Köpfe: Kurt Ross

Schlesier aus dem Kreis Glogau, Kupferschmied, Installateur und Heizungsmonteur, im Krieg an der Torpedoversuchsanstalt in Eckernförde, danach Arbeitsprüfer im Ausbesserungswerk der Bahn in Oldenburg, Mitgründer des Beamtenbunds vor Ort, Senator und zeitweise Bürgermeister der Stadt: Kurt Ross, geboren am 30.08.1915 in Rauschwitz, gehörte dem Bundestag von 1964 bis 1965 und von 1966 bis 1972 an. Er starb am 18.02.2007.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1915 in Rauschwitz (Krseis Glogau)
  • Gestorben: 18. Februar 2007
  • Beruf: Arbeitsprüfer
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1964 bis 1972 (4. bis 6. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: verheiratet, 1 Kind

Glogau

Nach der Schule machte Ross nach verfügbaren Angaben eine Handwerkslehre und arbeitete als Kupferschmied, Installateur und Heizungsmonteur. Von 1935 bis 1938 war er im Arbeitsdienst, danach Soldat; im Krieg wurde er an der Torpedoversuchsanstalt in Eckernförde eingesetzt. Die Stammdaten führen ihn als Arbeitsprüfer, verheiratet, mit einem Kind; zur Konfession machen sie keine Angaben.

Ausbesserungswerk

Ab 1945 war Ross als Beamter Arbeitsprüfer im Ausbesserungswerk Oldenburg, erst der Reichsbahn, dann der Bundesbahn. Er gehörte dort dem Betriebsrat an und war nach verfügbaren Angaben Mitgründer des Deutschen Beamtenbunds in Oldenburg. 1946 trat er der SPD bei, 1964 wurde er Vorsitzender des Kreisverbands Oldenburg.

Rathaus

Ab 1948 saß Ross im Rat der Stadt Oldenburg, ab 1961 war er Senator und amtierte zeitweise als Bürgermeister. Am 18. August 1964 rückte er für den verstorbenen Walter Harm (SPD) in den Bundestag nach, die Wahlperiode lief nur noch ein gutes Jahr. 1965 reichte sein Listenplatz zunächst nicht.

Gastarbeiter

Seine erste Wortmeldung am 11. November 1964 war eine Zusatzfrage an den Verkehrsminister: Hätte eine bessere Koordinierung der Rationalisierung bei der Bundesbahn nicht verhindert, dass man in den Ballungsräumen Gastarbeiter heranholen, im niedersächsischen Grenzraum aber Werke schließen und Familien aus Eigenheimen umsiedeln müsse? Gleich danach fragte er, ob bekannt sei, dass in Niedersachsen weitere Werke schließen sollten.

Drei Wortmeldungen

Am 21. September 1966 rückte Ross für den ausgeschiedenen Heinz Morgenstern (SPD) erneut nach. Sein Mandat umfasste 453 Sitzungen; die Protokolle zählen drei Wortmeldungen mit zusammen 114 Wörtern, alle aus jenem November 1964. Danach meldete er sich im Plenum nicht mehr zu Wort, auch nicht als Direktabgeordneter für Oldenburg ab 1969.

Abstimmungen

An allen 19 namentlichen Abstimmungen nahm Ross teil, elfmal mit Ja, siebenmal mit Nein und einmal mit Enthaltung, stets wie die SPD. 1972 schied er aus dem Bundestag aus und erhielt im selben Jahr das Verdienstkreuz 1. Klasse. Er starb mit 91 Jahren. Nach jenem November 1964 verzeichnen die Protokolle von ihm nur noch seine Stimmen bei den namentlichen Abstimmungen.

Mandate im Überblick

Ross rückte zweimal über die Landesliste Niedersachsen der SPD in den Bundestag nach, 1969 gewann er den Wahlkreis Oldenburg direkt:

  • 4. Wahlperiode (18.08.1964 bis 17.10.1965): Landesliste Niedersachsen, SPD-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (21.09.1966 bis 19.10.1969): Landesliste Niedersachsen, SPD-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. Wilhelm Königswarter

Jurist aus einer jüdischen Bankiersfamilie, in der NS-Zeit mehrfach verhaftet, danach Finanzpolitiker der Berliner SPD: Wilhelm Königswarter, geboren am 30.08.1890 in Hannover, gehörte dem Bundestag von 1952 bis 1961 als Berliner Abgeordneter an. Er starb am 12.12.1966 in West-Berlin.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1890 in Hannover
  • Gestorben: 12. Dezember 1966
  • Beruf: Industriekaufmann
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1952 bis 1961 (1. bis 3. Wahlperiode), über die Landesliste

Familie

Königswarter stammte aus der geadelten jüdischen Familie Königswarter, die aus Königswart in Nordböhmen kam. Sein Vater war der Unternehmer Baron Julius von Königswarter, seine Mutter Sophie Runne. Nach dem humanistischen Gymnasium in Hannover studierte er Nationalökonomie und Recht in Leipzig, Marburg und Berlin und wurde 1914 in Göttingen zum Doktor der Rechte promoviert. Nach dem Referendariat arbeitete er als Kaufmann.

Verfolgung

In der Weimarer Republik gehörte Königswarter der DDP an und bis 1930 ihrem erweiterten Reichsvorstand. Nach 1933 ermittelten die Behörden gegen ihn nach Paragraf 175 wegen Homosexualität; er wurde mehrfach inhaftiert.

SPD

1945 schloss sich Königswarter nicht den liberalen Nachfolgeparteien an, sondern der SPD, deren Wiederaufbau in Berlin er mittrug. Er leitete ihren Fachausschuss für Geld und Kredit. Im November 1950 rückte er für zwei Monate in die Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin nach, als Werner Kreuziger ausschied. 1954 und 1959 war er Mitglied der Bundesversammlung.

Steuern

Die Protokolle zählen zwölf Reden mit 7.905 Wörtern. In der ersten am 30. Oktober 1952 berichtete er für den Finanzausschuss über einen Gesetzentwurf, den das Plenum im September überwiesen hatte. In der letzten am 19. Juni 1958, 1.775 Wörter lang, begründete er einen SPD-Antrag, die geplanten Senkungen und Erhöhungen der Körperschaftsteuer abzulehnen und beim alten Satz von 45 Prozent zu bleiben.

Abstimmungen

An 244 von 300 namentlichen Abstimmungen nahm Königswarter teil, 169-mal mit Ja, 72-mal mit Nein und dreimal mit Enthaltung. Für die 1. Wahlperiode weisen die Bundestagsdaten bei ihm 46 abweichende Stimmen aus, überwiegend bei den Verträgen zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft im Dezember 1952; die Zählung dieser frühen Abstimmungen gilt als unsicher. In der 3. Wahlperiode stimmte er in allen 32 Fällen mit seiner Fraktion. Er starb mit 76 Jahren in Berlin-Nikolassee.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen ihn Industriekaufmann, ohne Angaben zu Religion und Familie, und lassen das Mandat am 1. Februar 1952 beginnen; das Amtliche Handbuch nennt den 6. Februar. DDP-Vergangenheit und Verfolgung fehlen dort.

Mandate im Überblick

Königswarter kam 1952 mit der Erhöhung der Zahl der Berliner Abgeordneten in den Bundestag und wurde 1953 und 1957 von Berlin erneut entsandt:

  • 1. Wahlperiode (01.02.1952 bis 07.09.1953): Landesliste **, SPD-Fraktion
  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): vom Berliner Abgeordnetenhaus entsandt, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Helmut Kater

Hilfsarbeiter bei VW, IG-Metall-Lehrer und Arbeitsdirektor der Hessischen Berg- und Hüttenwerke: Helmut Kater, geboren am 30.08.1927 in Danzig, vertrat den Wahlkreis Wetzlar von 1969 bis 1976 für die SPD im Bundestag. Er starb am 07.09.2012 in Timmendorfer Strand.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1927 in Danzig
  • Gestorben: 7. September 2012
  • Beruf: Arbeitsdirektor
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1969 bis 1976 (6. bis 7. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: verheiratet, 1 Kind

Krieg und Lehre

Am 18. Februar 1944 beantragte der 16-jährige Kater die Aufnahme in die NSDAP, die zum 20. April erfolgte. Von 1943 bis 1945 war er im Arbeitsdienst, in der Wehrmacht und in Gefangenschaft. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Hilfsarbeiter in Wolfsburg und machte von 1947 bis 1952 im Volkswagenwerk eine kaufmännische Lehre. 1947 trat er der SPD bei.

IG Metall

Von 1952 bis 1957 war Kater Sachbearbeiter und Abteilungsleiter bei der IG Metall in Frankfurt, danach bis 1965 Lehrer und Leiter ihrer Internatsschule in Lohr am Main. Dort saß er im Stadtrat und führte den Ortsverein sowie den Unterbezirk Karlstadt; 1961 und 1965 kandidierte er in Bayern für den Bundestag, damals noch ohne Erfolg; erst 1969 gelang ihm in Hessen der Einzug.

Arbeitsdirektor

Von 1965 bis 1977 war Kater Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied der Hessischen Berg- und Hüttenwerke in Wetzlar, ab 1976 der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg. Von 1968 bis 1973 gehörte er dem Wetzlarer Stadtrat an und führte ab 1968 die SPD der Stadt.

Bundestag und Europa

Die Plenarprotokolle verzeichnen drei Reden mit 3.091 Wörtern, alle in der sechsten Wahlperiode. In seiner zweiten Wahlperiode, von 1972 bis 1976, sprach er im Plenum nicht mehr. In der ersten Rede am 2. Februar 1971 spottete er über die Reformfreude der Opposition auf ihrem Düsseldorfer Parteitag; in der letzten am 1. März 1972 gab er für seine Fraktion eine Erklärung zum ERP-Wirtschaftsplan ab. An 48 von 49 namentlichen Abstimmungen nahm er teil, nie gegen die Fraktion; er stimmte 28-mal mit Ja und 20-mal mit Nein. Vom 14. Februar 1973 bis zum 16. Januar 1975 saß er im Europäischen Parlament.

Ostsee

Später lebte Kater an der Ostsee in Timmendorfer Strand, wo er 1982 und 1983 Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister war. Er starb am 7. September 2012, eine Woche nach seinem 85. Geburtstag.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Kater Arbeitsdirektor, verheiratet mit einem Kind, ohne Angabe zur Konfession; das biografische Handbuch der Volksvertretung 1946–1972 führt ihn als evangelisch. Seine NSDAP-Mitgliedschaft und das Europamandat vermerken sie nicht.

Mandate im Überblick

Kater gewann den Wahlkreis Wetzlar 1969 mit 49,9 und 1972 mit 55,0 Prozent der Erststimmen:

  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Lothar Haase (Kassel)

Panzerjäger in Russland und Italien, Kriegsgefangener in Ägypten, Volkswirt aus Marburg, Landeschef der Jungen Union, Haushaltsexperte, Oberst der Reserve und Vizepräsident des Europäischen Rechnungshofs: Lothar Haase, geboren am 30.08.1923 in Kassel, saß von 1961 bis 1983 für die CDU im Bundestag. Er starb am 08.12.2013 in Kassel.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1923 in Kassel
  • Gestorben: 8. Dezember 2013
  • Beruf: Diplom-Volkswirt, Verwaltungsrat a. D.
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1961 bis 1983 (4. bis 10. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch-freikirchlich, verheiratet, 1 Kind

Ägypten

Haase machte in Kassel das Abitur und wurde zur Wehrmacht eingezogen. Am 25.09.1941 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend aufgenommen. Ab 1942 kämpfte er als Panzerjäger in Russland und Italien, geriet in Süditalien in britische Gefangenschaft und kam erst 1948 aus Ägypten zurück.

Arbeitsverwaltung

Haase studierte Wirtschaftswissenschaften in Marburg und schloss 1952 als Diplomvolkswirt ab. Von 1953 bis 1961 arbeitete er bei der Bundesanstalt für Arbeit, zuletzt als Verwaltungsrat an der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Frankfurt. Bei Wehrübungen stieg er bis zum Oberst der Reserve auf und kommandierte Fernmeldedienststellen der Bundeswehr.

Nordhessen

1948 trat Haase der CDU und der Jungen Union bei, von 1957 bis 1961 führte er die JU Hessen, von 1962 bis 1988 den CDU-Bezirksverband Nordhessen. Er saß im Landesvorstand und von 1956 bis 1960 im Kreistag von Kassel-Land.

Haushalt

Im Bundestag galt Haase als ausgezeichneter Haushaltsfachmann und war Berichterstatter für den Verteidigungsetat. 1981 und 1982 leitete er den Haushaltsausschuss, 1982 und 1983 den Wirtschaftsausschuss. Nach dem Regierungswechsel 1982 war er als Staatssekretär im Verteidigungsministerium vorgesehen, doch der Posten ging trotz erheblicher fachlicher Proteste in der Unionsfraktion aus Proporzgründen an die CSU. Wegen seiner Reservistenzeit galt Haase als Detailkenner der Bundeswehr.

Rechnungshof

Helmut Kohl setzte Haase stattdessen als Mitglied des Europäischen Rechnungshofs in Luxemburg durch. Am 05.12.1983 legte er das Mandat nieder und war bis 1988 Vizepräsident der Behörde. Er erhielt 1973 das Verdienstkreuz erster Klasse, 1981 den Bayerischen Verdienstorden und 1983 das Große Verdienstkreuz.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Haase Diplomvolkswirt und Verwaltungsrat a. D., evangelisch-freikirchlich, verheiratet mit einem Kind. Sie verzeichnen sieben Listenmandate vom 17.10.1961 bis zum 05.12.1983. Seine NSDAP-Mitgliedschaft erwähnte der frühere Text dieser Seite nicht.

Mandate im Überblick

Haase zog stets über die hessische Landesliste der CDU in den Bundestag ein:

  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion
  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 05.12.1983): Landesliste Hessen, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Franz Xaver Geisenhofer

Arbeiter, Sanitätssoldat, Kriegsgefangener, mehr als zwanzig Jahre Angestellter des Bayerischen Roten Kreuzes, Abteilungsleiter im Landesnachforschungsdienst und Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission: Franz Xaver Geisenhofer, geboren am 30.08.1914 in Herschenhofen bei Freising, saß von 1967 bis 1980 für die CSU im Bundestag. Er starb am 04.08.2000.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1914 in Herschenhofen (Krs. Freising Oberbayern)
  • Gestorben: 4. August 2000
  • Beruf: Angestellter
  • Partei: CSU
  • Bundestag: 1967 bis 1980 (5. bis 8. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 4 Kinder

Sanitäter

Nach der Volksschule arbeitete Geisenhofer zunächst als Arbeiter. 1935 und 1936 leistete er seinen Wehrdienst an einer Sanitätsschule und blieb danach Berufssoldat. Seit 1939 war er als Sanitäter im Zweiten Weltkrieg eingesetzt und geriet zuletzt in Gefangenschaft, aus der er 1945 zurückkehrte.

Rotes Kreuz

Von 1945 bis 1967 arbeitete Geisenhofer beim Bayerischen Roten Kreuz. Ende der vierziger Jahre studierte er ein Semester an der Wirtschafts- und Verwaltungsakademie, 1950 bestand er die staatliche Prüfung als Kurzschriftlehrer. Seit 1964 war er Referent und Abteilungsleiter des Landesnachforschungsdienstes beim Präsidium des BRK. Dieser Suchdienst half, Vermisste des Krieges zu finden und auseinandergerissene Familien zusammenzuführen, eine Aufgabe, die noch Jahrzehnte nach Kriegsende viele Menschen beschäftigte.

CSU und CSA

1953 trat Geisenhofer der CSU bei. Er war Vorsitzender eines CSU-Bezirks und wurde später in den Landesvorstand gewählt. Daneben war er stellvertretender Landesobmann der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerunion, des Arbeitnehmerflügels der Partei, der in der katholischen Soziallehre wurzelte und sich für Mitbestimmung und Vermögensbildung einsetzte. 1968 wählte ihn die Deutsche UNESCO-Kommission zu ihrem Zweiten Vizepräsidenten.

Bundestag

Am 03.05.1967 rückte Geisenhofer für die verstorbene Abgeordnete Maria Probst in den Bundestag nach, die zuvor Vizepräsidentin des Parlaments gewesen war. 1969, 1972 und 1976 wurde er über die Landesliste wiedergewählt, einen Wahlkreis vertrat er nie. Von Januar bis November 1980 war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Familie und Gesundheit. Mit dem Ende der achten Wahlperiode schied er im Alter von 66 Jahren aus dem Parlament aus. In seinen Bundestagsjahren regierten zunächst die Große Koalition und dann die sozialliberale Koalition, die Union saß ab 1969 in der Opposition.

Ehrungen

1969 erhielt Geisenhofer das Bundesverdienstkreuz, 1971 eine Auszeichnung des Roten Kreuzes, 1973 das Verdienstkreuz erster Klasse und zum Abschied aus dem Parlament 1980 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik.

Stammdaten

Geisenhofer starb im August 2000, wenige Wochen vor seinem 86. Geburtstag. Die Stammdaten nennen ihn Angestellter, katholisch, verheiratet und Vater von vier Kindern und schreiben seinen Geburtsort Herschenhofen im Kreis Freising. Seine Jahre als Berufssoldat erwähnen sie nicht.

Mandate im Überblick

Geisenhofer rückte im Mai 1967 nach und zog danach dreimal über die bayerische Landesliste der CSU ein:

  • 5. Wahlperiode (03.05.1967 bis 19.10.1969): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion
  • 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Landesliste Bayern, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Heinz Frehsee

Gutsverwalter, Vertriebener aus Ostpreußen, Landarbeiterführer und Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion: Heinz Frehsee, geboren am 30.08.1916 in Stobnitt in Ostpreußen, saß von 1953 bis 1976 im Bundestag. Er starb am 17.09.2004.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1916 in Stobnitt (Ostpreußen)
  • Gestorben: 17. September 2004
  • Beruf: Geschäftsführer
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1953 bis 1976 (2. bis 7. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 3 Kinder

Landwirt

Frehsee machte 1935 Abitur an einem deutschen Privatgymnasium in Westpreußen, das damals zu Polen gehörte, und lernte bis 1937 Landwirtschaft. Nach dem Reichsarbeitsdienst wurde er Gutsverwalter in Thüringen. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat, zeitweise unterbrochen durch ein Landwirtschaftsstudium in Leipzig. Nach dem Krieg kam er als Vertriebener in den Westen und arbeitete zunächst in einem Sägewerk und als Landarbeiter.

Gewerkschaft

Schon 1947 wurde Frehsee Kreissekretär der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft in Uelzen, 1949 Leiter der Abteilungen Lohn- und Tarifpolitik sowie Agrarpolitik beim Bundesvorstand. Von 1956 bis 1959 war er Bundesvorsitzender der Gewerkschaft und Mitglied im DGB-Bundesvorstand. Von 1949 bis 1955 war er Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Hannover, später gehörte er dem Exekutivkomitee der Internationalen Landarbeiterföderation an.

Kinderarbeitsschutz

Im Bundestag gehörte Frehsee 1960 zu den Vorkämpfern des Jugendarbeitsschutzgesetzes, mit dem die Arbeit von Kindern weitgehend verboten und die Arbeitszeit Jugendlicher begrenzt wurde. Für einen Landarbeiterfunktionär war das ein vertrautes Thema, denn auf den Höfen mussten Kinder oft schwer mitarbeiten. Von 1956 bis 1991 gehörte er zudem dem Kuratorium der Agrarsozialen Gesellschaft in Göttingen an.

Fraktionsmanager

Ab dem 27.01.1967 war Frehsee Zweiter, von 1969 bis 1972 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, in der Zeit, in der Herbert Wehner sie führte und die sozialliberale Koalition ihre knappe Mehrheit gegen Übertritte zur Opposition verteidigen musste. Von 1965 bis 1972 leitete er die Bau- und Raumkommission des Bundestagsvorstands. Vom 14.02.1973 bis 19.01.1977 gehörte er dem Europäischen Parlament an.

Ehrungen

1968 erhielt Frehsee das Verdienstkreuz erster Klasse, 1973 das Große Verdienstkreuz und 1976 mit Stern. 1976 schied er nach 23 Jahren aus dem Bundestag aus. Er starb im September 2004 mit 88 Jahren, fast drei Jahrzehnte nach seinem Ausscheiden. Seine Arbeit im Bundestag umfasste damit fast ein Vierteljahrhundert, von Adenauer bis Schmidt. Die Stammdaten nennen ihn Geschäftsführer, evangelisch, verheiratet und Vater dreier Kinder.

Mandate im Überblick

Frehsee kam 1953 über die niedersächsische Landesliste und gewann danach fünfmal in Folge den Wahlkreis Hameln – Springe direkt:

  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Niedersachsen, SPD-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Dr. Ludwig Franz

Historiker, Zeitungsredakteur, Sekretär des Katholischen Werkvolks und 23 Jahre Abgeordneter für Rosenheim: Ludwig Franz, geboren am 30.08.1922 in Wörth an der Donau, saß von 1953 bis 1976 für die CSU im Bundestag. Er starb am 02.07.1990 in Rottach-Egern.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1922 in Wörth (Donau)
  • Gestorben: 2. Juli 1990
  • Beruf: Journalist
  • Partei: CSU
  • Bundestag: 1953 bis 1976 (2. bis 7. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet

Schule und Studium

Franz besuchte die Volksschule in Wörth und Gymnasien in Straubing und Regensburg, wo er 1941 Abitur machte. Von 1944 bis 1949 studierte er Geschichte, Volkswirtschaft und Publizistik an der Universität München. Die Stammdaten führen ihn mit Doktortitel und nennen ihn Journalist; die übrigen zugänglichen Angaben erwähnen keine Promotion.

Redakteur

Bis 1953 arbeitete Franz als politischer Redakteur, zuerst beim Donauboten, ab 1950 beim Tages-Anzeiger und bei der Deutschen Tagespost, einer katholischen Zeitung, die damals in Regensburg und später in Würzburg erschien. In der Nachkriegspresse, die nach der Lizenzierung durch die Alliierten neu entstand, spielten katholische Blätter in Bayern eine wichtige Rolle.

Katholisches Werkvolk

Im Jahr seiner ersten Wahl in den Bundestag, 1953, wurde Franz Verbandssekretär des Katholischen Werkvolks, des süddeutschen Zweigs der katholischen Arbeitnehmerbewegung, der in Bayern Zehntausende Mitglieder hatte. Der Verband vertrat die Interessen katholischer Arbeiter und Angestellter nach den Grundsätzen der katholischen Soziallehre, die auf Partnerschaft von Kapital und Arbeit setzte. 1950 war Franz in die CSU eingetreten.

Rosenheim

1953 gewann Franz den Wahlkreis Rosenheim, ein Gebiet im oberbayerischen Voralpenland mit Inn, Chiemsee und Mangfalltal, in dem die CSU sichere Mehrheiten hatte. Er verteidigte ihn fünfmal in Folge. Als Mann des Werkvolks gehörte er in der CSU zu den Sozialpolitikern, in den Jahren, in denen der Bundestag die dynamische Rente, das Kindergeld und die Lohnfortzahlung beschloss. 1976 schied er nach 23 Jahren aus.

Ehrungen

1965 erhielt Franz den Bayerischen Verdienstorden, 1970 die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste, 1973 das Verdienstkreuz erster Klasse, 1978 das Große Verdienstkreuz und 1983 mit Stern. Er war katholisch und verheiratet und starb 1990 mit 67 Jahren in Rottach-Egern am Tegernsee, nicht weit von dem Wahlkreis, den er so lange vertreten hatte. Sein Weg vom Redakteur über den Verband in den Bundestag war typisch für die christlich-sozialen Abgeordneten der Nachkriegszeit.

Mandate im Überblick

Sechsmal in Folge gewann Franz den Wahlkreis Rosenheim direkt, von 1953 bis 1972, ohne je auf die Landesliste angewiesen zu sein:

  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 3. Wahlperiode (15.10.1957 bis 15.10.1961): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 4. Wahlperiode (17.10.1961 bis 17.10.1965): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
  • 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Johannes Brüns

Johannes Brüns erblickte am 30.08.1903 in Essen das Licht der Welt. Der Essener Bergmann war Betriebsratsvorsitzender auf der Zeche Amalie, saß im Stadtrat und rückte 1959 für den verstorbenen Johannes Kunze in den Bundestag nach. Am 26.10.1959 zog Brüns als Abgeordneter für die CDU in den Bundestag ein. Die amtlichen Abgeordnetendaten nennen als Beruf Bergbauinvalide, als Religion katholisch und als Familienstand verheiratet, 2 Kinder. Gestorben ist Brüns am 07.05.1965 in Essen-Borbeck.

Kurzprofil

  • Geboren: 30. August 1903 in Essen
  • Gestorben: 7. Mai 1965
  • Beruf: Bergbauinvalide
  • Partei: CDU
  • Bundestag: 1959 bis 1960 (3. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 2 Kinder

Bergmann im Revier

Brüns war ein Arbeitersohn aus Essen. Nach der Volksschule machte er eine Lehre als Bergmann und arbeitete unter Tage, in einer Zeit, in der der Steinkohlenbergbau die Stadt prägte wie kaum eine andere im Ruhrgebiet. Von 1951 bis 1957 war er auf der Zeche Amalie beschäftigt, einer Schachtanlage im Essener Westen, und dort Vorsitzender des Betriebsrates. Schließlich musste er als Berginvalide aus dem Berufsleben ausscheiden; die Stammdaten führen ihn als Bergbauinvaliden.

Christlicher Arbeitnehmer in der CDU

1946 trat Brüns der CDU bei. Von 1948 bis 1959 saß er im Rat der Stadt Essen und führte den Sozialausschuss, der sich mit Fürsorge, Wohnungsnot und der Unterbringung von Flüchtlingen und Ausgebombten befasste. Er gehörte zu jenen katholischen Arbeitnehmern, die nach dem Krieg aus der Tradition der christlichen Gewerkschaften und der Zentrumspartei zur Union fanden und die Einheitsgewerkschaft mittrugen. In einer Stadt, in der die SPD die Mehrheit stellte, vertraten sie das christlich-soziale Lager.

Kurz im Bundestag

Am 26.10.1959 rückte Brüns über die nordrhein-westfälische Landesliste für den verstorbenen Johannes Kunze in den Bundestag nach, einen der Väter des Lastenausgleichs, und schied am 28.11.1960 wieder aus. In seine kurze Zeit fiel die Krise des Ruhrbergbaus: Seit 1958 wuchsen die Kohlenhalden, die ersten Zechen schlossen, und Bergleute demonstrierten in Bonn für ihre Arbeitsplätze.

Betriebsrat unter Tage

Als Betriebsratsvorsitzender erlebte Brüns die Einführung der Montanmitbestimmung von 1951, die den Arbeitnehmern in den Aufsichtsräten von Kohle und Stahl die Hälfte der Sitze und einen Arbeitsdirektor im Vorstand sicherte. Die Betriebsräte der Zechen verhandelten über Schichtpläne, Unfallschutz und Deputatkohle. Die Staublunge war die häufigste Berufskrankheit unter Tage und machte viele Bergleute schon früh zu Invaliden. Brüns war katholisch, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er starb am 07.05.1965 mit 61 Jahren in Essen-Borbeck, im Nordwesten seiner Heimatstadt.

Mandate im Überblick

Er zog mit 56 Jahren ins Parlament ein und verließ es mit 57. Insgesamt saß er gut 13 Monate im Bundestag. Die Angaben der Bundestagsverwaltung:

  • 3. Wahlperiode (26.10.1959 bis 28.11.1960): Landesliste Nordrhein-Westfalen, CDU/CSU-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

Köpfe: Emma Kisaki

Emma Kisaki (japanisch 希咲エマ(HARUKI,加藤はる希)) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Ihr Geburtsdatum wird in den Quellen unterschiedlich angegeben, genannt werden der 30. August 1988 und der 30. August 1989.

Im März 2009 debütierte sie als Haruki Kato.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 152 Zentimetern und Körbchengröße G, die Oberweite misst 95, die Taille 56 und die Hüfte 85 Zentimeter. Ihre Hobbys sind Einkaufen, Reisen, Make-up, Nageldesign und Snowboarden.

Stand: 17.10.2026

Köpfe: Chihiro Manaka

Chihiro Manaka (japanisch 真中ちひろ) ist eine japanische Pornodarstellerin aus Tokio. Laut ihrem Profil wurde sie am 30. August 1990 geboren, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Laut Profil ist sie seit 2010 aktiv.

Ihr Profil nennt eine Körpergröße von 164 Zentimetern und Körbchengröße I, die Oberweite misst 105, die Taille 67 und die Hüfte 94 Zentimeter.

Stand: 17.10.2026