Köpfe: Dr. Wilhelm Jentzsch

Jurist bei Siemens und Hagenuk, Vorstandsvorsitzender der Kieler Verkehrs-AG und Mitglied im FDP-Bundesvorstand: Wilhelm Jentzsch, geboren am 03.08.1910 in Kiel, gehörte dem Bundestag von 1953 bis 1957 an. Er starb am 21.07.1989 in seiner Heimatstadt.

Kurzprofil

  • Geboren: 3. August 1910 in Kiel
  • Gestorben: 21. Juli 1989
  • Beruf: Jurist
  • Partei: FDP
  • Bundestag: 1953 bis 1957 (2. Wahlperiode), über die Landesliste
  • Religion/Familie: evangelisch

Herkunft und Studium

Jentzsch war der Sohn des Marine-Stabsingenieurs Hermann Jentzsch und von Johanne Jentzsch, geborene Hansen. Nach Realgymnasien in Kiel und Wilhelmshaven studierte er von 1929 bis 1933 Rechtswissenschaft in Kiel, Kopenhagen und Greifswald, wo er 1935 promoviert wurde. Zum 1. August 1932 trat er in die NSDAP ein.

Wirtschaft

Von 1936 bis 1939 arbeitete Jentzsch als kaufmännischer und juristischer Sachbearbeiter bei den Deutschen Werken Kiel, bei Hagenuk und bei Siemens & Halske in Berlin. Von 1939 bis 1945 war er Soldat und kam bis 1947 in französische Gefangenschaft. Danach war er Abteilungsleiter bei der Sunlicht-Gesellschaft und der Margarine-Union in Hamburg und Syndikus der ILO-Werke in Pinneberg.

Bundestag

1953 trat Jentzsch der FDP bei und wurde im selben Jahr, mit 43 Jahren, in den Bundestag gewählt. Der Lesbarkeitsindex seiner Reden liegt bei 48,7. Seine erste Rede hielt er im September 1954 als Berichterstatter. In seiner letzten im Juli 1957 sagte er zu den gerade verabschiedeten Rentengesetzen, er gebe Brief und Siegel darauf, dass die Reform dieser reformbedürftigen Reform noch kommen werde. Die Protokolle verzeichnen 74 Reden mit zusammen gut 27.000 Wörtern in 20 Sitzungen, im Schnitt also gut 360 Wörter je Beitrag. Viele seiner Wortmeldungen fielen damit gebündelt in einzelne Sitzungen. Zwischenrufe von ihm sind nicht verzeichnet.

Abstimmungen

An 113 von 147 namentlichen Abstimmungen nahm Jentzsch teil. 58-mal stimmte er mit Ja, 47-mal mit Nein, achtmal enthielt er sich; zwölf Stimmen wichen von der Mehrheit seiner Fraktion ab. Bei 34 Abstimmungen gab er keine Stimme ab, eine Teilnahmequote von 77 Prozent.

Kiel

Nach dem Bundestag war Jentzsch von 1957 bis 1967 Vorstandsvorsitzender der Kieler Verkehrs-AG und von 1965 bis 1967 Geschäftsführer der Versorgung und Verkehr Kiel. Von 1958 bis 1960 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an, von 1958 bis 1979 dem Verwaltungsrat der Bundespost. 1979 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Er war Mitglied des Rotary Clubs. Er war evangelisch, zuletzt verwitwet und hatte zwei Kinder.

Stammdaten

Die Stammdaten nennen Jentzsch Juristen, evangelisch, ohne Angaben zur Familie, und verzeichnen ein Mandat vom 06.10.1953 bis zum 06.10.1957. Seine NSDAP-Mitgliedschaft und seine Tätigkeit bei der Kieler Verkehrs-AG führen sie nicht auf.

Mandate im Überblick

Jentzsch zog 1953 über die schleswig-holsteinische Landesliste der FDP in den Bundestag ein:

  • 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Landesliste Schleswig-Holstein, FDP-Fraktion

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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