Köpfe: Frank Bogisch

Frank Bogisch erblickte am 05.05.1956 in Wittenberge das Licht der Welt. Der Ingenieur aus Wittenberge gründete im Herbst 1989 die SDP mit, zog im März 1990 für die SPD in die Volkskammer ein und gehörte bis Dezember 1990 dem Bundestag an. Am 03.10.1990 wurde Bogisch Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die SPD. In den Stammdaten des Bundestages ist als Beruf Mitglied der Volkskammer, Ingenieur eingetragen.

Kurzprofil

  • Geboren: 5. Mai 1956 in Wittenberge
  • Beruf: Mitglied der Volkskammer, Ingenieur
  • Partei: SPD
  • Bundestag: 1990 (11. Wahlperiode), von der Volkskammer gewählt

Chemie, Leder, Akademie

Frank Bogisch kam in Wittenberge an der Elbe im Nordwesten Brandenburgs zur Welt, einer Industriestadt in der Prignitz, die durch ihr großes Nähmaschinenwerk bekannt war, einst ein Werk des Singer-Konzerns, das zu DDR-Zeiten Tausende beschäftigte. Er ist ein Sohn des Historikers Manfred Bogisch, der für die LDPD, die liberale Blockpartei der DDR, gearbeitet hatte. Nach dem Abitur lernte er Chemiefacharbeiter und studierte Ingenieurwesen für Lederherstellung und -verarbeitung. Danach war er Schichtleiter und Technologe im VEB Lackfabrik Berlin, von 1987 bis März 1990 Ausstellungsgestalter an der Akademie der Künste der DDR.

Gründer der SDP

Im November 1989 gehörte Bogisch zu den Mitgründern der Sozialdemokratischen Partei in der DDR. Die SDP war am 07.10.1989 im Pfarrhaus von Schwante nördlich von Berlin ins Leben gerufen worden, ein offener Bruch mit dem Machtanspruch der SED, die vierzig Jahre zuvor aus der Zwangsvereinigung von KPD und SPD hervorgegangen war. Im Januar 1990 nannte sich die Partei in SPD um. Bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18.03.1990 wurde Bogisch im Wahlkreis Halle gewählt; die SPD blieb mit 21,9 Prozent weit hinter ihren Erwartungen zurück.

Volkskammer und Bundestag

Die Volkskammer beschloss den Beitritt zur Bundesrepublik und wählte aus ihrer Mitte 144 Abgeordnete, die am 03.10.1990 in den Bundestag einzogen; Bogisch war einer von ihnen. Am 04.10.1990 kam das vergrößerte Parlament erstmals im Berliner Reichstagsgebäude zusammen. Mit der konstituierenden Sitzung des im Dezember gewählten Parlaments am 20.12.1990 war seine Zeit als Abgeordneter vorbei.

Windenergie

Nach dem Ende seines Mandats war Bogisch einige Zeit Vorstandsmitglied der Gustav-Heinemann-Initiative, einer Vereinigung, die sich für Bürgerrechte und Demokratie einsetzt. Seit 2000 ist er als Unternehmer in der Windenergie tätig, in den Jahren, in denen das Erneuerbare-Energien-Gesetz den Ausbau von Windparks gerade im Osten Deutschlands stark beschleunigte. Die Stammdaten des Bundestages nennen weder seinen Geburtsort noch Angaben zu Konfession und Familie.

Mandate im Überblick

Beim Einzug wie beim Ausscheiden war er 34 Jahre alt; die Abgeordnetenzeit umfasste gut 3 Monate. Die Angaben der Bundestagsverwaltung:

  • 11. Wahlperiode (03.10.1990 bis 20.12.1990): von der Volkskammer in den Bundestag gewählt, SPD-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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