Köpfe: Günther Jansen

Günther Jansen wurde am 14.07.1936 in Eutin geboren. Nach der mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst und arbeitete bis 1969 als Amtmann bei der Kreisverwaltung Eutin. 1957 trat er in die SPD ein. 1967 bis 1969 führte er die Jusos in Schleswig-Holstein, ab 1969 war er stellvertretender Landesvorsitzender unter Jochen Steffen. Ab 1970 war er hauptamtlicher Bürgermeister der ostholsteinischen Gemeinde Süsel, wo er unter anderem das erste kommunale Altenparlament und das erste Jugendparlament im Land einführte.

1975 übernahm Jansen von Steffen den Vorsitz der SPD Schleswig-Holstein und hatte ihn bis 1987 inne. Früh machte er den Atomausstieg und die Energiewende zum Programm seines Landesverbands und demonstrierte selbst gegen das Kernkraftwerk Brokdorf. Helmut Schmidt soll geklagt haben, nur der Bürgermeister von Tütel kritisiere ihn unentwegt. Am 04.11.1980 wurde er als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ostholstein Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die SPD, ab 1983 über die Landesliste Schleswig-Holstein. Am 16.06.1988 legte er sein Mandat nieder. Als Beruf vermerkte die Bundestagsverwaltung Bürgermeister a. D., als Religion evangelisch und als Familienstand verheiratet, 2 Kinder.

Ministerpräsident Björn Engholm berief Jansen 1988 zum Minister für Soziales, Gesundheit und Energie; nach der Landtagswahl 1992 leitete er das erweiterte Ministerium für Arbeit und Soziales, Jugend, Gesundheit und Energie und wurde zugleich stellvertretender Ministerpräsident. Am 23.03.1993 trat er im Zuge der Schubladenaffäre zurück: Er hatte Rainer Pfeiffer, den früheren Helfer Uwe Barschels, privat mit Geld unterstützt. Danach war er Verwaltungsleiter einer Klinik, ab 1997 Vorsitzender des Patienten-Ombudsvereins Schleswig-Holstein und half beim Zusammenschluss der Kliniken Kiel und Lübeck zum Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. 2004 erhielt er den Ehrentitel Professor des Landes.

Stand: 16.10.2026

Quellen: SPD-Geschichtswerkstatt; Datenhandbuch des Deutschen Bundestages; Der Spiegel; Ostholsteiner Anzeiger (abgerufen 16.10.2026).

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