Köpfe: Otto Reschke

Berglehrling, Hauer, Schießmeister und Grubensteiger, umgeschulter Ingenieur, Geschäftsführer der Essener SPD und fünfmal Sieger im Wahlkreis Essen I: Otto Reschke, geboren am 09.09.1941 in Gladbeck, gehörte dem Bundestag von 1980 bis 1998 an. Er starb am 05.07.2026 in Essen.

Kurzprofil

  • Geboren: 9. September 1941 in Gladbeck (Westfalen)
  • Beruf: Bergingenieur
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1980 bis 1998 (9. bis 13. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Gestorben: 5. Juli 2026 in Essen

Zeche

1956 begann Reschke nach verfügbaren Angaben als Berglehrling, wurde Hauer, Schießmeister und schließlich Grubensteiger. Nach einer Umschulung arbeitete er ab 1966 als Ingenieur beim Landschaftsverband Rheinland. Die Stammdaten führen ihn als Bergingenieur; Konfession und Familie nennen sie nicht, ein Sterbedatum noch nicht.

Unterbezirk

1967 trat Reschke der SPD bei und war von 1970 bis 1980 Geschäftsführer des Unterbezirks Essen. Von 1969 bis 1973 saß er im Kreistag Düsseldorf-Mettmann, von 1975 bis 1980 im Essener Stadtrat. 1980 zog er mit 39 Jahren in den Bundestag ein und blieb 18 Jahre.

Städtebau

Sein Mandat umfasste 1.125 Sitzungen; die Protokolle zählen 126 Reden mit 50.875 Wörtern und 243 Zwischenrufe. In der ersten Rede am 1. Oktober 1981 begrüßte er die Fortführung der Städtebauförderung, anders als Lorenz Niegel (CSU). Der habe am 21. Mai 1979 selbst mitgestimmt, als das Haus der Regierung diesen Auftrag erteilt habe.

Gemeinde

Die letzte Rede am 23. Juni 1998 begann mit der Frage, wer dem Satz nicht zustimmen wolle, dass Demokratie in der Gemeinde beginne. Bei genauerem Hinsehen seien Selbstverwaltung und Bürgernähe gefährdet: leere Kassen, Abbau von Personal und Service, steigende Sozialhilfe, fehlende Investitionen. Die Kommunen seien von den Steuereinnahmen abgekoppelt.

Abstimmungen

An 585 von 587 namentlichen Abstimmungen nahm Reschke teil, 235-mal mit Ja, 301-mal mit Nein und 49-mal mit Enthaltung. 48-mal wich er von der SPD ab, 24-mal von 1987 bis 1990 und 19-mal in seiner letzten Wahlperiode. Die letzte Abweichung war ein Nein am 16. Oktober 1998 zu einem Antrag der Bundesregierung, zehn Tage vor dem Ende seines Mandats.

Essen

1998 schied Reschke mit 57 Jahren aus dem Bundestag aus. Er starb am 5. Juli 2026 mit 84 Jahren in Essen; die SPD Essen und die Lokalpresse würdigten ihn Ende Juli in Nachrufen. Sein Weg führte von der Zeche über die Geschäftsstelle der Essener SPD und den Stadtrat bis zu 18 Jahren im Bonner Parlament, am Ende ein halbes Leben in der Politik.

Mandate im Überblick

Reschke gewann von 1980 bis 1994 fünfmal den Wahlkreis Essen I direkt für die SPD:

  • 9. Wahlperiode (04.11.1980 bis 29.03.1983): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 10. Wahlperiode (29.03.1983 bis 18.02.1987): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 11. Wahlperiode (18.02.1987 bis 20.12.1990): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, SPD-Fraktion
  • 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Essen I, SPD-Fraktion

Stand: 18.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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