Erste Schritte mit ello – ein Erfahrungsbericht

Hier werde ich über meine Erfahrungen mit der “facebook Alternative” ello berichten, die besonders durch dem Umgang mit den Nutzerdaten überzeugen soll… der Artikel wird fortlaufend ergänzt. Ich beschränke mich hier vornehmlich auf technische Aspekte zur Plattform. Hier gibt es auch meine Meinung zu ello.

Nur mit Einladung

Derzeit kann man sich bei Ello nur mit einer Einladung (Invite) anmelden. Daran zu kommen sollte nicht so schwer sein, denn jeder neue Nutzer hat wiederum fünf Invites… und dementsprechend “explodiert” ello derzeit förmlich. Also, einfach mal die Timelines bei twitter, facebook oder auch Google + checken, da findet sich sicher jemand mit Invites. Nicht (mehr) notwendig ist es, solche Einladungen bei eBay zu ersteigern, was wohl tatsächlich passiert ist. Ansonsten kann man sich auf der Startseite  ello.co auch vormerken lassen, und erhält dann irgendwann ein Invite in sein Mailpostfach.

Ich konnte jedenfalls ohne Probleme über einen facebook Kontakt einen Einladungscode erhalten, den ich sofort erwartungsfroh aufgerufen habe…

Browser-Probleme bei der Anmeldung…

Ja, ich gebe es zu – ich benutze den MS Internet Explorer. Nicht, weil ich zu blöd bin, einen anderen Browser zu installieren (ich habe auch Chrome auf meinem Convertible, dazu Opera, Safari, Firefox und einige andere auf meinem Testsystem), sondern einfach weil er in vielen Belangen besser ist als die Konkurrenz. Und auf jeden Fall besser als sein Ruf. Außerdem muss ja nicht immer alles Google sein, ich setze da auf Diversifizierung. Aber das nur am Rande.

Was mich mal wieder ärgert – viele Startups scheinen Ihre Seiten gar nicht mehr mit dem MSIE zu testen. Anders kann ich jedenfalls nicht erklären, dass die Anmeldung zu ello mit meinem Lieblingsbrowser nicht klappt:

Irgendwie funktioniert die Überprüfung der Eingaben nicht richtig, so dass das Passwort nie grün wird… Die Anmeldung kann also nicht abgeschlossen werden.

Ello und ich – das fängt nicht gut an…. aber gut, mit Google Chrome bin ich dann reingekommen. Es kommt wie üblich eine Bestätigungsmail – tada, hier ist mein ello Profil – stagerbn.

Das Header Image verschwindet immer wieder

Bei den Versuchen, ein Profilbild hochzuladen (wohl so ziemlich das erste, was man bei einem sozialen Netzwerk nach der Anmeldung macht), gehe ich zuerst zu den Einstellungen, das ist das Zahnradsymbol in der linken Spalte. Beim wilden herumfahren mit der Maus stoße ich dort zuerst auf die Funktion, ein Header Bild hochzuladen (einfach in den oberen Bereich fahren). Das klappt soweit auch, wird mir aber nicht immer angezeigt. Insbesondere, wenn ich in den Einstellungen bin, scheint es wieder weg zu sein…. Naja, erst mal nicht so wichtig.

Profilbild aber wieder nur mit Internet Explorer

Wichtiger ist aber das Profilbild, damit jetzt also wirklich weiter. Ich versuche intuitiv, in meinen Profileinstellungen den Smiley-Kreis (groß, grau in der Mitte des Screens) anzuklicken, der mich symbolisiert, aber es passiert nichts. Dabei nutze ich doch den Chrome.

 

Also googeln:

Wie lade ich bei ello mein Profilbild hoch

bringt aber keine brauchbaren Treffer.

Aber die englische Suche

ello profile picture upload

zeigt mir, dass ich gar nicht so falsch lag. Der Kreis war schon richtig, funktioniert aber anscheinend nicht – ich kann auf den Kreis in meiner Profilansicht klicken, soviel ich will – es passiert nichts. Sollte es vielleicht am Browser liegen? Also, Anmeldung diesmal mit dem MSIE und siehe da – hier funktioniert der Upload… Anzuraten ist übrigens, das Bild vorher auf die Größe von 340 mal 340 zu skalieren, sonst beschneidet ello recht eigenwillig. Komischerweise wird es übrigens deutlich dunkler dargestellt, als es eigentlich ist.

Mit dem Internet Explorer funktioniert dann übrigens auch das mit dem Header Bild richtig…

Anscheinend braucht man für die richtige Nutzung also zwei Browser, zumindest, wenn man mit Windows 8.1 unterwegs ist. Und ja, meine Chrome und MSIE Versionen sind auf dem neuesten Stand.

Weitere Einstellungen

Naja, nachdem das mit dem Profilbild einigermaßen geklappt hat noch schnell zu den weiteren Einstellungen. Natürlich gibt es die Felder für den Nickname (keine Klarnamenpflicht), Kurz-Biographie, Links, Passwort und E-Mail Adresse. Soweit alles selbsterklärend.

Etwas näher sollte man sich diese Settings ansehen:

Erklärt sich zwar an sich auch alles von selbst, aber insbesondere die Einstellung, ob auch nicht-Mitglieder das Profil sehen können dürfen (was ein Satzteil) ist sicher nicht unwichtig. Die Datenparanoiker werden wahrscheinlich auch sperren, dass ello Informationen über die jeweilige Session speichern darf.

Die Benachrichtigungen erfolgen derzeit nur per E-Mail – am besten so einstellen, dass man sich nicht gestört fühlt…

Freunde finden und einladen

So, jetzt aber ran an die Kontakte. Einen ersten echten Kontakt hat man übrigens nach der erfolgreichen Anmeldung direkt – nämlich denjenigen, der einen zu ello eingeladen hat. Wenn man Glück hat, gibt dieser direkt einige Tipps, wem man folgen sollte…  Sascha Lobo ist sowieso schon da, gute Tipps kommen von Klaus Eck und auch ich freue mich über Friends. Naja, Friends ist eigentlich falsch, denn befreundeten Kontakten folgt man einfach. Es ist also eher wie ein Follower bei twitter und nicht wie bei facebook (wobei man ja auch da inzwischen Mitglieder “abonnieren” kann). Jedenfalls ist es nicht zwingend auf Gegenseitigkeit gedacht.

Weitere Kontakte findet man mit dem Personen Symbol in der rechten Seitenleiste (rot hervorgehoben):

 

Danach landet man auf der “Suche” Seite, wobei diese Funktion zumindest Stand Ende September nur sehr rudimentär funktioniert… doch testet selbst, vielleicht findet  Ihr ja einige Eurer Kontakte.

Am besten, Ihr ladet als nächstes selbst Freunde ein:

Am besten geht das über E-Mail, also einfach GENERATE INVITE CODE anklicken und dann die E-Mail Adresse des Kontakts angeben. Oder Ihr kopiert den kompletten Invite Code (Achtung – er ist nicht ganz sichtbar, also alles auswählen) und konstruiert folgenden Link:

ello.co/join/hier-dann-dercode-23041972

Der ist übrigens echt und der erste, der ihn eingibt, hat damit einen ello Account… Update – der Account ist weg – und daher ist das auch nur noch ein Beispielcode. Ich werde in den nächsten Tagen auf twitter immer mal wieder invites rausgeben.

Und was ist Noise bei ello?

Noise ist nicht – wie ich zuerst dachte – eine Art “Unterdrückung” von Personen sondern eine schwächere Form des Folgens. Wenn man eine Person bei Noise einordnet, folgt man dieser auch, die Status Updates von dieser werden aber nicht im Hauptstream angezeigt sondern im Noise Stream in komprimierter Form in einer Grid-Ansicht.

Der Wechsel zwischen Noise und Friends ist einfach – er funktioniert über die linke Bar mit den Funktionen; einfach FRIENDS oder NOISE anklicken. Übrigens mit den drei langen Strichen in der Bar kannst Du dieser “verschmälern” oder wieder auf die volle Breite setzen.

Die Leute, denen Du folgst können nicht sehen, ob Du ihnen als Friend oder Noise folgst. Einen Kontakt gibt es übrigens auch direkt bei Noise, nämlich ello selbst.

Was kann man bei ello eigentlich machen? In erster Linie posten…

Viele Funktionen hat ello noch nicht – im wesentlichen geht es einfach darum, Status-Updates zu posten. Dazu klickt man im Hauptbereich einfach auf “Say Ello” klicken und schreiben…

ello nennt das Eingabefeld übrigens Omibar. Darin funktioniert Drag&Drop (auch von Bildern) und natürlich Copy&Paste – dazu dann unten noch mehr.

Teilweise ergeben sich in der Omnibar aber eigenartige Fehler, z.B. dass man nicht schreiben kann und immer neue Eingabefelder erscheinen:

 

Das Hochladen von Bildern geht mit dem Symbol links unterhalb des Eingabefelds – wobei bei mir immer wieder Uploads fehlschlugen.

Probleme habe ich übrigens sowohl mit dem MSIE als auch mit dem Chrome – und das ist (ich wiederhole mich), was wirklich nicht sein sollte. Beta hin oder her.

Emoticons und Formatierung

Auch bei ello kann man übrigens Emoticons benutzen, wobei es einige kleine Unterschiede zu den gewohnten Codes gibt. Das Herzchen geht z.B. :heart: und nicht <3 wie z.B. bei twitter. Eine komplette(?) Liste der emoticons gibt es hier.

Will man Text formatieren oder einen Link hinzufügen, markiert man diesen einfach während der Eingabe:

Möglich sind dabei fett, kursiv und eben das hinzufügen eines Links. Weitere Formatierungen gehen über Markups z.B. sorgt eine doppeltilde für durchgestrichenen Text: ~~durchgestrichen~~ ergibt also durchgestrichen.

Wie übrigens inzwischen Standard erwähnt man andere Nutzer mit vorgestelltem @ – also z.B. @saschalobo. Während man das tippt, werden einem die Kontakte vorgeschlagen.

Nachträglich bearbeiten und löschen

Will man einen Beitrag nachträglich bearbeiten oder löschen, ruft man seine Seite auf (einfach auf sein eigenes Profilbild klicken), wo dann die eigenen Beiträge angezeigt werden. Darunter sind entsprechende Symbole:

Rot hervorgehoben ist der “Editieren Stift”, mit dem man den jeweiligen Beitrag bearbeiten kann. Grün das Löschen-Symbol und mit der Uhrzeitangabe (blau) kommt man auf den Permalink zum Post. Das Auge zeigt, wie oft der Beitrag betrachtet wurde und die … führen zu den Kommentaren.

Ist ello down?

ello ist noch ziemlich buggy und hat Probleme mit dem derzeit großen Ansturm. Außerdem gab es schon die ersten Hackerangriffe. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob die Plattform gerade erreichbar ist oder nicht (und es an Deinem System oder Provider liegt), kannst Du das unter  status.ello.co prüfen. Und just während ich den Link checke:

 

Übrigens, man kann sich die Benachrichtigungen über Systemausfälle auch per E-Mail zukommen lassen (Subscribe to Updates) und es wird ein Protokoll der Störungen angezeigt.

Wird fortgesetzt. Über Kommentare mit Euren Erfahrungen freue ich mich – und ebenso, wenn Ihr Fragen habt!

Getty Images im eigenen Blog einbetten

Gutes Bildmaterial für den eigenen Blog zu erhalten, ist eine schwierige Sache. Sicher, es gibt viele Stock-Image Datenbanken, die einem Standardbilder günstig oder gar umsonst zur fügung stellen, doch wer Bilder zu aktuellen Ereignissen oder von Prominenten sucht, kommt damit nicht weiter.

Und wenn ich als kleiner Blogger legal ein Bild von Angelina Jolie bei der 86. Oscar Verleihung veröffentlichen will, habe ich eigentlich keine Chance. Bis jetzt:

Denn Getty Images gibt Bloggern und kleinen Websites jetzt die Möglichkeit, Bildmaterial in die eigene Seite einzubetten. Klar, die Bilder sind gebrandet, was in der Praxis aber nicht stört, sondern sogar ganz gut aussieht. Und eine (c) Angabe muss man regelmäßig auch so machen.

Das ganze ist ziemlich einfach und wird auf der Embed Seite von Getty selbst sehr gut erklärt. Kurz zusammengefasst: Man sucht in der Getty Datenbank nach dem gewünschten Bild, fährt mit der Maus drüber und ganz rechts darunter wird dann das “Einbetten” Symbol < / > eingeblendet:

getty-images-einbetten

Anklicken, Code kopieren, einbinden, fertig. An sich passiert nichts anderes, als dass ein iFrame eingebunden wird, das Bild kommt also von den Getty Servern und Getty behält die Kontrolle über das, was ausgeliefert wird; rein theoretisch könnte Getty also auch zusätzliche Werbung ausliefern, was aber unwahrscheinlich ist. Wie man unter Angelina sieht, haben die eingebetteten Bilder gleich Buttons fürs Teilen auf twitter, tumblr und zum ReEmbedden (oh, ein neues Wort).

Getty hat die Zeichen der Zeit jedenfalls erkannt – die Fotos werden von vielen kleinen Blogs ohnehin illegalerweise veröffentlicht, manchmal unbewusst, oft bewusst. Dem nachzugehen ist eine Sisyphos-Arbeit, die einen zudem (Abmahnung) nicht unbedingt zum Sympathieträger macht. Warum die Bilder also nicht direkt legal gebrandet anbieten?

Gerade für Blogger, die sich mit Themen wie Politik, Wirtschaft, Boulevard etc. beschäftigen, gibt es jetzt endlich eine kostenlose Möglichkeit, den eigenen Blog mit erstklassigem Bildmaterial aufzuwerten.

Kommt Windows 9 schon im Oktober 2014?

Bisher wurde davon ausgegangen, dass Microsoft Windows 9 im Frühjahr 2015 kommen solle – jetzt gibt es Gerüchte auf twitter, dass alles viel schneller gehen könne – schon im Oktober 2014 könne es den RTM Status (Ready to Manufactoring) erhalten und damit rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft da sein.

Unwahrscheinlich? Ich glaube nicht!

Denn trotz des kostenlosen Updates auf Windows 8.1, das ja einige Verbesserungen bringt, ist Windows 8.x nicht sonderlich beliebt und wird von vielen für die Flaute im PC Markt verantwortlich gemacht.

Wer sich aber objektiv mit Windows 8 auseinandersetzt, wird feststellen, dass es im Kern die schnellste und stabilste Windows-Version ist, die es bislang gab. Die Kacheloberfläche ist zudem super für Tablets und Hybridgeräte geeignet, viele User tun sich mit Ihr auf Desktop-Rechnern und “normalen” Notebooks aber noch schwer.

Da es im Kern aber stimmt, muss Microsoft an sich gar nicht so viel tun, um eine neue Windows Version zu bringen. Im wesentlichen:

  • für den Desktop Modus wieder ein Startmenü bringen
  • einerseits ermöglichen, dass man im Desktop Modus gar nicht mehr zu ModernUI (aka Metro) wechseln muss (klassische PCs und Notebooks)
  • andererseits ermöglichen, dass man auch aus Modern UI (Kacheloberfläche) gar nicht mehr in den Desktop Modus wechseln muss (Tablets)
  • die Ausführung von Modern UI Apps in speziellen Fenstern auf dem Desktop erlauben

Dazu dann noch eine behutsame Überarbeitung der beiden Oberflächen, einige neue Features und ein weiteres Zusammenwachsen des Windows Phone Store und des Windows Store – fertig ist Windows 9.

Klar, vom Funktionsumfang wäre es eigentlich eher ein Windows 8.2 oder hochgesetzt Windows 8.5 – aber Microsoft wird von dem ungeliebten Namen wegwollen und alle Assoziationen vermeiden wollen.

Windows RT 9 würde es übrigens erst mal auch geben, es wird sich aber mehr auf kleine Tablets konzentrieren und weitere Elemente enthalten, die auf ein Zusammenwachsen mit Windows Phone hinweisen. Vielleicht kommt es daher auch erst später – denn da wäre ja wirklich mehr zu tun.

So oder so – die meisten Anwender und die PC Hersteller würde es also freuen, wenn es möglichst schnell ein neues Windows gäbe, das den Desktop auch wieder mit Startmenü bringt.

Testbericht: Lumia 520

Viel Smartphone für wenig Geld

Das Nokia Lumia 520 ist das günstigst Windows Phone 8 Smartphone, das derzeit auf dem Markt ist. Bei Amazon wird es ohne Vertrag um die 100 Euro gehandelt, bei Sonderaktionen im Handel wurde es schon für weniger gesichtet.

Da stellt sich natürlich die Frage, wieviel Smartphone es fürs Geld gibt. Die kurze Antwort: eine ganze Menge. Denn es ist ein volles Windows 8 an Bord, das mit den Nokia eigenen Apps daherkommt. Dabei ist besonders “Here Drive” hervorzuheben, das eine kostenlose offline Kommunikation für Deutschland, Österreich und die Schweiz bietet. Auf Windows Phone will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen – nur soviel, dass ich es für das derzeit eleganteste mobile Betriebssystem halte. Zudem geht es besonders schonend mit den Hardware-Ressourcen um.

Und daher ist das Lumia 520 verblüffend schnell und smooth in der Bedienung, auch wenn die technischen Daten mit 1 GHz Dualcore CPU und 512 MB RAM verglichen mit günstigen Android-Smartphones nicht sonderlich leistungsstark klingen. Sie sollten aber eben nicht den Fehler machen, und sich dadurch verwirren lassen – bei vielen Alltagsaufgaben läuft es so flüssig wie ein High-End Androide.

Das Display löst 480×800 Punkte auf, was nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, aber mehr als ausreichend – auch die Darstellung von normalen Webseiten ist damit gut möglich. Die Farben sind etwas blasser, insbesondere schwarz hat manchmal einen leichten Grauschleier. Der Touchscreen reagiert schnell und lässt sich wie inzwischen bei den Lumias üblich auch mit Handschuhen bedienen.

Die Kamera macht bei Tageslicht sehr ordentliche Bilder, fällt bei Dämmerung aber deutlich ab, zumal eine Blitz-LED fehlt. Bei guten Lichtverhältnissen ist sie aber gut und muss sich auch hinter deutlich teureren Smartphones nicht verstecken. Hier habe ich einige Beispielfotos der Lumia 520 Kamera – für Bild-Uploads mit Instagram reicht es mehr als. Auf die Front-Kamera muss man verzichten, Skype Videotelefonie ist mit dem 520 ist also nicht möglich, was für die meisten Nutzer aber nicht so wichtig sein dürfte. Auch sonst wurde an Kleinigkeiten gespart, z.B. sind die vorderen Bedientasten nicht hintergrundbeleuchtet.

8GB Speicher sind an Bord, die sich per microSD Karte um 64GB auf 72 GB erweitern lassen, was auch für umfangreichere Musiksammlungen reicht. Weitere technische Details: HSDPA mit bis zu 21,1 MBit ermöglicht schnelles Surfen, Bluetooth 4.0 mit Low Energy Support und natürlich WLAN. Es untersützt microSIM Karten.

Die Haptik der Wechselcover – es gibt sie in gelb, weiß, cyan, rot und schwarz – ist angenehm und wirkt nicht billig, es wirkt eher schon wie ein Unibody Phone. Mit 124g Gewicht liegt es gut in der Hand.

Der Akku hat 1430mAh, in der Praxis kommt man damit bei moderater Nutzung zwei Tage hin, spielt man viel und hört viel Musik muss man am Abend wieder an den Strom – so wie bei eigentlich allen Smartphones. Schade eigentlich, denn bei einem stärker dimensioniertem Akku wäre hier deutlich mehr drin.

Zukunftssicherheit ist auch gegeben: Das Lumia 520 hat alle bisherigen Updates für Window Phone 8 erhalten (Amber/GDR2; Black/Update 3) und wird auch die nächste Version Windows Phone 8.1 unterstützen. Hier kann sich das Android-Lager eine Scheibe abschneiden.

Letztlich ist das Lumia 520 das ideale Smartphone für alle, die in erster Linie telefonieren und per E-Mail, Whatsapp, SMS & Co mit der Welt in Verbindung bleiben wollen. facebook und twitter sind übrigens tief in Windows Phone 8 integriert und die neuen zusätzlichen Apps sind recht gelungen. Dazu kann man sehr gut Musik hören – und das sogar kostenlos mit Nokia Mix Radio. Weitere Musik-Apps wie Spotify, Rdio oder Xbox Music sind ebenfalls verfügbar. Spiele gibt es ebenfalls inzwischen sehr viele, wobei lediglich einige wenige High-End-Games nicht laufen – sie benötigen mehr als 512 MB Arbeitsspeicher. Wer mehr Speicher braucht, sollte zum Lumia 525 greifen, das dem Lumia 520 weitgehend entspricht, aber 1GB RAM bietet.

Alle, die ein sehr günstiges aber trotzdem leistungsstarkes Smartphone suchen, kann man das Lumia 520 klare empfehlen.

Vorteile Lumia 520

  • sehr günstig
  • gute Performance
  • gute Software Ausstattung (Windows Phone 8 u.a. mit Office)
  • kostenlose offline Navigation mit Here Drive
  • Speicher auf bis zu 72 GB erweiterbar (microSD)
  • gute Versorgung mit Updates

Nachteile Lumia 520

  • kein LED Blitz
  • keine Frontkamera
  • nur 512 MB RAM

Warum ich @victoriahamburg nicht mehr so ganz glauben kann (jetzt aber doch wieder)

Vorgestellter Nachtrag: Inzwischen hat Victoria Schwartz die Ungereimtheiten unten in einem Kommentar erläutert. Ich halte diese Erläuterung für plausibel.

Nachtrag 2: Inzwischen hat Victoria Schwarz über diese Geschichte ein Buch geschrieben:
Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde: Das Phänomen Realfakes

Donnerstag Abend, SternTV. “Echte Liebe für eine Fälschung” – ein Beitrag über Fakeidentitäten im Netz. Unter anderem tritt Viktoria Schwartz auf. Sie berichtet, wie sie zunächst über twitter Kontakt zu einem Mann bekam, in den sie sich schließlich verliebte. Doch leider stellte sich nach einiger Zeit heraus, dass es ihn gar nicht gibt. Eine Fake-Identität. Nachzulesen unter obigem Link. Oder auch in Ihrem eigenen Blogbeitrag.

Von letzerem kenne ich die Geschichte schon. Seit Ende Juni 2013, als @victoriahamburg sie über twitter verbreitete. Alles klingt fast unglaublich, doch habe ich alles geglaubt.

Bis gestern.

Denn im Gespräch im Studio stellt sie ihre Erlebnisse in entscheidenden Punkten anders dar. Im SternTV Beitrag wurde gesagt, sie hätte über ein Jahr Kontakt mit dem Fake-Flirt gehabt, was dann von Ihr direkt danach bestritten wird. Es seien nur 10 Monate gewesen. Liest man ihren ursprünglichen Artikel wird einem klar, dass das nicht stimmen kann. Denn auf Bitte ihres Freundes…

…hörte ich von einem Tag auf den anderen mit dem Twittern auf. Für ein ganzes Jahr. Es war kein spektakulärer Abgang. Nein, ich schrieb einfach nichts mehr.

Und diese Entscheidung, nicht zu twittern, traf Sie – so ergibt es sich aus dem Kontext – erst nach einigen Monaten, zumindest mehreren Wochen. Dass es nur 10 Monate Kontakt waren, erscheint mir allein deswegen unwahrscheinlich. Auch die weiteren zeitlichen Eckdaten – sie lernt ihn im September 2011 kennen, ihr Artikel erscheint im Juni 2013 – sprechen eher für den längeren Zeitraum.

Weiter sagt sie im Studio, dass sie das falsche Spiel sehr schnell durchschaut habe (bereits nach etwa einem Monat, wenn ich mich recht entsinne) es aber weitergespielt habe, um die Identität des Fakers zu entlarven. Davon liest man bei ihr zunächst nichts. Erst in Ihrem Fake Teil 2 schreibt sie das auch – der allerdings erscheint erst gut vier Monate nach der Veröffentlichung des ursprünglichen Beitrags und erst, nachdem es wohl viele Zweifel an der ursprünglichen Geschichte gab.

In Ihrem Fortsetzungsbeitrag deutet sie übrigens an, dass sie 11 Monate nach dem Kennenlernen gravierende Zweifel an der Identität ihres Gegenübers hatte. An anderer Stelle liest es sich wieder so, als sei es bereits nach wenigen Tagen gewesen. Auch sonst ergeben sich immer wieder kleine Ungereimtheiten zwischen Ursprungsartikel, “Fake Teil 2”, dem Stern TV Beitrag und ihrem Live-Auftritt bei Steffen Hallaschka.

So oder so – die Geschichte lief nicht so, wie im ursprünglichen Blogartikel geschildert.

Allein schon ausweislich ihres dies vier Monate später klarstellenden zweiten Artikels. Das ganze dann als “eine wahre Geschichte” zu titulieren ist zumindest fragwürdig.

Über die Gründe von Victoria Schwartz mag man nur spekulieren. Der Dramaturgie wegen? Dann hat sie der Sache einen Bärendienst erwiesen.

Fakes im Internet sind ein Problem, insbesondere, wenn sie sich ins Leben anderer Menschen einschwindeln und beginnen, Einfluss auf andere zu nehmen. Aber durch die Ungereimtheiten und den augenscheinlich überzogenen ersten Blogeintrag entstehen Zweifel. Und diese Zweifel schaden dem mehr als berechtigten Anliegen, über Faker aufzuklären und zu warnen.

Über Social-Media Berater

Vor langer Zeit schrieb ich auf facebook, dass ich schon das kalte Grausen bekomme, wenn ich nur das Wort “Social-Media Berater” höre oder lese. Einige Social-Media Berater fragten mich nach den Gründen dafür und ich versprach zu gegebener Zeit eine Antwort – hier ist sie.

Eigentlich hätte ich diesen Beitrag schreiben sollen, bevor ich meine Freundesliste bei facebook aufgeräumt habe (dazu später mehr) – denn diesem Aufräumen fielen die meisten Social-Media Berater zum Opfer und werden von diesem Beitrag gar nicht mehr erfahren. Egal.

Auch schon vor einigen Monaten postete ich bei facebook, dass ein Social-Media Berater (jedesmal wenn ich das Wort schreibe, zucke ich innerlich zusammen) eigentlich nur zwei Eigenschaften brauche: Anstand und – besonders wichtig – gesunden Menschenverstand. Letzteres kann man aber nicht unbedingt erlernen.

Die meisten Social Media Berater machen aber irgendeine Ausbildung, denn…

Facebook, Twitter & Co. revolutionieren die öffentliche Meinungsbildung. Das Mitmach-Internet stellt ganz neue Herausforderungen an die gesamte Unternehmenskommunikation und verändert das Marketing nachhaltig. Immer mehr Organisationen wollen daher wissen, wie sie mit den öffentlichen Dialogen, die im Social Web stattfinden, umgehen sollen bzw. sich selbst dort einbringen können. Hier sind Social Media Manager gefragt, um interne Überzeugungsarbeit zu leisten, Veränderungsprozesse zu steuern sowie zielgruppengerechte Lösungen im Einsatz von Social Media zu entwickeln und umzusetzen.

…schreibt z.B. die ILS. Man lernt dann angeblich, was Social Media eigentlich ist, erhält eine Einführung ins (Micro-)Bloggen, erprobt Social Networking am Beispiel von XING und Facebook, lernt Social Media Monitoring und SEO (noch so ein schlimmes Wort) und kann das zusätzlich das Wahl-Modul Community Management buchen. An erster Stelle lernt man aber viele tolle Fachbegriffe. Zum Beispiel Shitstorm, viral oder Social Media Guideline.

All das führt dann leider dazu, dass der Social-Media Berater überall einen Shitstorm wittert: Habt Ihr den Shitstorm bei xyz gesehen? Also, da haben die ja ganz schlecht reagiert… Naja, es haben sich zwei Kunden nicht ganz so positiv geäußert. Gerne wird auch auf Videos aufmerksam gemacht, die gerade permasteil viral gehen. Danke für den Hinweis, kenne ich seit einem halben Jahr. Postings werden gerne mit Was meint Ihr dazu? beendet, da so ein Social CTA zu gefühlten 0,2% mehr Kommentaren führt. Ja super.

Besonders beliebt sind auch Vorschläge, bei denen man direkt merkt dass es an der Grundvoraussetzung “gesunder Menschenverstand” fehlt – da wurde ich allen Ernstes gefragt, ob ich für meine harmlose facebook Page eine Social Media Guideline in Auftrag geben wolle. Nein, da poste nur ich, es sind nur wenige Fans und es ist ein reines Hobby Projekt. Danke.

Auf Dauer nervt mich das alles.

Ich habe bei facebook niemanden gelöscht, nur weil er Social-Media Berater ist. Aber ich habe so viele Social-Media Berater gelöscht, weil Sie so viel unnötiges und sich wiederholendes Zeug posten. Und dadurch, dass sie immer ihre eigene Guideline im Hinterkopf haben, sind viele einfach nicht mehr authentisch.

Dem ein oder anderen tue ich sicher unrecht. Und natürlich gibt es auch Social Media Berater, die in dem was Sie machen, ganz großartig sind – aber die nennen sich dann meist auch nicht so.

Bild: pixabay. Schönen Krusty Merchandise Kram gibt es z.B. hier.

Der Artikel wurde am 6.4.2017 moderat überarbeitet.

Bonn auf twitter

TwitterHier möchte ich einige twitter Accounts vorstellen, denen man folgen sollte, wenn man sich für Bonn interessiert.

Das ganze soll ganz bewusst keine vollständige Liste sein, sondern einfach einen Einstieg in “Bonn auf twitter” bringen.

Jemand wichtiges fehlt trotzdem? Einfach an mich schreiben – die Liste wird fortlaufend ergänzt.

Das Verzeichnis ist alphabetisch sortiert, sobald es länger wird, werde ich es ggf. auch nach Kategorien sortieren.

@Beethovenfest
Jedes Jahr im Herbst – Internationale Spitzenorchester und prominente Solisten auf dem Bonner Beethovenfest.

@Bonn_
Aggregierte Nachrichten aus Bonn.

@bonn_aktuell
News aus Bonn von MeineStadt.de.

@BundesstadtBonn
Der offizielle twitter Account der Bundesstadt Bonn.

@CDUBonn
Die CDU Ratsfraktion Bonn.

@Ch_Bonn
Privater Account mit einigen Tipps auch zu Bonn. Viel Musik und 1. FC Köln.

@EiselStephan
Stephan Eisel, Bonner CDU Politiker und Projektbeauftragter in der Konrad-Adenauer-Stiftung.

@FiddlersinBonn
Irish Pub in Bonn-Endenich. Viele Aktionen und Aktivitäten.

@freifunkbonn
twitter Account des Freifunk Network Bonn.

@gabonn
Der Bonner General Anzeiger ist die Tageszeitung vor Ort und eine gute Informationsquelle auch auf twitter.

@greenpeace_bonn
Greenpeace Bonn – könnte etwas aktiver sein.

@h_bonnrheinsieg
Die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg.

@IHK_Bonn
Die Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg ist auch auf twitter aktiv.

@KatjaDoerner
Die grüne MdB für Bonn.

@LLuedemann
Lucas Lüdemann von der Bonner Agentur ebooklabs.

@michaelmuenz
Eigenbeschreibung: Deutsche Welle + Socialbar Bonn + 100songs.de + himmel-remixed.de + Buchautor.

@OpenDataBonn
Die Bundesstadt Bonn  informiert über Neuigkeiten und Aktivitäten rund um #opendata in Bonn.

@PATRIOT_BN
twittert hauptsächlich über den BSC.

@PiratenBonn
Die Bonner Piratenpartei mit ihren tweets.

@Querdenkerin
Der twitter-Account von Angelica Maria Kappel, “Grüne” Bürgermeisterin von Bonn.

@RegionBonn
Vornehmlich Ausflugtipps für die Region Bonn.

@RheinkulturBonn
twitter Account des Rheinkultur Festivals, das derzeit leider nicht stattfinden kann.

@Sascha_Foerster
Führt die Bonn Liste auf twitter.

@ssb_bonn
twitter Account des Stadtsportbund Bonn.

@SSFDragonsBonn
Die Floorball Abteilung der Schwimm- und Sportfreunde Bonn.

@StadtwerkeBonn
Unverzichtbar, wenn man sich über die aktuelle Verkehrslage im ÖPNV informieren möchte.

@stagerbn
Der twitter Account von Severin Tatarczyk, dem Initiator von bonntipps.de und daher auch dieser Liste.

@TelekomBaskets
Der offizielle twitter Account von Bonns wohl erfolgreichstem Sportverein.

@UniBonn
Unerlässlich für alle Studenten und Menschen, die sich für das universitäre Leben in Bonn interessieren. Offizieller Account.

@UniBonnTV
Das erste Forschungs-Podcast-Portal einer Universität in Deutschland informiert über Ereignisse rund um die Uni Bonn.

@ulbbonn
twitter Account der Universitätsbiobliothek.

@UlrichKelber
Ulrich Kelber ist MdB für Bonn.

Jemand fehlt? Einfach auf der Mitmachen-Seite melden!

Privatpersonen nehme ich nur auf die Liste auf, wenn sich diese umfassend zum Thema Bonn äußern.

Ansonsten empfehle ich die Bonn Liste von @Sascha_Foerster

Bild (c) Allposters

Nokia 515, das perfekte Handy?

Ich habe ja schon vor einiger Zeit darüber gesponnen, dass Handys – inzwischen aka Feature-Phones –  ein Comeback als Zweitgeräte und Smartphone-Companions erleben könnten. Ich selbst habe schon mit dem Gedanken gespielt, mir ein einfaches Nokia als Ergänzung zu meinem Lumia mit Windows Phone 8 zuzulegen.

Und das Zweitgerät könnte jetzt das Nokia 515 werden, das am 28. August in Moskau vorgestellt wurde:

nokia-515

Die genauen technischen Daten gibt es direkt bei Nokia, was mich aber überzeugt:

  • lange Standby-Zeit
  • kann Kontakte mit Windows Phone synchronisieren
  • die HSDPA Verbindung kann über Bluetooth geteilt werden
  • brauchbare Kamera
  • wichtige Clients wie zB twitter an Bord
  • MicroSIM Slot (einfacher SIM Karten Wechsel mit dem Smartphone)
  • leicht (101g)

Und damit ist es als Zweitgerät auf dem Papier für mich fast perfekt – schön wäre es, wenn es auch als WLAN Hotspot fungieren könnte. Sobald mir eins in die Hände fällt, werde ich berichten. Im September soll es zum Listenpreis von 149 EUR auch in Deutschland verfügbar sein.

Bild: (c) Nokia

Der epische twitter Dialog zwischen @telekom_hilft und dem @Griesgraemer (und noch einigen mehr) – für die Nachwelt festgehalten

Das twitter Support Team der Telekom (@telekom_hilft) hat sich heute einen wahrhaft epischen Dialog mit dem @griesgraemer geliefert, bei dem dann plötzlich noch der Rossmann Drogerie-Markt, HTC Deutschland und noch einige andere dabei sind. Hier der direkte Link.

Und da man nie weiß, ob so etwas für die Ewigkeit bleibt, hier der XXL Screenshot der Anfangsdiskussion (grundlegende Gedanken zur Netzneutralität und den Telekom AG in Hinblick auf die Spotify Flatrate etc spare ich mir an dieser Stelle – ich finde es einfach nur gut):

telekom-hilft-griesgraemer

 

…es geht übrigens noch munter weiter.

Offener Brief: Liebe Netzgemeinde, Ihr seid betriebslind. Ein Beitrag zur Neuland Debatte.

Liebe Netzgemeinde,

die Neuland-Diskussion hat wieder einmal schön gezeigt, dass Ihr betriebsblind und selbstgefällig seid und von der Welt da draußen wenig Ahnung habt. Ihr Digital Natives geriert Euch als die einzigen Netz-Versteher und macht Euch über “die Anderen” lustig.

Doch das Internet und die Digitalisierung sind schon lange in Deutschlands Alltag angekommen – nur anders als Ihr denkt und wollt.

Sicher, einige sind nach wie vor nicht online. Doch die sind entweder zu jung, zu alt, haben vielleicht Angst vor Barcodes oder nehmen auch so kein Buch in die Hand und schauen stattdessen lieber den ganzen Tag RTL2.

Doch die anderen nutzen online Banking, buchen Ihre Reisen auf Preisvergleichsportalen, lesen Nachrichten im Web, bestellen bei Zalando und Amazon, schließen Ihre Stromverträge papierlos ab, schauen sich Videos auf Youtube an und sind bei facebook und halten dort Kontakt zu ihren Freunden in aller Welt.

Sitze ich im morgens im Zug sehe ich nicht wie noch vor wenigen Jahren Zeitungs- und Bücherleser. Nein, fast alle Mitfahrer sind in ihre Smartphones, Tablets, Notebooks oder Kindles vertieft. Diese Menschen benutzen das Netz und die neuen Medien ganz einfach, so wie Sie es für sie sinnvoll ist und wie sie wollen. twitter, google+, app.net brauchen und möchten sie einfach nicht, Whatsapp, Angry Birds und facebook reichen ihnen aus. Von facebook sind viele inzwischen schon genervt und wandern ab – aber nicht zu Google + wie Ihr, sondern ganz weg von den “sozialen Medien”. Viele Jugendliche fangen damit inzwischen erst gar nicht mehr an.

Oder gerade das Thema twitter – für mich ist es als Informationsmedium nicht mehr wegzudenken und hin und wieder bin ich dort auch aktiv. Aber wisst Ihr, wie viele Menschen ihre ersten Gehversuche auf twitter entnervt abgebrochen haben, da sie von Euch nicht “aufgenommen” wurden? Ein des deutschen mächtiger Brite meinte zu mir, er hätte noch kein Land erlebt, in dem die die twitter Gemeinde so abweisend zu Neulingen wäre, wie in Deutschland. Kein Wunder, dass hierzulande nur 6% der Internetnutzer auf twitter sind. Ihr macht Euch lustig über neue User, die die Regeln dort noch nicht direkt verstanden haben? Aber ist Euch eigentlich klar, wie lächerlich Ihr auf manche aus der Distanz mit Euren Flauschs, Hachs und Selbstgesprächen mit Euren Zweitaccounts wirkt?

Wenn Ihr vom digitalen Graben sprecht, ist es der großen Mehrheit ganz egal, weil sie gar nicht auf die andere Seite des Grabens will. Das Netz ist für sie nämlich anders als für Euch nicht Selbstzweck, sondern ganz einfach Mittel zum Zweck. So manches Forum über die Zucht von Kleinkanichen und belgischen Riesenrammlern hat mehr Traffic als 24 von Euren gehypten Social-Media-Internet-Apple-SEO-Medien-Experten-Blogs zusammen.

Mit der gleichen Berechtigung, mit der Ihr vom digitalen Graben sprecht, können Menschen, die sich mit gesunder Ernährung gut auskennen vom Ernährungs-Graben sprechen, Autobastler über den Tuning-Graben in der Gesellschaft klagen und Experten für Medizinethik bedauern, wie wenig Gedanken sich die Menschen über das Klonen machen.

Versteht mich nicht falsch, Netzpolitik ist wichtig. Aber muss deswegen jeder ein Experte für Acta, Prism, Netzneutralität, Urheberrecht und das Bundesdatenschutzgesetz sein? Ist doch super, wenn Ihr das macht. Denn das ist fast so gut und wichtig, wie wenn sich andere Menschen gegen die Patentierung von Saatgut engagieren, für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzen oder in der freiwilligen Feuerwehr aktiv sind.

Und in einer Sache könnt Ihr Euch auch sicher sein – sobald die Netzpolitik den eigenen Geldbeutel betrifft, interessieren sich die Deutschen dafür. Ansatzweise hat man das bei der “Drosselkom”-Debatte gesehen. Wie sagte schon mein alter Geschichtslehrer: “In Deutschland gibt es nur Revolution, wenn man unzulässigerweise die Bierpreise erhöht.” Inzwischen würde er wohl die Breitbandkosten ergänzen.

Ihr habt Euch eine Parallelwelt mit Euren MacBooks, iPhones, google+, Instagram, tumblrs und Amen geschaffen und so oftmals den Blick auf das verloren, was wirklich zählt.

Die Digitalisierung der Gesellschaft wird immer weitergehen. Doch wie die Gesellschaft das aufnimmt, entscheidet immer noch sie. Und nicht Ihr allein.

Geht lieber einfach offen auf die Menschen in Neuland zu, macht Euch nicht über sie lustig und akzeptiert, dass sie andere Erwartungen an das Netz stellen als Ihr.

Nichts für ungut,

severin