Sohn eines Landwirts und Schusters aus Unterfranken, Gebirgsjäger, Werkstudent auf dem Bau und unter Tage, Bauernverbandsdirektor für Oberfranken, Parlamentarischer Geschäftsführer der Union und danach zwölf Jahre Oberbürgermeister von Bamberg: Paul Röhner, geboren am 07.08.1927 in Aidhausen, gehörte dem Bundestag von 1965 bis 1982 an. Er starb am 24.12.2014 in Bamberg.
Kurzprofil
- Geboren: 7. August 1927 in Aidhausen
- Gestorben: 24. Dezember 2014
- Beruf: Direktor z. Wvw. im Bayerischen Bauernverband
- Partei: CSU
- Bundestag: 1965 bis 1982 (5. bis 9. Wahlperiode), stets direkt gewählt
- Religion/Familie: katholisch, verheiratet, 3 Kinder
Aidhausen
Nach Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Gefangenschaft machte Röhner laut Handbuch das Abitur und studierte als Werkstudent Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft, nach verfügbaren Angaben zuerst kurz Theologie in Bamberg. Er finanzierte das Studium als Bauhilfsarbeiter und Bergmann in Oberhausen. Die Stammdaten führen ihn als Direktor im Bauernverband, katholisch, verheiratet, mit drei Kindern.
Bauernverband
Von 1953 bis 1958 war Röhner Landesgeschäftsführer der Bayerischen Jungbauernschaft, von 1959 bis 1982 Direktor des Bauernverbands für Oberfranken. 1965 trat er der CSU bei und führte später den Bezirksverband Oberfranken. Von 1970 bis 1990 stand er dem Kolping-Bildungswerk vor, danach war er Ehrenvorsitzender.
Agraretat
Sein Mandat umfasste 1.033 Sitzungen; die Protokolle zählen 83 Reden mit 35.268 Wörtern und 36 Zwischenrufe. In der ersten am 18. Mai 1966 nahm er zu einem Änderungsantrag der SPD zum Agraretat Stellung und ging auf Hans Hermsdorf (SPD) ein. Keine Haushaltsdebatte ohne Beitrag zum Agraretat, sagte er 1974.
Naturparke
Am 19. Juni 1973 beantragte Röhner zehn Millionen Mark für Naturparke und Landschaftsschutz. Georg Gallus (FDP) antwortete er, er sei so fair zuzugeben, dass er nichts zugebe, was er nicht wisse. Von 1969 bis April 1975 war er stellvertretender Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, ab 1975 Parlamentarischer Geschäftsführer.
Bamberg
Zuletzt fragte Röhner am 20. Januar 1982 Erich Riedl (CSU), ob ihm als Sprecher bekannt sei, warum der Bundeskanzler nicht da sei, der doch angesprochen wurde. Am 11. Mai 1982 legte er das Mandat nieder und wurde Oberbürgermeister von Bamberg; er blieb es bis 1994. Von 1982 bis 1994 saß er im Bezirkstag.
Abstimmungen
An allen 125 namentlichen Abstimmungen nahm Röhner teil, 65-mal mit Ja, 59-mal mit Nein und einmal mit Enthaltung. Siebenmal wich er von der Union ab, zuletzt im Juli 1979. 1969 wählte er in der Bundesversammlung mit. 1982 erhielt er das Große Verdienstkreuz mit Stern. Er starb an Heiligabend 2014 mit 87 Jahren in Bamberg.
Mandate im Überblick
Röhner gewann fünfmal in Folge den Wahlkreis 222 Bamberg direkt für die CSU:
- 5. Wahlperiode (19.10.1965 bis 19.10.1969): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 6. Wahlperiode (20.10.1969 bis 22.09.1972): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 7. Wahlperiode (13.12.1972 bis 13.12.1976): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 8. Wahlperiode (14.12.1976 bis 04.11.1980): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 11.05.1982): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 18.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).