Die Gedenkstele Luise Nährlich steht nach verfügbaren Angaben am Haus der Kulturen der Welt in Berlin, also im Großen Tiergarten, direkt am Regierungsviertel. Sie erinnert an Luise Nährlich, eine Berlinerin, die als Prostituierte arbeitete und im Sommer 1966 ermordet wurde.
Die Stele steht an der Stelle, an der Luise Nährlich am 25. Juli 1966 tot aufgefunden wurde. Wer sie getötet hat, konnte nie geklärt werden. Der Fall beschäftigte damals die Berliner Öffentlichkeit, die Presse sprach von einem Lustmord. Die Berichterstattung drehte sich allerdings oft weniger um das Opfer als um Spekulationen und Verdächtigungen; die Wochenzeitung Die Zeit überschrieb einen Artikel dazu noch im selben Jahr mit Anatomie eines Rufmords. Luise Nährlich selbst verschwand hinter Schlagzeilen über ihr Milieu.
Genau das will die Stele umkehren. Sie nennt ihren Namen und erinnert in ihrem Namen auch an andere Frauen, die in der Sexarbeit getötet wurden, oft gerade weil sie Frauen waren. Für solche Taten hat sich inzwischen der Begriff Femizid durchgesetzt.
Aufgestellt wurde die Stele im Rahmen der Ausstellung Die Möglichkeit der Unvernunft von Jan Böhmermann und der Gruppe Royale, dem Team hinter dem ZDF Magazin Royale. Die Ausstellung lief vom 27. September bis zum 19. Oktober 2025 im Haus der Kulturen der Welt und war mit Konzerten, Gesprächen und Fernsehaufzeichnungen verbunden.
Ob die Stele über das Ende der Ausstellung hinaus dauerhaft bleibt, ist nach verfügbaren Angaben nicht eindeutig belegt. In der Wikipedia wird derzeit diskutiert, ob sie als eigenes Denkmal bedeutend genug für einen Artikel ist.
Stand: 20.10.2026












