Roy Cooper gewinnt die Senatswahl in North Carolina deutlich. Auch Supreme-Court-Richterin Anita Earls erzielt ein starkes demokratisches Ergebnis. Bei den Kongresswahlen ist das Bild dagegen stellenweise äußerst knapp: NC-03, NC-05 und NC-07 bleiben offen. Alle drei landesweiten Verfassungsänderungen erreichen Ja-Mehrheiten.
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Midterms 2026 in North Carolina: Cooper, Whatley und alle Kongresskandidaten
Die Ergebnisse sind da: Hier geht es zum Ergebnisartikel für North Carolina mit Zahlen und Analyse. NC-03, NC-05 und NC-07 bleiben offen. Der folgende Beitrag beschreibt die Ausgangslage vor der Wahl.
Stand: 30. Oktober 2026. North Carolina gehört zu den wichtigsten Staaten der Midterms am 3. November: Ein offener republikanischer Senatssitz könnte an die Demokraten fallen, während um zwei besonders interessante Sitze im Repräsentantenhaus gekämpft wird. Hinzu kommen drei landesweite Verfassungsabstimmungen über Wahlidentifikation und Steuern.
Worüber wird abgestimmt?
Zur Wahl stehen ein US-Senatssitz und alle 14 Sitze North Carolinas im Repräsentantenhaus. Die Wähler bestimmen außerdem alle 50 Mitglieder des Staatssenats und alle 120 Mitglieder des staatlichen Repräsentantenhauses sowie Richter und verschiedene lokale Amtsträger. Eine Gouverneurswahl findet 2026 nicht statt.
Die politische Besonderheit: Republikanische Erfolge bei Präsidentschaftswahlen schließen in North Carolina demokratische Erfolge bei landesweiten Ämtern nicht aus. Mit dem früheren Gouverneur Roy Cooper tritt nun ein Demokrat mit eigener landesweiter Bekanntheit für den Senat an. Gleichzeitig verändern neu gezogene Kongresswahlkreisgrenzen die Ausgangslage einzelner House-Rennen. Diese beiden Ebenen sind getrennt zu betrachten.
Senat: alle vier Kandidaten für den offenen Sitz
Der republikanische Senator Thom Tillis tritt nicht erneut an. Die amtliche Kandidatenliste des North Carolina State Board of Elections nennt für die Hauptwahl:
- Roy Cooper – Demokratische Partei: von 2017 bis Anfang 2025 Gouverneur des Bundesstaats.
- Michael Whatley – Republikanische Partei: der frühere Vorsitzende des Republican National Committee tritt mit Unterstützung Donald Trumps an.
- Shannon W. Bray – Libertarian Party.
- Michael Dublin – Green Party.
Die Ausgangslage des offenen Sitzes und Coopers Kandidatur dokumentiert der Bericht zu seinem Wahlantritt. Whatleys enge Bindung an Trump und die beiden weiteren Kandidaturen behandelt auch der Wahlüberblick von Axios.
Unabhängige und kleinere Parteien: sauber unterscheiden
Im amtlichen regulären Kongresskandidatenfeld steht kein parteiloser Kandidat. Bray und Dublin kandidieren außerhalb der beiden großen Parteien, sind aber keine unabhängigen Einzelbewerber. Dublin wirbt in seinem Programm unter anderem für einen Green New Deal, eine öffentliche Gesundheitsversorgung und stärkere Arbeitnehmerrechte. Bray vertritt die Libertarian Party. Beide gehören zur tatsächlichen Wahlentscheidung und werden deshalb auch in der Umfragetabelle gesondert ausgewiesen.
Bei den House-Wahlen treten zahlreiche Libertäre und im achten Wahlkreis zusätzlich ein Grüner an. Ihre Stimmen werden nicht automatisch auf eine der großen Parteien übertragen. Für Eintragskandidaturen gelten eigene Zulassungsanforderungen: Nach dem amtlichen Write-in-Merkblatt genügt es bei diesen parteipolitischen Wahlen nicht, irgendeinen Namen einzutragen. In der hier ausgewerteten aktuellen Bundes-Kandidatenliste ist keine zusätzliche Write-in-Kandidatur ausgewiesen.
Umfragen zum Senat: Cooper liegt vorn
| Erhebung | Cooper | Whatley | Bray | Dublin | Stichprobe |
|---|---|---|---|---|---|
| High Point University / YouGov, 1.–20. Oktober; veröffentlicht am 28. Oktober | 54 % | 40 % | In der veröffentlichten Hauptauswertung nicht einzeln ausgewiesen | 620 wahrscheinliche Wähler; Glaubwürdigkeitsintervall ±4,7 Prozentpunkte | |
| Harper Polling / Carolina Journal, 18.–20. Oktober | 49,4 % | 39,1 % | 2,9 % | 1,9 % | 600 wahrscheinliche Wähler; angegebene Fehlerspanne ±4 Punkte |
Quellen: High Point University mit Methodik und der Originaltabellenband von Harper für Carolina Journal. HPU/YouGov arbeitet mit einem Onlinepanel; das angegebene Intervall ist deshalb ausdrücklich keine klassische Zufallsstichproben-Fehlerspanne. Außerdem erstreckt sich die Befragung über fast drei Wochen: Das Veröffentlichungsdatum ist nicht mit dem Ende der Erhebung gleichzusetzen.
Beide Erhebungen sehen Cooper mit einem zweistelligen Vorsprung. Das macht ihn nach diesen Daten zum Favoriten, garantiert aber keinen Sieg. Die Harper-Frage mit allen vier Kandidaten lässt noch 6,8 % unentschieden; eine separate Zweierfrage aus derselben Untersuchung darf nicht mit dieser vollständigen Auswahl verwechselt werden. Die kleineren Parteien werden in diesem Rennen tatsächlich gemessen und sollten nicht pauschal als „Sonstige“ verschwinden.
Repräsentantenhaus: alle Kandidaten in allen 14 Wahlkreisen
Die folgende Tabelle folgt der amtlichen Liste vom 13. Oktober 2026 und umfasst sämtliche 38 dort aufgeführten House-Kandidaten. Namen entsprechen grundsätzlich den Stimmzetteln. D = Demokratische Partei, R = Republikanische Partei, L = Libertarian Party, G = Green Party.
| Wahlkreis | Demokraten | Republikaner | Weitere Kandidaten |
|---|---|---|---|
| NC-01 | Don Davis | Laurie Buckhout | Tom Bailey (L) |
| NC-02 | Deborah K. Ross | Eugene F. Douglass | Matthew Laszacs (L) |
| NC-03 | Raymond Smith | Greg Murphy | Daniel Cavender (L) |
| NC-04 | Valerie P. Foushee | Mahesh (Max) Ganorkar | Guy Meilleur (L) |
| NC-05 | Chuck Hubbard | Virginia Foxx | Robert B. Luffman (L) |
| NC-06 | Cyril Jefferson | Addison McDowell | – |
| NC-07 | Kimberly Hardy | David Rouzer | Maad Abu-Ghazalah (L) |
| NC-08 | Colby Watson | Mark Harris | Bo Whitehead (G) |
| NC-09 | Richard N. Ojeda II | Richard Hudson | – |
| NC-10 | Ashley Bell | Pat Harrigan | Steven Feldman (L) |
| NC-11 | Jamie Ager | Jennifer Capps Balkcom | Travis Groo (L) |
| NC-12 | Alma S. Adams | Jack Codiga | – |
| NC-13 | Paul Barringer | Brad Knott | Steven Swinton (L) |
| NC-14 | Lakesha Womack | Tim Moore | – |
NC-01: Davis gegen Buckhout unter veränderten Grenzen
Im Nordosten verteidigt der Demokrat Don Davis seinen Sitz gegen Laurie Buckhout, die bereits 2024 seine republikanische Gegnerin war. Die neue Wahlkreiskarte verbessert die strukturelle Ausgangslage der Republikaner. Davis muss deshalb auch Wähler gewinnen, die ihn bisher nicht als ihren Abgeordneten kannten. Diesen Konflikt zwischen neuem Zuschnitt und persönlicher Kandidatenstärke beschreibt The Atlantic. Der Libertäre Tom Bailey ist der dritte reguläre Kandidat.
Eine Erhebung von RedBox Research vom 20. bis 23. Oktober nennt Davis mit 45,3 %, Buckhout mit 43,5 % und Bailey mit 2,1 %. Befragt wurden 1.468 wahrscheinliche Wähler, die angegebene Fehlerspanne beträgt ±3,6 Punkte. Auftraggeber und Träger ist der politische Super-PAC A Fight Worth Having. Das ist eine politisch interessengebundene Erhebung, kein neutraler Amtsbefund. Der geringe Abstand spricht selbst in dieser Umfrage für ein enges Rennen.
NC-11: Ager gegen Balkcom im Westen
Im westlichen Wahlkreis tritt Jennifer Capps Balkcom für die Republikaner an. Sie wurde im August nach dem Rückzug des bisherigen Abgeordneten Chuck Edwards als Ersatzkandidatin bestimmt. Ihr demokratischer Gegner ist der Landwirt Jamie Ager; hinzu kommt der Libertäre Travis Groo. Den Kandidatenwechsel und die Wettbewerbsfähigkeit beider Schlüsselwahlkreise dokumentiert der aktuelle AP-Wahlüberblick.
RedBox Research ermittelte hier vom 20. bis 23. Oktober bei 873 wahrscheinlichen Wählern 49,9 % für Ager, 44,1 % für Balkcom und 0,8 % für Groo; das Institut nennt ±4,7 Punkte Fehlerspanne. Auch diese Umfrage stammt von A Fight Worth Having. Sie zeigt eine demokratische Gewinnchance, ist aber wegen der politischen Herkunft und der begrenzten Datenbasis kein ausreichender Grund, den Sitz als entschieden zu behandeln.
Auch zwei bisher als sicher republikanisch geltende Sitze verdienen inzwischen Aufmerksamkeit: Der Cook Political Report hat NC-05 mit Virginia Foxx und NC-09 mit Richard Hudson am 30. Oktober von „Solid Republican“ auf „Likely Republican“ umgestuft. Die Republikaner bleiben dort Favoriten; eine Niederlage wird aber nicht mehr als praktisch ausgeschlossen betrachtet. The Hill über die aktuellen Bewertungen.
Die übrigen zwölf Wahlkreise sind oben vollständig aufgeführt. Eine belastbare, vergleichbar aktuelle Einzelumfrage liegt für sie dieser Darstellung nicht zugrunde. Coopers landesweiter Vorsprung darf weder als 14-facher demokratischer House-Vorsprung noch als Prognose für einzelne Bezirke gelesen werden.
Drei landesweite Verfassungsabstimmungen
Die amtliche Referendumsliste enthält drei Fragen, jeweils mit einer Stimme für oder gegen die Änderung:
- Lichtbildausweis bei allen Wahlformen: Die Verfassung soll die Ausweisanforderung ausdrücklich auf sämtliche Wähler ausdehnen, statt sie auf die persönliche Stimmabgabe zu beziehen.
- Einkommensteuer-Obergrenze von 3,5 %: Der Einkommensteuersatz des Bundesstaats soll verfassungsrechtlich nicht über dreieinhalb Prozent angehoben werden dürfen.
- Begrenzung kommunaler Grundsteuersteigerungen: Die Verfassung soll Beschränkungen für Erhöhungen der Property Tax durch örtliche Gebietskörperschaften verlangen.
Die Steuerfragen betreffen damit auch den künftigen Handlungsspielraum des Bundesstaats und der Kommunen. Sie sind keine zusätzlichen Kandidatenwahlen und werden unabhängig vom Ausgang der Senats- und House-Rennen entschieden. Weitere örtliche Referenden sind je nach County möglich.
Richterwahlen und Staatsparlament
Beim Supreme Court von North Carolina tritt Anita Earls (D) gegen Sarah Stevens (R) an. Außerdem werden drei Sitze am Court of Appeals vergeben: John S. Arrowood (D) gegen Michael C. Byrne (R), Tobias „Toby“ Hampson (D) gegen George Cooper Bell (R) und Christine Marie Walczyk (D) gegen Craig Collins (R). Die Namen stehen ebenfalls in der amtlichen Kandidatenliste.
Bei der vollständigen Neuwahl der beiden Kammern des Staatsparlaments geht es neben den Mehrheiten auch darum, ob die Republikaner Vetos des demokratischen Gouverneurs überstimmen können. Im Supreme-Court-Rennen sah die oben verlinkte HPU/YouGov-Erhebung Earls bei 51 % und Stevens bei 43 %. Auch dafür gelten derselbe lange Erhebungszeitraum und die beschriebenen methodischen Grenzen.
Mehr zum Bundesstaat lesen Sie in unseren 10 Fakten über North Carolina.
AI-Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und verfasst. Auch das Artikelbild wurde mit KI erstellt. Die verwendeten Quellen sind im Text verlinkt; der Stand der Informationen ist oben angegeben.
10 Fakten über North Carolina
- North Carolina ist seit dem 21. November 1789 Bundesstaat der USA. Das Kürzel des Bundesstaats ist NC.
- Der Name rührt daher, dass Karl II. von England das heutige Gebiet von South- und North Carolina nach seinem Vater Karl (Carl) benannte.
- Der offizielle Spitzname von North Carolina ist Tar Heel State.
- Das Motto lautet Esse quam videri (Mehr sein als scheinen, Latein) und besteht seit 1893.
- Die Einwohnerzahl liegt bei 8.856.505, die Fläche bei 139.509 km2 und mithin die Bevölkerungsdichte bei 63,48 je Quadratkilometer.
- Raleigh ist die Hauptstadt von North Carolina.
- Die größten Städte sind Charlotte, Raleigh, Greensboro, Durham und Winston-Salem.
- Offizielles Tier des Bundesstaats ist das Nordopossum.
- Der Vogel von North Carolina ist der Rotkardinal.
- Der offizielle Baum des Staates ist die Sumpfkiefer.
Köpfe: Alexander McMillan
Alexander McMillan war ein Anwalt und Politiker aus North Carolina. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert, nach verfügbaren Angaben wurde er 1785 geboren. Der 1. Januar ist deshalb ein Ersatzdatum, das nur für das Geburtsjahr steht. Andere Datensammlungen nennen sogar ein Geburtsjahr um 1750; dieser Beitrag folgt der Angabe 1785.
Ab 1809 arbeitete McMillan als Anwalt im Richmond County, das er von 1810 bis 1812 im Senat von North Carolina vertrat. Im März 1817 wählten ihn die Wähler als Kandidaten der Föderalisten in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, für den 15. Kongress.
Dieser Kongress trat erst im Dezember 1817 zu seiner ersten regulären Sitzung zusammen. So lange lebte McMillan nicht: Nach verfügbaren Angaben wurde er am 13. November 1817 in Fayetteville bei einem Duell getötet. Er war damit gewählter Abgeordneter, wurde aber nie vereidigt. Mitglied des Repräsentantenhauses im regulären Sinn, also vereidigt und mit Sitz im Plenum, war Alexander McMillan nie.
Stand: 21.10.2026

