Köpfe: Dr. Hans-Joachim Fricke

Jurist, Syndikus der IHK Hannover und der hannoverschen Landeskirche, Verkehrsverbandschef und Vorsitzender des Niedersächsischen Heimatbundes: Hans-Joachim Fricke, geboren am 26.02.1904 in Hannover, gewann 1952 eine Nachwahl im Harz und saß bis 1953 für die DP im Bundestag. Er starb am 24.09.1974.

Kurzprofil

  • Geboren: 26. Februar 1904 in Hannover
  • Gestorben: 24. September 1974
  • Beruf: Syndikus
  • Partei: DP
  • Bundestag: 1952 bis 1953 (1. Wahlperiode), stets direkt gewählt
  • Religion/Familie: evangelisch

Ausbildung

Fricke wuchs im Rheinland auf, besuchte das Realgymnasium in Aachen und in Goslar, wo er 1923 Abitur machte. In der Jugend gehörte er der Evangelischen Jugend und dem Bund Deutscher Bibelkreise an. Er besuchte eine Textilfachschule in Cottbus, machte eine kaufmännische Lehre und studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Halle, Leipzig, Kiel und Göttingen, wo er 1930 promoviert wurde.

Kammer und Verkehr

1932 begann Fricke als Volontär bei der IHK Hannover. Als Landesleiter der Bibelkreise wurde er 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt, übernahm aber im selben Jahr die Geschäftsführung des Verkehrsverbandes Niedersachsen in Kassel. Im Krieg war er Verkehrsbeauftragter für die Wirtschaft bei der Reichsbahndirektion Hannover, 1945 wurde er erster Syndikus der IHK Hannover, später auch Syndikus der Landeskirche.

Nachwahl im Harz

Am 06.01.1952 starb der SPD-Abgeordnete Hermann Stopperich, der den Wahlkreis Harz gewonnen hatte. Da es damals für direkt gewählte Abgeordnete noch keine Nachrücker gab, wurde für den 16.03.1952 eine Nachwahl angesetzt. Fricke gewann sie für die Deutsche Partei, die in Niedersachsen ihre Hochburgen hatte, und nahm sein Mandat am 22.03. an.

Im Bundestag

Seit Juli 1952 gehörte Fricke dem Ausschuss für Wirtschaftspolitik an, passend zu seiner Herkunft aus der Kammer. Seine Zeit im Parlament fiel in die Debatten um Lastenausgleich, Betriebsverfassung und Wehrbeitrag. Mit dem Ende der Wahlperiode 1953 schied er aus und kehrte zu seinen Ämtern in Hannover zurück, als Syndikus der Kammer und der Landeskirche sowie als Leiter des Verkehrsverbandes Niedersachsen-Kassel.

Heimatbund

Seit 1952 war Fricke stellvertretender Vorsitzender des Niedersächsischen Heimatbundes, 1973 übernahm er den Vorsitz. Heimat verstand er nicht rückwärtsgewandt, sondern als konkrete Umwelt, für die jeder Einzelne Verantwortung trage. Mit seinem Engagement wollte er auf diese gemeinsame Verantwortung für die Umwelt hinweisen, in Stadt wie Land. Er starb im September 1974 im Alter von 70 Jahren, ein Jahr nach der Übernahme des Vorsitzes.

Ehrungen

Fricke erhielt das Große Verdienstkreuz, das Große Niedersächsische Verdienstkreuz und den Ehrenring der IHK Hannover. Die Stammdaten nennen ihn Syndikus und evangelisch und machen keine Angaben zur Familie.

Mandate im Überblick

Frickes Mandat war eines der kürzesten der ersten Wahlperiode: Er kam durch eine Nachwahl im Wahlkreis Harz und blieb gut anderthalb Jahre:

  • 1. Wahlperiode (22.03.1952 bis 07.09.1953): Direktmandat, Fraktion der Deutschen Partei

Stand: 17.10.2026

Quellen: Deutscher Bundestag: Stammdaten aller Abgeordneten seit 1949 (Open Data); ergänzende biografische Angaben aus Nachschlagewerken (abgerufen 17.10.2026).

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