Saufdirne, f. – Eine dem Zechgelage in allzu reger Weise zugeneigte Weibsperson, die mit fliegendem Rocke und gerötetem Antlitz das Wirtshaus mehr ziert denn meidet. Zumeist in niederem Stande zu finden, doch keineswegs ohne Lebenslust und Herzenswärme, ist sie dem Biere hold und dem Branntwein nicht abgeneigt. Oft schallend lachend, mit losem Munde und festem Schritt, geistert sie durch Markt und Schenke, das Krügel stets griffbereit. Im Volksmunde nicht eben ehrbar, wohl aber farbenfroh beschrieben, steht sie als mahnendes Beispiel für die zügellose Weibsnatur in trinkfreudiger Verirrung.
„O wehe dem Jüngling, der sich an solch eine Saufdirne hängt – sein Glück wird in Schnaps ersäuft!“ (Spruch aus dem Oberpfälzer Land, um 1840)
Siehe auch: Bierweib, Zechnutte, Rauschliesel.
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