Schlesier aus dem Kreis Glogau, Kupferschmied, Installateur und Heizungsmonteur, im Krieg an der Torpedoversuchsanstalt in Eckernförde, danach Arbeitsprüfer im Ausbesserungswerk der Bahn in Oldenburg, Mitgründer des Beamtenbunds vor Ort, Senator und zeitweise Bürgermeister der Stadt: Kurt Ross, geboren am 30.08.1915 in Rauschwitz, gehörte dem Bundestag von 1964 bis 1965 und von 1966 bis 1972 an. Er starb am 18.02.2007.
Kurzprofil
- Geboren: 30. August 1915 in Rauschwitz (Krseis Glogau)
- Gestorben: 18. Februar 2007
- Beruf: Arbeitsprüfer
- Partei: SPD
- Bundestag: 1964 bis 1972 (4. bis 6. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
- Religion/Familie: verheiratet, 1 Kind
Glogau
Nach der Schule machte Ross nach verfügbaren Angaben eine Handwerkslehre und arbeitete als Kupferschmied, Installateur und Heizungsmonteur. Von 1935 bis 1938 war er im Arbeitsdienst, danach Soldat; im Krieg wurde er an der Torpedoversuchsanstalt in Eckernförde eingesetzt. Die Stammdaten führen ihn als Arbeitsprüfer, verheiratet, mit einem Kind; zur Konfession machen sie keine Angaben.
Ausbesserungswerk
Ab 1945 war Ross als Beamter Arbeitsprüfer im Ausbesserungswerk Oldenburg, erst der Reichsbahn, dann der Bundesbahn. Er gehörte dort dem Betriebsrat an und war nach verfügbaren Angaben Mitgründer des Deutschen Beamtenbunds in Oldenburg. 1946 trat er der SPD bei, 1964 wurde er Vorsitzender des Kreisverbands Oldenburg.
Rathaus
Ab 1948 saß Ross im Rat der Stadt Oldenburg, ab 1961 war er Senator und amtierte zeitweise als Bürgermeister. Am 18. August 1964 rückte er für den verstorbenen Walter Harm (SPD) in den Bundestag nach, die Wahlperiode lief nur noch ein gutes Jahr. 1965 reichte sein Listenplatz zunächst nicht.
Gastarbeiter
Seine erste Wortmeldung am 11. November 1964 war eine Zusatzfrage an den Verkehrsminister: Hätte eine bessere Koordinierung der Rationalisierung bei der Bundesbahn nicht verhindert, dass man in den Ballungsräumen Gastarbeiter heranholen, im niedersächsischen Grenzraum aber Werke schließen und Familien aus Eigenheimen umsiedeln müsse? Gleich danach fragte er, ob bekannt sei, dass in Niedersachsen weitere Werke schließen sollten.
Drei Wortmeldungen
Am 21. September 1966 rückte Ross für den ausgeschiedenen Heinz Morgenstern (SPD) erneut nach. Sein Mandat umfasste 453 Sitzungen; die Protokolle zählen drei Wortmeldungen mit zusammen 114 Wörtern, alle aus jenem November 1964. Danach meldete er sich im Plenum nicht mehr zu Wort, auch nicht als Direktabgeordneter für Oldenburg ab 1969.
Abstimmungen
An allen 19 namentlichen Abstimmungen nahm Ross teil, elfmal mit Ja, siebenmal mit Nein und einmal mit Enthaltung, stets wie die SPD. 1972 schied er aus dem Bundestag aus und erhielt im selben Jahr das Verdienstkreuz 1. Klasse. Er starb mit 91 Jahren. Nach jenem November 1964 verzeichnen die Protokolle von ihm nur noch seine Stimmen bei den namentlichen Abstimmungen.
Mandate im Überblick
Ross rückte zweimal über die Landesliste Niedersachsen der SPD in den Bundestag nach, 1969 gewann er den Wahlkreis Oldenburg direkt:
- 4. Wahlperiode (18.08.1964 bis 17.10.1965): Landesliste Niedersachsen, SPD-Fraktion
- 5. Wahlperiode (21.09.1966 bis 19.10.1969): Landesliste Niedersachsen, SPD-Fraktion
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).