Fractran ist eine esoterische Programmiersprache und ein Rechenmodell des Mathematikers John H. Conway, bei dem ein Programm nichts anderes ist als eine Liste von Brüchen. Finden Sie mehr rund ums Programmieren auf unserer Schwerpunktseite Programmiersprachen.
Geschichte
Conway beschrieb Fractran in dem Aufsatz „FRACTRAN: A Simple Universal Programming Language for Arithmetic“. Das Esolang-Wiki nennt dafür 1986; erschienen ist der Beitrag in dem Sammelband „Open Problems in Communication and Computation“, den Springer 1987 veröffentlichte. Bekannt wurde besonders Conways Programm, das Primzahlen erzeugt.
Funktionsweise
Die Eingabe ist eine positive ganze Zahl n. Das Programm geht seine Brüche der Reihe nach durch und sucht den ersten Bruch p/q, für den n mal p/q wieder eine ganze Zahl ergibt. Dann wird n durch dieses Produkt ersetzt, und die Suche beginnt von vorn. Passt kein Bruch mehr, hält das Programm an, und n ist das Ergebnis. Die Stärke liegt in der Primfaktorzerlegung: Die Exponenten der Primzahlen in n wirken wie Speicherzellen. Startet man Conways Primzahlprogramm mit n gleich 2, durchläuft es genau die Zweierpotenzen, deren Exponenten Primzahlen sind.
Einordnung
Ein Hello-World-Programm fehlt hier, weil Fractran nur Zahlen umformt und keine Textausgabe kennt. Fractran ist turingvollständig und eines der elegantesten Beispiele dafür, wie Berechnung in reiner Arithmetik versteckt sein kann. Fractran ist die älteste Sprache in diesem Neuzugang zu unserer Liste. Weitere Sprachen finden Sie in unserer Liste: Esoterische Programmiersprachen.
Quelle
Stand: 15.10.2026
