Bierweib, f. – Eine weibliche Gestalt von kräftigem Wuchs und deftigem Gemüt, deren Dasein sich eng um das Gebräu der Gerste rankt. Ursprünglich Bezeichnung für jene Schankmamsell oder Brauerwitwe, welche das Bier nicht nur reicht, sondern auch selbst in stattlichem Maße genießt. Im weiteren Sinne jedoch gebräuchlich für jede Frauensperson, die dem Gerstensaft in solcher Hingabe frönt, dass man sie wohl eher am Zapfhahn als im Zwiegespräch mit der Nähnadel findet.
Das Bierweib ist redselig, schlagfertig und nicht selten derbe im Ton, doch von ehrlichem Wesen und meist warmem Herzen. Sie kennt die Lieder der Zecher und das Klopfen der Maßkrüge wie ihren eigenen Herzschlag. Bei Kirchweih, Braufest und Dämmerschoppen stets eine feste Größe.
„Wo das Bierweib lacht, schweigt der Gram.“ (Fränkischer Trinkspruch, um 1810)
Siehe auch: Rauschliesel, Saufdirne, Schenkmagd, Hopfenliesl.


