Zoologe aus Berlin-Tempelhof, Professor an der Universität Karlsruhe, Naturschutzbeauftragter seiner Stadt, Ortsvorsitzender in Grünwettersbach, Präsident eines Verbandes für Artenschutz und Delegierter in Kyoto: Norbert Rieder, geboren am 08.05.1942 in Berlin-Tempelhof, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 1998 an.
Kurzprofil
- Geboren: 8. Mai 1942 in Berlin-Tempelhof
- Beruf: Universitätsprofessor
- Partei: CDU
- Bundestag: 1990 bis 1998 (12. bis 13. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder
Zoologie
Nach dem Abitur 1961 studierte Rieder nach verfügbaren Angaben Biologie, Chemie und Geographie in Karlsruhe und Tübingen und wurde 1969 promoviert. Am Zoologischen Institut in Karlsruhe war er Assistent und Akademischer Rat, 1974 habilitierte er sich, ab 1980 war er Professor für Zoologie. Die Stammdaten führen ihn als Universitätsprofessor, katholisch, verheiratet, mit drei Kindern.
Grünwettersbach
1972 trat Rieder der CDU bei, von 1980 bis 1990 führte er den Ortsverband im Karlsruher Stadtteil Grünwettersbach. Von 1982 bis 1991 war er Naturschutzbeauftragter im Stadtkreis Karlsruhe. Im Bundestag saß er beide Wahlperioden im Umweltausschuss und in Enquete-Kommissionen zu Stoffkreisläufen und nachhaltiger Entwicklung.
Treibhauseffekt
Sein Mandat umfasste 491 Sitzungen; die Protokolle zählen 31 Reden mit 28.326 Wörtern und sieben Zwischenrufe. In der ersten Rede am 12. Juni 1991 sagte er, die Bundesrepublik habe beim Kampf gegen den Treibhauseffekt weltweit die geistige und technische Führung übernommen, nicht durch utopische Ziele, sondern durch das Machbare seit 1982.
Brennstoffzelle
Beim Verkehr setzte Rieder in derselben Rede auf sparsamere Fahrzeuge, Methanol und Wasserstoff, den Elektroantrieb mit der Natrium-Schwefel-Batterie und die Brennstoffzelle, die in wenigen Jahren einsatzbereit sein werde. Dazu brauche es Verkehrsleitsysteme und einen deutlichen Ausbau von Nahverkehr und Schiene, und zwar im europäischen Rahmen. Als Präsident des Bundesverbandes für fachgerechten Natur- und Artenschutz warb er nach verfügbaren Angaben für Zuchtprogramme gefährdeter Tiere bei privaten Züchtern.
Liebe
Die letzte Rede am 24. April 1998 galt einer Miniaturnovelle zum Naturschutzgesetz nach dem Trauerspiel der Blockade durch die Opposition. Auflagen für Grundeigentümer müsse die Allgemeinheit ausgleichen, die Grenze ziehe die gute fachliche Praxis. Bei der Ausgleichsregelung sei man im Vermittlungsausschuss an der SPD gescheitert, die nur bei ersatzloser Streichung weiterreden wollte. Mit diesem unbestimmten Begriff werde man umgehen lernen wie mit Liebe, Freiheit oder sozialer Marktwirtschaft.
Abstimmungen
An 291 von 292 namentlichen Abstimmungen nahm Rieder teil, 133-mal mit Ja, 156-mal mit Nein und zweimal mit Enthaltung. Siebenmal wich er von der Union ab, im Juni 1995 mit einem Nein zur gemeinsamen Neuregelung des Abtreibungsrechts von Koalition und SPD. 1997 war er nach verfügbaren Angaben bei der Klimakonferenz in Kyoto. 1998 schied er mit 56 Jahren aus.
Mandate im Überblick
Rieder gewann 1990 und 1994 den Wahlkreis 175 Karlsruhe-Stadt direkt für die CDU:
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Karlsruhe-Stadt, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).