Köpfe: Nelson Mandela

KI-generierte Illustration: Porträt von Nelson Mandela

Nelson Mandela war ein südafrikanischer Freiheitskämpfer, der 27 Jahre als politischer Gefangener verbrachte und anschließend als erster demokratisch gewählter Präsident Südafrikas zum weltweiten Symbol für Versöhnung wurde. Er wurde am 18. Juli 1918 in Mvezo in der heutigen Provinz Ostkap geboren und starb am 5. Dezember 2013 in Johannesburg. 1993 erhielt er gemeinsam mit dem damaligen Staatspräsidenten Frederik Willem de Klerk den Friedensnobelpreis für ihre Arbeit an der friedlichen Beendigung der Apartheid und der Grundlegung eines neuen, demokratischen Südafrikas.

Mandela entstammte einer Familie, die mit dem Königshaus der Thembu verbunden war, einem Teil des Volkes der Xhosa. Sein Geburtsname lautete Rolihlahla. Den englischen Vornamen Nelson erhielt er von einer Lehrerin an der Grundschule, wie es damals üblich war. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er unter der Obhut des Thembu-Regenten in Mqhekezweni auf. Er besuchte Missionsschulen und studierte an der Universität Fort Hare, einer der wenigen Hochschulen für Schwarze im südlichen Afrika, von der er nach einem Studentenprotest verwiesen wurde. Um einer arrangierten Ehe zu entgehen, floh er 1941 nach Johannesburg.

In Johannesburg arbeitete er zunächst in verschiedenen Tätigkeiten und schloss ein Fernstudium ab. Er lernte Walter Sisulu kennen, der ihm eine Stelle in einer Anwaltskanzlei verschaffte und ihn mit dem Afrikanischen Nationalkongress, dem ANC, in Verbindung brachte. 1944 gehörte Mandela zu den Gründern der Jugendliga des ANC, die einen entschiedeneren Kurs gegen die Rassendiskriminierung forderte. 1952 eröffnete er mit Oliver Tambo die erste von Schwarzen geführte Anwaltskanzlei des Landes.

1948 kam in Südafrika die Nationale Partei an die Macht und baute das System der Apartheid aus. Gesetze legten fest, wo Menschen je nach zugewiesener Hautfarbe wohnen, arbeiten, lernen und heiraten durften. Schwarze Südafrikaner hatten kein Wahlrecht. Mandela war einer der Organisatoren der Defiance Campaign von 1952, einer Kampagne des zivilen Ungehorsams gegen diskriminierende Gesetze. 1955 verabschiedete ein Volkskongress die Freiheitscharta, die ein nichtrassisches, demokratisches Südafrika forderte. Mandela wurde mit zahlreichen anderen wegen Hochverrats angeklagt; der Prozess endete 1961 mit Freisprüchen.

Ein Wendepunkt war das Massaker von Sharpeville im März 1960, bei dem die Polizei auf Demonstranten schoss und 69 Menschen tötete. Die Regierung verbot daraufhin den ANC. Mandela kam zu der Überzeugung, dass gewaltfreier Protest allein nicht mehr ausreiche. 1961 war er an der Gründung von Umkhonto we Sizwe beteiligt, dem bewaffneten Arm des ANC, und wurde dessen erster Kommandeur. Die Organisation setzte zunächst auf Sabotage an Infrastruktur und wollte Menschenleben schonen. Mandela reiste heimlich durch Afrika und nach London und erhielt eine militärische Ausbildung.

1962 wurde er verhaftet und wegen illegalen Verlassens des Landes und Aufwiegelung zu Streiks verurteilt. Im Rivonia-Prozess 1963 und 1964 stand er mit weiteren Führungsmitgliedern wegen Sabotage vor Gericht. In seiner berühmten Verteidigungsrede erklärte er, er habe für das Ideal einer demokratischen und freien Gesellschaft gekämpft, in der alle Menschen in Harmonie und mit gleichen Chancen zusammenleben, und er sei bereit, für dieses Ideal zu sterben. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die meiste Zeit seiner Gefangenschaft verbrachte er auf der Gefängnisinsel Robben Island vor Kapstadt, wo er unter harten Bedingungen in einem Steinbruch arbeiten musste. 1982 wurde er in das Pollsmoor-Gefängnis verlegt, später in das Victor-Verster-Gefängnis. Im Gefängnis bildete er sich weiter, lernte die Sprache Afrikaans und beschäftigte sich mit der Geschichte der weißen Afrikaaner, um ihre Ängste zu verstehen. Draußen wuchs seine Bekanntheit. Die Forderung nach seiner Freilassung wurde zu einem zentralen Anliegen der internationalen Anti-Apartheid-Bewegung, verbunden mit Sanktionen und Boykotten gegen Südafrika.

Ab Mitte der 1980er Jahre führte Mandela aus der Haft heraus geheime Gespräche mit Vertretern der Regierung. 1989 übernahm Frederik Willem de Klerk das Präsidentenamt. Im Februar 1990 hob er das Verbot des ANC auf und ließ Mandela frei. Es folgten schwierige Verhandlungen über eine neue Verfassung, überschattet von politischer Gewalt, an der auch rivalisierende schwarze Organisationen und Kräfte im Sicherheitsapparat beteiligt waren. Nach der Ermordung des populären ANC-Politikers Chris Hani 1993 drohte das Land in Gewalt zu versinken. Mandela rief im Fernsehen zur Ruhe auf und trug entscheidend dazu bei, die Lage zu beruhigen.

Das Nobelkomitee verlieh Mandela und de Klerk 1993 den Friedensnobelpreis. Es würdigte sinngemäß ihre Arbeit für das friedliche Ende des Apartheidregimes und dafür, die Grundlagen für ein neues, demokratisches Südafrika gelegt zu haben. Die gemeinsame Auszeichnung war nicht unumstritten, denn viele sahen in de Klerk einen Vertreter des Systems, das Mandela bekämpft hatte. Das Verhältnis der beiden Männer war von Spannungen geprägt. Das Komitee wollte jedoch gerade die Zusammenarbeit über Gräben hinweg würdigen.

Im April 1994 fanden die ersten freien Wahlen statt, an denen alle Südafrikaner teilnehmen durften. Der ANC gewann deutlich, und Mandela wurde im Mai 1994 als Präsident vereidigt. De Klerk wurde einer seiner Stellvertreter. Mandela setzte auf Versöhnung. Er bemühte sich, die Ängste der weißen Minderheit abzubauen, und nutzte dafür auch Symbole, etwa als er 1995 beim Finale der Rugby-Weltmeisterschaft im Trikot der Nationalmannschaft auftrat, die lange als Sport der weißen Afrikaaner gegolten hatte. Unter Erzbischof Desmond Tutu untersuchte eine Wahrheits- und Versöhnungskommission die Verbrechen der Apartheidzeit. 1996 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die als eine der fortschrittlichsten der Welt gilt.

Mandela trat 1999 nach einer Amtszeit nicht wieder an und übergab die Präsidentschaft an Thabo Mbeki. Dieser freiwillige Rückzug wurde in einem Kontinent, auf dem viele Staatschefs an der Macht festhielten, als wichtiges Signal gewertet. Danach engagierte er sich mit seiner Stiftung unter anderem im Kampf gegen HIV und Aids, nachdem sein Sohn an der Krankheit gestorben war, und vermittelte in Konflikten wie dem in Burundi. 2007 gründete er mit anderen die Gruppe The Elders, einen Zusammenschluss ehemaliger Staatsleute und Persönlichkeiten.

Auch an Mandela gibt es Kritik. Sein Privatleben war von Brüchen geprägt; er war dreimal verheiratet, seine zweite Ehe mit Winnie Madikizela-Mandela zerbrach nach seiner Freilassung. Seine Präsidentschaft konnte die tiefe wirtschaftliche Ungleichheit nicht beseitigen, die bis heute fortbesteht. Manche Kritiker in Südafrika werfen ihm vor, der weißen Minderheit zu weit entgegengekommen zu sein und die wirtschaftliche Macht kaum angetastet zu haben. Seine Haltung zum bewaffneten Kampf und seine Nähe zu Staatschefs wie Muammar al-Gaddafi und Fidel Castro, die den ANC unterstützt hatten, wurden im Westen kritisch gesehen. Bis 2008 stand er auf einer US-amerikanischen Terror-Beobachtungsliste.

Mandela starb im Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren. An der Trauerfeier in Johannesburg nahmen zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt teil. Die Vereinten Nationen hatten bereits 2009 seinen Geburtstag, den 18. Juli, zum Internationalen Nelson-Mandela-Tag erklärt.

Sein Vermächtnis liegt vor allem in der Art, wie er die Macht übernahm und wieder abgab. Nach 27 Jahren Haft verzichtete er auf Rache und warb für eine gemeinsame Zukunft. Dass Südafrika den Übergang von der Apartheid zur Demokratie ohne den befürchteten Bürgerkrieg bewältigte, ist zu einem großen Teil sein Verdienst. Unter den Preisträgern des Friedensnobelpreises gehört er zu denjenigen, deren Leistung weltweit am wenigsten bestritten wird.

Stand: 29.10.2026

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