Maschinenbaumeister, selbständiger Handwerker in der DDR und Abgeordneter für Gera: Hans-Ulrich Köhler, geboren am 03.09.1944 in Jena, gehörte dem Bundestag von 1990 bis 1998 für die CDU an.
Kurzprofil
- Geboren: 3. September 1944 in Jena
- Beruf: Maschinenbaumeister
- Partei: CDU
- Bundestag: 1990 bis 1998 (11. bis 13. Wahlperiode), teils direkt, teils über die Landesliste
- Religion/Familie: evangelisch, verheiratet, 2 Kinder
Handwerker
Nach der Polytechnischen Oberschule in Bürgel lernte Köhler von 1961 bis 1963 Maschinenbauer mit Schwerpunkt Verpackungsmaschinen. 1972 bis 1974 machte er seinen Meister. 1978 machte er sich selbständig und betrieb eine Vertragswerkstatt für den VEB Nagema Dresden, die in rund 300 Molkereien Verpackungsautomaten für Butter und Camembert wartete. Die Firma in Hainspitz bestand bis 1996, dann musste er sie aufgeben. Vor der Selbständigkeit hatte er sechs Monate Reservistendienst in der NVA geleistet.
Volkskammer
1972 trat Köhler der CDU der DDR bei; von 1979 bis 1989 saß er im Gemeinderat Hainspitz. Aus Empörung über die Kandidaten seines Kreisverbands ließ er sich 1990 selbst aufstellen und zog auf Platz 8 im Bezirk Gera in die Volkskammer ein. Am 3. Oktober wechselte er mit 143 anderen Volkskammerabgeordneten in den Bundestag.
Wismut
Seine erste Rede hielt Köhler am 31. Oktober 1990: Bei der Wismut im Raum Gera und Westsachsen stehe man vor ungeheuren Problemen, ein Paradebeispiel für die Kommandowirtschaft der SED. In beiden folgenden Wahlperioden saß er im Agrarausschuss, ab Oktober 1993 auch im Treuhand-Untersuchungsausschuss. In der letzten Rede am 16. April 1997 begrüßte er das Urteil des Verfassungsgerichts zu den LPG-Altschulden.
Abstimmungen
Die Protokolle verzeichnen elf Reden mit 7.557 Wörtern. Von 298 namentlichen Abstimmungen versäumte er eine; 128-mal stimmte er mit Ja, 167-mal mit Nein, zweimal enthielt er sich, etwa am 21. April 1994 beim Zweiten Gleichberechtigungsgesetz; dreimal wich er ab, so am 15. Mai 1997 mit Nein gegen ein Ja der Fraktion. 1998 kam er nur noch auf 28,1 Prozent und verlor den Wahlkreis an Karsten Schönfeld von der SPD.
Danach
Köhler arbeitete dann bei einem Matratzenhersteller in Weida, zuletzt als Leiter einer Verkaufsfiliale in Jena, bis er im Oktober 2009 in Rente ging. Ab 1992 führte er einige Jahre die Mittelstandsvereinigung Thüringen. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Hainspitz.
Stammdaten
Die Stammdaten nennen ihn Maschinenbaumeister, evangelisch, verheiratet, zwei Kinder. Als Mandatsbeginn steht dort teils der 3. Oktober, teils der 20. Dezember 1990.
Mandate im Überblick
Köhler kam 1990 aus der Volkskammer und gewann danach Gera-Stadt – Eisenberg – Gera-Land I zweimal, 1990 mit 41,8 und 1994 mit 39,8 Prozent:
- 11. Wahlperiode (03.10.1990 bis 20.12.1990): von der Volkskammer in den Bundestag gewählt, CDU/CSU-Fraktion
- 12. Wahlperiode (20.12.1990 bis 10.11.1994): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 13. Wahlperiode (10.11.1994 bis 26.10.1998): Direktmandat im Wahlkreis Gera-Stadt–Eisenberg–Gera-Land I, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).