Köpfe: Dr. Gisbert Kley

Ministerialbeamter, Arbeitsdirektor der Siemens AG und Mitglied der Mitbestimmungskommission: Gisbert Kley, geboren am 03.08.1904 in Meseritz, gehörte dem Bundestag von 1969 bis 1972 für die CSU an. Er starb am 23.03.2001 in München.

Kurzprofil

  • Geboren: 3. August 1904 in Meseritz
  • Gestorben: 23. März 2001
  • Beruf: Vorstandsmitglied der Siemens AG
  • Partei: CSU
  • Bundestag: 1969 bis 1972 (6. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 6 Kinder

Jurist

Kley war der Sohn eines Oberverwaltungsgerichtsrats. Nach dem Abitur 1922 in Berlin-Charlottenburg studierte er Rechtswissenschaft in Heidelberg, München und Berlin und gehörte dem Corps Vandalia an. 1928 wurde er in Heidelberg über die Freiheit der Meinungsäußerung im Beamtenrecht promoviert, 1930 legte er das zweite Staatsexamen ab.

Staatsdienst

Von 1932 bis 1933 arbeitete er im Reichswirtschaftsministerium, danach an den Landratsämtern in Lyck und Breslau. Im Oktober 1934 wechselte er ins Reichsernährungsministerium. 1935 wurde er Regierungsrat in der preußischen, 1936 in der Reichsverwaltung, 1939 Oberregierungsrat beim Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft und am 1. Dezember 1941 Ministerialrat im Reichsernährungsministerium. Zum 1. März 1940 trat er der NSDAP bei; der NSV gehörte er seit 1936 an, ebenso dem NS-Rechtswahrerbund. Von 1943 bis 1945 war er Soldat. Danach diente er bis 1950 im Bundeslandwirtschaftsministerium, zuletzt als Ministerialrat.

Siemens

Ab 1950 arbeitete Kley in leitender Stellung bei Siemens & Halske und den Siemens-Schuckertwerken, zuletzt als Arbeitsdirektor im Vorstand der Siemens AG. Er saß im Präsidium der Arbeitgeberverbände BDA, im Präsidium des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EWG und in der 1967 eingesetzten Sachverständigenkommission zur Mitbestimmung.

Abgeordneter

Zunächst CDU-Mitglied, trat Kley 1968 der CSU bei. Im Bundestag gehörte er dem Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung an. Die Protokolle verzeichnen drei Reden mit 3.109 Wörtern. In der ersten am 11. Februar 1971, 2.362 Wörter lang, nahm er zum Gutachten der Biedenkopf-Kommission über die Mitbestimmung Stellung, das die Kommission der Regierung schon vor Jahresfrist vorgelegt habe. Die letzte am 10. November 1971 begründete einen Änderungsantrag der Union zum Wirtschaftsausschuss im Betriebsverfassungsgesetz. An allen 21 namentlichen Abstimmungen nahm er teil, stets mit der Fraktion.

Familie

1935 heiratete Kley Edelgarde von Witzleben, die Tochter des Siemens-Vorstands Wolf-Dietrich von Witzleben. Das Paar hatte eine Tochter und fünf Söhne, darunter die späteren Manager Karl-Ludwig Kley und Max Dietrich Kley. Kley erhielt 1973 das Große Verdienstkreuz, 1976 den Bayerischen Verdienstorden und 1981 den Stern zum Großen Verdienstkreuz. Er starb mit 96 Jahren in München. Im Bundestag hatte er 199 Sitzungen erlebt; dreizehnmal stimmte er mit Ja, achtmal mit Nein.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Vorstandsmitglied der Siemens AG, evangelisch, verheiratet, sechs Kinder. Die frühere CDU-Mitgliedschaft und die NSDAP-Mitgliedschaft fehlen dort.

Mandate im Überblick

Kley zog 1969 über die bayerische Landesliste der CSU in den Bundestag ein:

  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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