
Die Allerheiligenflut am 1. November 1436 war eine Sturmflut, die die gesamte Nordseeküste der Deutschen Bucht schwer traf.
In der Nacht zum Allerheiligentag fegte ein ungewöhnlich heftiger Sturm über die Region und ließ das Wasser auf eine nie zuvor erreichte Höhe steigen. An vielen Stellen brachen die Deiche, und die Wassermassen verursachten besonders in Dithmarschen große Zerstörungen, wobei zahlreiche Menschen und Tiere ums Leben kamen. Im Kirchspiel Lunden stieg das Wasser bis an die Grundmauern der St. Laurentiuskirche.
Allein im nordfriesischen Tetenbüll kamen 180 Menschen ums Leben, nach anderen Quellen sogar 280. Die Siedlung Eidum auf Sylt wurde vollständig zerstört, woraufhin die Bewohner ins Landesinnere zogen und Westerland gründeten. Auch der Ort List auf Sylt wurde nach der Flut aufgegeben und weiter östlich neu aufgebaut. Durch die Flut wurde Pellworm von der Insel Strand getrennt; erst 1550 konnte die Verbindung durch die Neulandgewinnung eines neuen Kooges wiederhergestellt werden.
Infolge des Sturms fiel zudem ungewöhnlich viel Schnee, sodass die Menschen mehrere Tage lang in ihren Häusern eingeschlossen waren und die Wege unpassierbar wurden. Es folgte eine strenge Kälte, die bis zur Fastenzeit andauerte, und viele Reisende kamen unterwegs ums Leben. Erst im späten Frühjahr des folgenden Jahres konnten die Schäden der Sturmflut beseitigt werden.
Auch in der Region an der Oste und in Kehdingen führten Deichbrüche zu weiteren Zerstörungen.
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