Dr. Walter Bartram kam am 21.04.1893 in Neumünster zur Welt. Der Industriekaufmann war CDU-Politiker, für knapp ein Jahr Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und danach Bundestagsabgeordneter für Segeberg und Neumünster. Erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages wurde Bartram am 13.05.1952, und zwar für die CDU. Die amtlichen Abgeordnetendaten nennen als Beruf Kaufmann und als Religion evangelisch. Bartram verstarb am 29.09.1971 in Latendorf.
Kurzprofil
- Geboren: 21. April 1893 in Neumünster
- Gestorben: 29. September 1971
- Beruf: Kaufmann, Industriemanager (Dr. rer. pol.)
- Partei: DVP (1920 bis 1933), ab 1946 CDU
- Bundestag: 13. Mai 1952 bis 1957 (1. und 2. Wahlperiode), direkt im Wahlkreis Segeberg–Neumünster
- Landesamt: Ministerpräsident von Schleswig-Holstein 1950 bis 1951
- Religion/Familie: evangelisch
Manager der Ölindustrie
Bartram war der Sohn eines Tuchhändlers aus Neumünster. Nach dem Abitur 1912 studierte er Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft in Freiburg, Kiel und Würzburg; das Studium unterbrach der Erste Weltkrieg. 1919 begann er als Prokurist bei der Lübecker Ölmühle und leitete danach mehrere Ölfabriken, von 1926 bis 1933 den Verband der Ölfabriken in Mannheim und von 1936 bis 1946 die Thörl’s Vereinigte Ölfabriken in Hamburg-Harburg. Ab 1947 besaß er eine Kraftfutterfabrik in Timmaspe. In der Weimarer Republik war er Mitglied der DVP, zum 01.04.1936 trat er der NSDAP bei. 1936 spielte er bei den Olympischen Spielen in Berlin in der deutschen Polo-Mannschaft.
Ministerpräsident in Kiel
1946 schloss sich Bartram der CDU an und führte den Kreisverband Neumünster. Nach der Landtagswahl im Juli 1950 einigten sich CDU, FDP, DP und der neue BHE auf eine Koalition. Weil führende Unionspolitiker für den BHE nicht wählbar waren, benannte die CDU den landespolitisch unbekannten Bartram, der am 05.09.1950 gewählt wurde. Bis auf Innenminister Paul Pagel hatten alle Mitglieder seines Kabinetts NS-Organisationen angehört. Nach einem Machtkampf mit Carl Schröter und Streit über den Haushalt trat Bartram am 25.06.1951 zurück.
Bundestagsabgeordneter
Nach dem Tod von Carl Schröter wurde Bartram am 04.05.1952 in einer Nachwahl im Wahlkreis Segeberg–Neumünster gewählt; sein Mandat begann am 13.05.1952. 1953 verteidigte er den Wahlkreis und blieb bis 1957 im Bundestag. Bartram starb 1971 in Latendorf.
Einzug über eine Nachwahl
Bartram kam im Mai 1952 über eine Nachwahl in den ersten Bundestag, als die Debatte über den Deutschlandvertrag und die Europäische Verteidigungsgemeinschaft ihren Höhepunkt erreichte. Beide Verträge wurden Ende Mai unterzeichnet, im September folgte das Wiedergutmachungsabkommen mit Israel. Bei der Wahl 1953 verteidigte er sein Mandat.
Mandate im Überblick
Er zog mit 59 Jahren ins Parlament ein und verließ es mit 64. Alle Mandatszeiten zusammengenommen, saß er in 2 Wahlperioden rund 5 Jahre im Bundestag. Die Mandatszeiten im Einzelnen:
- 1. Wahlperiode (13.05.1952 bis 07.09.1953): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
- 2. Wahlperiode (06.10.1953 bis 06.10.1957): Direktmandat, CDU/CSU-Fraktion
Stand: 17.10.2026
Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).