Neues aus Stade: Kindesmisshandlung, ein Sechsfachmord und eine hörige Geliebte

Sechs Tote in Stade: Was nach dem Abschlussbericht aufzuklären bleibt

Sechs Menschen kamen am 29. Juni 2026 in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ums Leben. Drei arbeiteten für die Einrichtung, drei für das Jugendamt der Region Hannover. Sie nahmen an einem Hilfeplangespräch teil, als der Vater eines betreuten Kindes zur Waffe griff. Vier Frauen und zwei Männer wurden getötet.

Nun berichtet BILD über den Abschlussbericht der Mordkommission. Die Zeitung zeichnet auf dieser Grundlage das Bild eines gewalttätigen Mannes, der sein Umfeld manipulierte, Drohungen aussprach und Ärzte sowie Jugendamtsmitarbeiter zu seinen Feinden erklärte. Der Bericht liefert Einzelheiten zur Vorgeschichte und zum Tatablauf. Zugleich bleiben Fragen zur möglichen Beteiligung zweier Frauen und zum Schutz der späteren Opfer offen.

Am Anfang stand ein schwer verletztes Baby

Bei dem Gespräch ging es um die wenige Monate alte Tochter des 45-jährigen Fatih Khan Gazioglu und seiner Lebensgefährtin Enise Ö. Dem Paar war im April das Sorgerecht entzogen worden, nachdem bei dem Säugling eine Hirnblutung festgestellt worden war und der Verdacht auf ein Schütteltrauma bestanden hatte.

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Schwerpunktthema: Stade

Alles rund um Stade

Die Hansestadt Stade liegt an der Schwinge, kurz vor deren Mündung in die Elbe, im Nordosten Niedersachsens. Sie ist Kreisstadt des Landkreises Stade: Die Kreisverwaltung sitzt im Kreishaus Am Sande 2. Auf dieser Seite sammeln wir die wichtigsten Fakten zur Stadt und alle Beiträge im Blogmagazin, in denen Stade eine Rolle spielt.

Fakten rund um Stade

Stade ist eine Stadt in Niedersachsen. 1970 hatte die Stadt 32.769 Einwohner, 2021 waren es 47.579, also eine Veränderung von 14.810.

Stade in Zahlen

  • Einwohner: 48.699 (31.12.2025, Landesamt für Statistik Niedersachsen); ein Jahr zuvor, am 31.12.2024, waren es 48.633
  • Landkreis Stade: 207.935 Einwohner (31.12.2025, Landesamt für Statistik Niedersachsen)
  • Stadtgebiet: 11.003 Hektar (Angabe der Hansestadt Stade)
  • Arbeitsplätze: 28.139 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30.06.2025 in rund 4.500 Betrieben (Angabe der Hansestadt Stade)
  • Erste Erwähnung: 994 als „Stethu“ bei Thietmar von Merseburg
  • Hanse: Mitglied seit 1267, offizieller Namenszusatz „Hansestadt“ wieder seit 2009

Geschichte

Erstmals schriftlich erwähnt wird Stade im Jahr 994: Der Chronist Thietmar von Merseburg berichtet unter dem Namen „Stethu“ von einem Überfall der Wikinger. Im 13. Jahrhundert wuchs die Stadt zu einem wichtigen Handelsplatz an der Unterelbe. 1259 erhielt sie das Stapelrecht, 1272 das Münzrecht, 1279 entstanden die Stader Statuten. Seit 1267 gehörte Stade der Hanse an, wurde zweimal „verhanst“, also ausgeschlossen, und schied 1601 endgültig aus dem Bund aus. Den Titel Hansestadt trägt Stade seit 2009 wieder offiziell (Quelle: STADE Marketing und Tourismus, Stadtgeschichte).

Von 1645 bis 1712 stand Stade unter schwedischer Herrschaft; der Westfälische Frieden bestätigte 1648 die Zugehörigkeit zu Schweden. In dieser Zeit war die Stadt schwedisches Verwaltungszentrum und wurde zur Festung ausgebaut. Nach dem großen Stadtbrand von 1659 wurde unter anderem das Rathaus neu errichtet. Auf eine kurze dänische Zeit von 1712 bis 1715 folgte die Zugehörigkeit zu Hannover, 1866 kam Stade mit dem Königreich Hannover an Preußen.

Altstadt, Hansehafen und Schwedenspeicher

Herz der Altstadt ist der Alte Hafen, auch Hansehafen genannt. Das Hafenbecken entstand bereits Mitte des 13. Jahrhunderts. Rund um das Becken stehen Kaufmannshäuser, zwei historische Kräne, ein Elbewer und die alte Stadtwaage. Prägend ist der Schwedenspeicher: Die Schweden ließen ihn von 1692 bis 1705 als Provianthaus bauen. Seit 1977 ist er Museum mit rund 1.650 Quadratmetern Ausstellungsfläche (Quelle: Museen Stade). Weitere Wahrzeichen sind das Rathaus und das Zeughaus.

Industrie und Energie

Stade ist ein bedeutender Industriestandort an der Unterelbe. Auf dem Bützflether Sand baute Dow Chemical ab 1969 ein Chemiewerk, das 1972 die Produktion aufnahm und am 17.05.1973 offiziell eröffnet wurde. Nach Firmenangaben arbeiten dort rund 1.100 eigene Beschäftigte in zehn Anlagen auf etwa 550 Hektar; Dow bezeichnet das Werk als größten chlorbasierten Chemiestandort Europas. Im Juni 2026 kündigte das Unternehmen den Abbau von 110 Stellen in Stade an (Kreiszeitung Wochenblatt). Das Werk ist Teil des chemcoastpark stade, in dem unter anderem auch AOS Stade, Olin, Air Liquide und Air Products produzieren.

Im Gewerbegebiet Ottenbeck arbeitet Airbus mit rund 1.900 Beschäftigten. Nach Angaben der Stadt haben alle jemals gebauten Airbus-Flugzeuge ein Seitenleitwerk aus Stade. Mehr als 30 weitere Firmen aus Luftfahrt und Werkstofftechnik haben sich angesiedelt, seit 2006 gibt es zudem den Hansecampus der PFH Private Hochschule Göttingen mit Schwerpunkt auf kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK).

Das Kernkraftwerk Stade, ein Druckwasserreaktor mit 672 Megawatt Bruttoleistung, speiste am 29.01.1972 erstmals Strom ins Netz. Es galt als erstes rein kommerzielles Kernkraftwerk der Bundesrepublik und lieferte auch Prozessdampf für eine benachbarte Saline. Am 14.11.2003 endete der Leistungsbetrieb, am 07.09.2005 folgte die Genehmigung für Stilllegung und Rückbau. Seit 2023 läuft der konventionelle Abriss; im September 2026 wurde der Abluftkamin gesprengt. Betreiber PreussenElektra will die Anlage bis Ende 2027 aus der atomrechtlichen Aufsicht entlassen (Quellen: Niedersächsisches Umweltministerium, PreussenElektra, Kreiszeitung Wochenblatt).

Für den Import von Flüssigerdgas wurde in Stade das schwimmende LNG-Terminal „Energos Force“ der bundeseigenen Deutschen Energy Terminal stationiert. Das Schiff traf im März 2024 erstmals ein, speiste wegen Problemen mit der landseitigen Infrastruktur aber kein Gas ein und wurde Anfang 2025 zeitweise nach Ägypten verchartert. Am 15.09.2026 kehrte es nach Stade zurück; am 23.10.2026 lief es zum Herunterkühlen nach Rotterdam aus, der erste LNG-Tanker war zu diesem Zeitpunkt für Mitte November 2026 geplant (Kreiszeitung Wochenblatt, 22.10.2026).

Lage und Verkehr

An die Stadt grenzt das Alte Land, das sich von der Schwingemündung bei Stade an der Elbe entlang Richtung Hamburg erstreckt (Metropolregion Hamburg). Nach Angaben von altes-land.de ist es das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas; rund 90 Prozent der Fläche entfallen auf Äpfel, etwa 6 Prozent auf Süßkirschen. Mit Hamburg ist Stade über die S-Bahn verbunden: Seit dem 10.12.2023 fährt die Linie S5 zwischen Stade und Elbgaustraße (Quelle: hamburg.de).

Weitere Informationen bietet die offizielle Website der Hansestadt Stade.

Stade im Blogmagazin

Weitere Inhalte

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Stand: 23.10.2026