesamt rund 15 Jahre als Abgeordneter. So verzeichnet der Bundestag die einzelnen Mandate:
- 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).